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Ein Arkadien der Moderne? - 100 Jahre Villa Romana in Florenz


Das deutsche Künstlerhaus Villa Romana in Florenz und der Villa Romana-Preis feiern in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß beleuchtet eine Ausstellung im Neuen Museum Weimar erstmals die Geschichte der Villa Romana als ein herausragendes Beispiel privaten Mäzenatentums über den gesamten Zeitraum ihres Bestehens.
Die Ausstellung, die am Freitag, 7. Oktober, um 19 Uhr im Neuen Museum Weimar eröffnet wird, ist eine Kooperation des Villa Romana e.V., der Klassik Stiftung Weimar und der Deutsche Bank Stiftung. Sie zeigt rund 180 Kunstwerke von insgesamt 78 Künstlern und repräsentiert damit gleichzeitig ein Stück deutscher Kunst- und Kultur– geschichte im 20. Jahrhundert. Zu sehen sind Werke von Max Klinger, Max Liebermann, Georg Kolbe, Max Beckmann, Käthe Kollwitz, Ernst Barlach, Hans Purrmann, Georg Baselitz, Markus Lüpertz, aber auch von Dorothee von Windheim, Anna Oppermann und Amelie von Wulffen.


Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Villa Romana von ihrer Gründungsphase über die Wiedergründung unter Schirmherrschaft von Theodor Heuss im Jahr 1959 bis heute auf. Sie ist in dieser Form nur im Neuen Museum zu sehen und zeigt neben Arbeiten der als Leitbilder fungierenden Wahl-Florentiner Adolf von Hildebrand und Arnold Böcklin auch Werke der Gründer um Max Klinger. Die mäzenatischen Mitbegründer werden durch eine Reihe von Portraits und eine umfangreiche Dokumentation vorgestellt.
Der zweite Teil der Ausstellung erfaßt die erste Periode der Villa Romana von der Gründung bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Die Kunstwerke werden begleitet von Fotos, Skizzenbüchern, Tagebüchern und Briefen der Künstler.


Die Zeit zwischen den Kriegen ist durch den langjährigen Leiter der Villa Romana, den Maler Hans Purrmann, bestimmt. Das in dieser Zeit wichtige Thema der Emigration klingt dabei durch einige Arbeiten des Purrmann-Freundes Rudolf Levy an. Der vierte und räumlich umfangreichste Teil der Ausstellung ist mit ausgewählten Werken der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute gewidmet. Zu dieser Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog, der die meisten Exponate farbig abbildet.
Die Gründung der Villa Romana wurde im Jahr 1905 in Weimar im Vorstand des kurz zuvor ebenfalls dort konstituierten Deutschen Künstlerbundes beschlossen. Die Künstler um Max Klinger hatten das Ziel, ein staatlich unabhängiges Forum für deutsche Künstler in Florenz zu schaffen, das allen künstlerischen Richtungen Raum geben sollte. Dieses Ideal weiterführend, wurde auch ein Kunstpreis ausgelobt, der als Gegenmodell zu den Auszeichnungen der staatlichen Akademien dienen sollte. Seither wurden jährlich Künstler mit dem Villa Romana-Preis ausgezeichnet und zu einem Aufenthalt in Florenz eingeladen. Der Tradition des Hauses entsprechend, wird nach wie vor die Berück– sichtigung unterschiedlichster aktueller künstlerischer Positionen durch die wechselnde Besetzung der Künstlerjury gesichert.

Zur Ausstellung findet am Freitag, 7. Oktober, um 12 Uhr ein Pressegespräch in den Räumen des Neuen Museums Weimar statt, zu dem die Klassik Stiftung Weimar und die Deutsche Bank Stiftung herzlich einladen. Weitere Informationen zur Villa Romana finden Sie im Internet unter www.villaromana.org

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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