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Goethe und Grass – Landschaften und Lesung

Zum 255. Geburtstag Johann Wolfgang Goethes am 28. August eröffnet die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen eine Sonderausstellung mit Landschaftszeichnungen von Goethe und Günter Grass. Unter dem Titel »Diesseits und jenseits von Arkadien« vereint die Schau im Weimarer Goethe-Nationalmuseum insgesamt rund 90 Arbeiten der beiden zeichnenden Dichter. Im unmittelbaren Vergleich dokumentieren sie nicht nur die lange Tradition bildkünstlerischer Auseinandersetzung mit der Natur, sondern auch gravierende Änderungen im Landschaftsbild: Diesseits von Arkadien suchte Goethe in seinen Zeichnungen vom Thüringer Land, Italien oder der Schweiz immer wieder die ideale Landschaft, in der sich Mensch und Natur im Einklang befinden. Jenseits hält der Nobelpreisträger Günter Grass 200 Jahre später in seinen »Müllandschaften« und Bildern vom »Toten Holz« die zivilisatorischen Wüsten fest, die der moderne Mensch hervorbringt. Beiden Künstlern gemeinsam ist eine vom visuellen Eindruck stark geprägte, intensive Auseinandersetzung mit der Natur und die enge Wechselbeziehung zwischen zeichnerischem und dichterischem Werk.
Weimar ist nach Lübeck die zweite Station der Ausstellung. Sie wird hier bis 24. Oktober zu sehen sein und wandert anschließend nach Berlin weiter.
Am Vorabend von Goethes Geburtstag (27. August, 20 Uhr) liest Günter Grass in der Herderkirche aus seiner im Februar 2002 erschienenen Novelle »Im Krebsgang«. In dem Buch erzählt Grass vor dem Hintergrund des schwierigen Umgangs mit der jüngeren Geschichte vom Untergang des Dampfers »Wilhelm Gustloff«, der im Januar 1945 mit mindestens neuntausend ostpreussischen Flüchtlingen an Bord unweit von Danzig von einem russischen U-Boot getroffen und versenkt wurde. Im Anschluß an die Lesung wird der Autor signieren. (Karten über die Besucherinformation der Stiftung, Tel. 03643/545 407; Fax 03643/545 660, e-mail: info@swkk.de)


Preisverleihung und Geburtstagsfeier im Haus und Garten am Frauenplan
Zum vierten Mal vergibt der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums zum Dichtergeburtstag den Dr. Heinrich-Weber-Preis an junge Wissenschaftler. Der diesjährige Preis geht an die Kunsthistorikerin Ulrike Müller-Wolff (Berlin) für ihre Arbeit zu den Silhouetten der Adele Schopenhauer (1797 – 1849). Die in drei kleinformatigen Alben gebundenen ca. 60 Scherenschnitte der Schwester Arthur Schopenhauers gehörten zu den bislang nur unvollständig erschlossenen Beständen des Museums. Es sind vor allem Illustrationen zu Mythen und Märchen, aber auch zu Werken Goethes sowie eigenen Gedichten. Sie reichen im künstlerischen Niveau weit über die Arbeiten anderer dilettierender Zeitgenossinnen hinaus. Die aus verschiedenen Nachlässen ins Goethe-Nationalmuseum gelangten Alben wurden jetzt umfassend im Kontext beschrieben. Am 28. August sind sie zusammen mit verschiedenen Einzelblättern erstmals hier ausgestellt. (Preisverleihung am 28. August, 10 Uhr, im Goethe-Nationalmuseum)

Traditionell laden Stiftung und Freundeskreis am 28. August auch zu Feiern in Haus und Garten des Dichters ein. »Mittags mit dem Glockenschlag 12« werden Gäste zur Geburtstagsfeier im Garten begrüßt. Das abendliche Fest »Der Geheimrat bittet zu Tisch« mit Musik, einer Lesung von Goethe-Texten und Tafeln in geselliger Runde im illuminierten Haus und Garten am Frauenplan beginnt um 19 Uhr und ist bereits restlos ausverkauft.

Bitte beachten:

Ein Presserundgang durch die Ausstellung »Diesseits und jenseits von Arkadien. Goethe und Grass als Landschaftszeichner« findet am 27. August,
11 Uhr, statt. (Dienerwohnung in Goethes Haus, anschließend Treppengalerie im Goethe-Nationalmuseum). Die Ausstellungseröffnung findet am 28. August, 11 Uhr statt.
Pressekarten für die Lesung mit Günter Grass bitte telefonisch (03643/545 937) oder per Fax bestellen (03643/545 901)

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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