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»Ein Mythos aus Dichtung und Wahrheit« – Vortrag beleuchtet Franz Liszt als Beethoveninterpreten

Am Donnerstag, 15. September 2011, um 19 Uhr findet der nächste Vortrag innerhalb des umfangreichen Rahmenprogramms zur Ausstellung »Franz Liszt – Ein Europäer in Weimar« statt. Im Weimarer Stadtschloss beleuchtet Axel Schröter Franz Liszt als Interpreten Ludwig van Beethovens.

War Clara Schumann die »wahre« Interpretin der Werke Beethovens oder vermochte es nur ein Franz Liszt, Beethovens Gipfel der Klavierliteratur adäquat zu erklimmen? Im Lisztkreis gab es darauf eine klare Antwort: Liszt hatte in Wien als Knabe dem Meister seine Kunst zeigen können und der mächtige Beethoven selbst hatte ihn mit einem Weihekuss geadelt, den er dem kleinen Liszt nach dessen Abschiedskonzert in Wien auf die Stirn drückte. Der magische Zusammenhang »Liszt – Beethoven – Wien« reichte aus, um einen solchen Mythos zu konstruieren. Niemand aus Liszts Schülerkreis hätte wohl gedacht, dass einmal Forschungen von Musikhistorikern diese Legenden zerstören würden.

Heute ist in der Forschung bekannt, dass es eine persönliche Begegnung zwischen Liszt und Beethoven nicht gegeben hat. Als Liszt in Wien bei Carl Czerny Unterricht nahm, war Beethoven bereits vollständig ertaubt und hatte keinen Sinn dafür, Konzerte von sogenannten »Wunderkindern« zu besuchen. Auch war er bei dem vielgerühmten Konzert des kleinen Liszt 1823 in Wien nicht anwesend. Historische Untersuchungen belegen des Weiteren, dass Liszts Beethovenspiel zahlreichen Wandlungen unterworfen und damit alles andere als eine geradlinige, auf Beethoven und Czerny fußende Traditionsbewahrung war. Welche Funktion hatte also der Mythos? Axel Schröter geht in seinem Vortrag unter anderem dieser Frage nach.

Am Nachbau von Liszts Flügel der Marseiller Instrumentenbauer Boisselot & fils spielt die Pianistin Violina Petrychenko Liszts Bearbeitungen von Beethoven-Werken.

PD Dr. Axel Schröter ist seit November 2004 an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen u.a. die Musik des 18., 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die Musikgeschichte Thüringens, Beethoven und Liszt. Im Oktober 2010 habilitierte Axel Schröter sich mit Studien und Quellen zu Musik und Theater am Weimarer Hof.

 

Für weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung:

Dr. Julia Glesner | Pressesprecherin
03643 | 545-104
0172 | 84 62 910

Timm Schulze | Pressereferent
03643 | 545-113
0172 | 79 99 959

Veranstaltungsdaten
»Ein Mythos aus Dichtung und Wahrheit« – Liszt als Beethoveninterpret
Vortrag von PD Dr. Axel Schröter mit Musikbeispielen am Nachbau des Boisselot-Flügels
Pianistin: Violina Petrychenko
Donnerstag, 15. September 2011, 19 Uhr
Stadtschloss Weimar| Festsaal
Burgplatz 4 | 99423 Weimar
Eintritt: 3 Euro | erm. 1 Euro

Ausstellungsdaten
»Franz Liszt – Ein Europäer in Weimar«
Noch bis zum 31. Oktober 2011
Di–So 10 bis 18 Uhr
Schiller-Museum & Schlossmuseum Weimar
Schillerstraße 12 | Burgplatz 4
99423 Weimar

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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