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»Faust« bald online


Die 14 000 Bände umfassende Faust-Sammlung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar wird mit Hilfe des Speicherspezialisten EMC digitalisiert, archiviert und online angeboten. Die weltweit größte Spezialsammlung ihrer Art dokumentiert die Geschichte des »Faust«-Stoffes vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart in zahlreichen Sprachen. Ab 2007 sollen Forscher über Internet auf erste Teile des Bestandes zugreifen können.
Den Kern der Sammlung bildet die Faust-Dichtung Goethes. Von den ersten Ausgaben seines »Faust. Ein Fragment« (1790) bis hin zu den neuesten Editionen liegen nahezu alle Ausgaben, darunter Übersetzungen ins Jiddische, Armenische, Urdu und Esperanto vor. Auch die Wirkung von Goethes Faust-Dichtung auf die Weltliteratur, die Musik, das Theater und die bildende Kunst läßt sich anhand der Sammlung verfolgen. Allein tausend Kompositionen zum »Faust« sind verzeichnet. Aus dem 20. Jahrhundert stammen rund 100 neuere literarische Bearbeitungen, u.a. die von Thomas Mann.
Zum wertvollen Bestand gehören außerdem die frühesten literarischen Zeugnisse vom Leben des Magiers und Wissenschaftlers Faust wie die »Epistolae familiares« des Trithemius aus dem Jahr 1536. In der Tradition des sogenannten Volksbuches von 1587 stehen u.a. die »Historia von Doctor Johann Fausten« von Widmann (1599), die Bearbeitung von Pfitzer (1674 ff) oder die des »Christlich Meynenden« (1725). In diesen Ausgaben studierten Lessing und Goethe den Faust-Stoff. Wissenschaftliche Arbeiten zum »Faust« sind seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verzeichnet.
Als Raritäten der Sammlung gelten u.a. Puppenspiel-Texte, die nur handschriftlich überliefert wurden, sowie Zauberbücher und Höllenzwänge.
Die Faust-Sammlung ist die erste in einer Reihe bedeutender Sondersammlungen und historischer Bestände der Weimarer Bibliothek, die in dem online-Archiv langfristig gesichert und über Internet weltweit zur Verfügung gestellt werden

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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