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Goethe- und Schiller-Archiv erwirbt bedeutende Handschriftensammlung aus Privatbesitz

Das Goethe- und Schiller-Archiv der Klassik Stiftung Weimar hat eine bislang unbekannte Handschriftensammlung aus dem Umkreis des Juristen Gottlieb Hufeland (1760–1817) angekauft. Den Kern der 23 Stücke umfassenden Sammlung bilden ein unbekannter Brief Johann Wolfgang von Goethes sowie weitere eigenhändige Briefe von Friedrich Schiller, August Wilhelm Schlegel und Ernst Moritz Arndt. Für die Forschung, insbesondere für die Editionsvorhaben des Archivs zu Goethe und Schiller, sind die erworbenen Handschriften von großer Bedeutung.

Der in Danzig geborene Gelehrte Gottlieb Hufeland wirkte von 1788 bis 1802 als Professor in Jena und war Mitherausgeber der Allgemeinen Literaturzeitung. Er war persönlich bekannt mit Friedrich Schiller, Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling.

Ein Schlaglicht auf das Universitätsleben in Jena wirft eine Beschwerde des Philosophen Schelling über Tabakrauch, der vom Diener in den Raum geblasen wurde. Schelling brach daraufhin seine Vorlesung ab. Als Zeugen für dieses Ärgernis benennt er in seinem Schreiben das ganze Auditorium.

Transkription des Schreibens von Friedrich Wilhelm Joseph Schelling:

»Ich bedaure sehr, daß ich Ew. Hochwohlgebohrn mit einer Bitte beschwerlich fallen muß.
Gestern während meiner Vorlesung hat Ihr Bedienter durch eine Öffnung seiner Thüre in das Auditorium Rauchtabak hereingeblasen, in solcher Quantität, daß es unmöglich war fortzufahren. – Zeuge ist mein ganzes Auditorium.
Ich bin genöthigt, Ew. Hochwohlg. geh. zu bitten, daß Sie ihm diese Ungebühr verwehren. Der ich mit der vollkommensten Hochachtung verharre
Ew. Hochwohlgebohrn
gehorsamster Diener
Schelling.«

Die Digitalisate des Beschwerdeschreibens können im Rahmen der aktuellen Berichterstattung unter Angabe des Copyrights (Klassik Stiftung Weimar) kostenfrei verwendet werden.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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