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Forschungsverbund „Deutschlands Mitte“ tagt in Weimar

Am Wochenende vom 29. bis zum 30. September 2006 tagt in den Räumen des Goethe-Nationalmuseums der Forschungsverbund „Deutschlands Mitte“. Unter dem Thema „Werte – Räume – Erinnerungskulturen“ werden Sinnstiftungsprozesse des 19. und 20. Jahrhunderts im Bezug auf geographische Räume in Europa untersucht und diskutiert.

 

Die Tagung geht aus von den in Jena und Weimar angesiedelten Projekten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die sich mit dem Raumkonstrukt „Deutschlands Mitte“ auseinandersetzen. Gemeint ist damit der geographische Raum, der die heutigen Bundesländer Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt umfasst und aufgrund von symbolischen Erinnerungsorten und kulturhistorischen Mythen zu einem Wertezentrum der deutschen Nation stilisiert wurde. Dieser virtuelle Raum wurde in manchen Denkmodellen noch weiter gefasst als „europäische Mitte“ oder als „Herz Europas“. Die Forschergruppe, die sich aus Historikern, Germanisten und Musikwissenschaftlern zusammensetzt, untersucht Leitbilder, Werthierarchien und Deutungsmuster solcher kulturräumlichen Wertezentren, sowie die Prozesse, die zu ihrer Entstehung, ihrer Verbreitung und ihrer Etablierung geführt haben.

 

Über den für Weimar und Jena bestimmenden Untersuchungsfall „Deutschlands Mitte“ hinausgehend, fragt die Tagung interdisziplinär und international nach der erinnerungskulturellen Aufwertung von Räumen und Regionen in ganz Europa. Dabei geht es um das Problem deutungskultureller Vernetzung von Regionalität, Nationalität und Supranationalität und damit auch um transnationale und transdisziplinäre Diskurse.

Vor dem Hintergrund der Debatten über Wurzeln und Werte eines „in Vielfalt geeinten“ Europa kommt diesen historisch vergleichenden Analysen besondere Bedeutung zu, da die theoretischen Voraussetzungen der aktuellen Diskussion bisher wissenschaftlich kaum in einem größeren Zusammenhang untersucht wurden.

 

Die Leitung der Tagung übernehmen Prof. Dr. Detlef Altenburg, der Direktor des Instituts für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prof. Dr. Lothar Ehrlich von der Klassik Stiftung Weimar und Prof. Dr. Jürgen John vom Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Finanziert wird die Tagung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft.

 

„Werte – Räume – Erinnerungskulturen. Sinnstiftungsprozesse des 19. und 20. Jahrhunderts in europäischer Perspektive“. Tagung des Forschungsverbundes „Deutschlands Mitte“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Klassik Stiftung Weimar. 29. bis 30. September 2006, Festsaal des Goethe-Nationalmuseums, Frauenplan 1, 99423 Weimar.

 

 

 

Für weitere Informationen steht Ihnen Margit Adler unter den Telefonnummern

+49 (0) 3643 | 545 113 und +49 (0) 172 | 79 999 59 zur Verfügung.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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