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Erste Bücher sind zurückgekehrt


Einen Monat nach dem Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek sind am Dienstag (5. Oktober) die ersten gefriergetrockneten Bücher nach Weimar zurückgekehrt. Die ca. 2000 Bände gehören zu den nur leicht beschädigten Büchern, die nach der Erstversorgung in Leipzig sofort ins neue Tiefmagazin der Bibliothek einziehen können. Rund 1850 von ihnen sind völlig intakt. Dem weitaus größten Teil der insgesamt 62 000 Bücher, die mit zum Teil schweren Wasser- und Brandschäden zur Gefrier-trocknung ins Zentrum für Bucherhaltung gebracht wurden, steht nach ihrer Rückkehr eine aufwendige Restaurierung bevor. Nach einer ersten Begutachtung in Leipzig wurden die beschädigten Bestände der Weimarer Bibliothek in fünf Schadensklassen vorsortiert, die je gesondert behandelt werden müssen. Während Bücher der Schadensklasse 1, denen die zurückgekehrten Bände überwiegend zuzuordnen sind, weitgehend unversehrt blieben, weisen Bücher der Klasse 2 sichtbare Schäden u.a. an Einbänden und einzelnen Seiten sowie Verschmutzungen und Verformungen auf. In den Klassen 3 und 4 werden speziell Bücher mit Leder- bzw. Pergamenteinbänden mit zum Teil starken Verformungen erfaßt. In der Schadensklasse 5 sind die am schwersten beschädigten Objekte, d.h. Fragmente, einzelne Buchseiten und –deckel, Signaturenschilder etc. eingeordnet. Vor allem aus dieser letzten Gruppe werden nach bisherigen Einschätzungen nur etwa 50 Prozent restaurierbar sein.
Die Kosten für Restaurierung bzw. Wiederbeschaffung der bei dem Brand am Abend des 2. September beschädigten und verlorenen Bände der Herzogin Anna Amalia Bibliothek werden auf über 60 Millionen Euro geschätzt. Eine exakte Übersicht wird erst vorliegen, wenn alle Bücher aus Leipzig zurückgekehrt sind und individuell begutachtet wurden. Pro Woche werden künftig im Durchschnitt etwa 1000 gefriergetrocknete Bücher zurückerwartet. Die Erstversorgung aller 62 000 Bände wird voraussichtlich Ende 2005 abgeschlossen sein.


Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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