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»Eine Schule für Kunst und Design wird abgewickelt« – Vortrag und Studio-Ausstellung im Stadtschloss Weimar informieren über die Zeit des »doppelten« Bauhauses in Weimar und Dessau

Flyer zur Veranstaltung

Am Sonntag, 20. März, um 18 Uhr spricht Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus Archivs/Museum für Gestaltung, Berlin, im Festsaal des Stadtschlosses Weimar »Über das Ende des Weimarer Bauhauses«. Begleitend präsentieren die Klassik Stiftung Weimar und das Thüringische Hauptstaatsarchiv Weimar eine Studio-Ausstellung über die Zeit des Übergangs vom Staatlichen Bauhaus Weimar zum bauhaus in dessau – sowie über das letzte Jahr der Weimarer Institution bis 1926. Die Ansprache hält Benjamin-Immanuel Hoff, Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten und Chef der Staatskanzlei des Freistaates Thüringen.

Der Eintritt ist frei. Aus Gründen des Denkmalschutzes stehen nur 180 Plätze im Festsaal zur Verfügung.

»Hier in Weimar wurde mit der Gründung des Bauhauses ein Integrationsmodell vorgelebt«, betont Minister Benjamin-Immanuel Hoff. »Die künstlerische Idee und Leistung waren prägend und nicht Herkunft und Nationalität. Mit dieser internationalen und weltoffenen Denkweise waren die damaligen politischen Akteure nicht nur überfordert, sie war ihnen wesensfremd.

Die Geschichte der Vertreibung des Bauhauses aus Weimar ist beständige Mahnung, die geistigen und kulturellen Errungenschaften unseres Landes als substanzielle Bestandteile einer auf Humanität und Weltoffenheit ausgerichteten Zivilgesellschaft zu bewahren. Sie zu schützen vor Kräften, die mit Hass und Rassismus unsere Gesellschaft aus dem Gleichgewicht bringen wollen«, so Hoff.

Das Staatliche Bauhaus Weimar war seit seiner Gründung im April 1919 politisch umstritten. Als jedoch im Februar 1924 das bürgerlich-konservative Parteienbündnis aus den Landtagswahlen als Sieger hervorging, betrieben die Gegner des Bauhauses verstärkt dessen Abwicklung. Nach erfolglosen Verhandlungen entschloss sich der Meisterrat, die Auflösung des Weimarer Instituts zum 1. April 1925 zu erklären. Eine Alternative zur Weiterführung der Schule fand sich in Dessau, wo im April 1925 das bauhaus in dessau als neues Institut gegründet wurde.

Das Staatliche Bauhaus Weimar blieb als Institution noch bis zum 31. März 1926 bestehen. Damit existierte das »Bauhaus« institutionell und nominell eine Zeit lang »doppelt«. In der inhaltlichen Ausprägung aber unterschieden sie sich. Die Weimarer Werkstätten wurden zwar weiter betrieben, im Gegensatz zum neuen Institut in Dessau erfolgte eine Ausbildung im umfassenden Sinne des Bauhauses jedoch nicht mehr. Weimar nutzte die Übergangszeit vor allem für die Neuorganisation des Schulbetriebs, zur Klärung der Urheberrechtsfrage an Erzeugnissen sowie zur Regelung der Verwendung des Namens »Bauhaus«.

Am 1. April 1926 trat an die Stelle des Staatlichen Bauhauses Weimar die Staatliche Hochschule für Handwerk und Baukunst Weimar, die Otto Bartning leitete. Einige Bauhäusler, so Otto Lindig und Erich Dieckmann, wurden als Werkstattleiter eingestellt und waren dort bis zur Schließung der Bauhochschule im Jahr 1930 tätig.

Die Studio-Ausstellung kann bis zum 28. März 2016 im Spiegelsaal des Stadtschlosses im Rahmen des regulären Museumsrundgangs besichtigt werden. Vom 4. April bis 27. Mai 2016 ist sie in erweiterter Form im Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar, Marstallstraße 2, zu sehen.

Veranstaltungsdaten

»Das ›doppelte Bauhaus‹ in Weimar und Dessau. Eine Schule für Kunst und Design wird abgewickelt«
Präsentation der Studio-Ausstellung mit Vortrag von Dr. Annemarie Jaeggi, Direktorin des Bauhaus Archivs/ Museum für Gestaltung, Berlin, in Kooperation mit dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar
Sonntag, 20. März 2016 | 18 Uhr
Stadtschloss Weimar | Festsaal
Burgplatz 4 | 99423 Weimar
Der Eintritt ist frei. Aus Gründen des Denkmalschutzes stehen nur 180 Plätze im Festsaal zur Verfügung.

Ausstellungsdaten

»Das ›doppelte Bauhaus‹ in Weimar und Dessau. Eine Schule für Kunst und Design wird abgewickelt«
Studio-Ausstellung in Kooperation mit dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar
Vom 20. bis 28. März 2016
Stadtschloss Weimar | Spiegelsaal
Burgplatz 4 | 99423 Weimar

Öffnungszeiten
bis 23. März 2016 Di–So 9.30–16 Uhr
ab 24. März 2016 Di–So 9.30–18 Uhr

Eintritt
Stadtschloss Weimar mit Schlossmuseum
Erw. 7,50 Euro | erm. 6 Euro | Schüler (16–20 J.) 2,50 Euro

Besucherinformation
Stand der Klassik Stiftung Weimar in der Tourist-Information
Markt 10 | 99423 Weimar
Tel +49 (0) 3643 | 545-400
Fax +49 (0) 3643 | 41 98 16
info@klassik-stiftung.de
svdmzweb01.klassik-stiftung.de

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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