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Erste Hilfe für 46 Tonnen Bücher



Zwei Wochen nach der Brandkatastrophe in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar ist die Bergung von Büchern aus Schutt und Asche abgeschlossen. Ein letzter Transport mit Bücherresten und Fragmenten ging gestern zur Gefriertrocknung ins Leipziger Zentrum für Bucherhaltung. Insgesamt wurden aus dem Brandschutt ca. 21 Tonnen schwer von Wasser und Feuer beschädigtes Material, darunter auch einzelne noch nicht näher identifizierte Notenhandschriften, zu Tage gefördert. Zusammen mit den rund 34 000 Büchern, die mit Wasser- und leichteren Brandschäden bereits in den ersten Tagen nach dem verheerenden Feuer zur Gefriertrocknung kamen, befinden sich jetzt 46 Tonnen Bücher bzw. –reste im Leipziger Bucherhaltungszentrum. Allein für die unaufschiebbare Erstversorgung, die hier je nach Material, Größe und Zustand in einem Zeitraum von vier Tagen bis zu mehreren Wochen realisiert wird, muß die Stiftung mit Kosten in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro rechnen. Für eine nachfolgende Restaurierung werden im Durchschnitt noch einmal 400 Euro pro Band für Bücher mit Wasserschäden und bis zu 2600 Euro pro Band für Bücher mit Brandschäden gebraucht.
Zu den ersten Beständen, die restauriert werden sollen, gehört die berühmte Bibel-Sammlung der Weimarer Bibliothek. Die ca. 600 Bibeln aus der Zeit seit dem 16. Jahrhundert, darunter die sogenannte Luther-Bibel von 1534, wurden in der Nacht vom 2. auf den 3. September mit Wasserschäden aus dem historischen Rokokosaal gerettet. Ob und in welchem Umfang die Bücher mit schweren Brandschäden noch restaurierbar sind, ist derzeit noch nicht absehbar. Alternativ wird für Teile des Bestandes eine Ersatzbeschaffung vorbereitet.
Auf dem Spendenkonto der Stiftung wurde heute die Grenze zur halben Million Euro überschritten. Die Summe von rund 570 000 Euro sowie weitere Spenden sollen vorrangig für die Restaurierung der Bücher eingesetzt werden.
Eine erste detailliertere Schadensbilanz werden Stiftungspräsident Hellmut Seemann und Bibliotheksdirektor Michael Knoche am 21. September, 12 Uhr, auf einer Pressekonferenz im Goethe-Nationalmuseum in Weimar (Frauenplan 1, Vortragssaal) ziehen.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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