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Friederike Voß oder Christiane Vulpius?


Für alle mit der Weimarer Ikonographie Vertrauten ist sie Christiane Vulpius, doch die jüngsten Forschungen von Dr. Ulrike Müller-Harang, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klassik Stiftung Weimar, haben ergeben, dass die darauf Abgebildete die Schauspielerin Friederike Vohs ist. Die Hintergründe hierzu wird Müller-Harang am 14. April 2007 um 14 Uhr aufdecken. Dann lädt die Klassik Stiftung Weimar zu einer öffentlichen Führung durch die Jubiläumsausstellung „Ereignis Weimar – Anna Amalia, Carl August und das Entstehen der Klassik 1757 – 1807“ ein.

Neben der Struktur und dem Anliegen der Ausstellung wird Müller-Harang anhand ausgewählter Exponate die biographischen und kulturhistorischen Zusammenhänge während der Regierungszeit Anna Amalias und Carl Augusts erläutern. Fokussieren wird sie das ästhetische Anliegen der Klassik am Beispiel der Weimarer Theaterkunst unter Goethes Leitung.

Friederike Vohs ist auch unter dem Vornamen Margarethe bekannt, sie war eine Geborene Port und lebte von 1777 bis 1860. Das berühmte, 1800 entstandene Portrait stammt von Friedrich Bury (1763-1823). Friederike Vohs trat als erste Maria Stuart in der Uraufführung von Schillers Drama am 14. Juni 1800, als erste Thekla in „Wallenstein“ in Lauchstädt, Kreusa in „Ion“ von Schlegel, als Turandot sowie als erste Iphigenie in der Neuinszenierung von 1802 auf. Sie war mit ihren Eltern, dem Schauspielerehepaar Porth, 1793 von Goethe unter Vertrag genommen worden. Erst nach ihrer Heirat mit dem Schauspieler Johann Heinrich Andreas Vohs (gest. 1804) und fünf Geburten konnte sie ab 1800 in wirkungsvollen Rollen in Erscheinung treten. Dank ihres Gesangstalents fand sie auch in Opernrollen Anerkennung, verließ aber noch im selben Jahr mit ihrem Mann Weimar, der einem Ruf nach Stuttgart folgte. Ihr Bildnis von Bury erlangte eine außerordentliche Popularität dadurch, dass es ab 1886 besonders in der Literatur über die Goethezeit fälschlicherweise als das der Christiane Vulpius (1765-1816) ausgewiesen wurde und seither in Reproduktionen weltweit Verbreitung fand. Das Damenbildnis unter dem Namen Friederike Vohs zierte zeitlebens Goethes Wohnung.

Dr. Ulrike Müller-Harang ist Autorin u.a. einer Monographie zum Weimarer Theater zur Zeit Goethes.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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