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Goethes Nachlaß im »Weltgedächtnis« erhalten – UNESCO-Urkunde wird am 24. September in Weimar verliehen


Der handschriftliche Nachlaß Goethes gehört ins Weltgedächtnis. Das hat die UNESCO im vergangenen Jahr entschieden und den Dichternachlaß als einen von vier deutschen Beiträgen in ihr »Memory of the World«-Register aufgenommen. Am 24. September wird der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission Klaus Hüfner in Weimar die Memory of the World-Urkunde feierlich an die Stiftung Weimarer Klassik übergeben. Goethes Handschriften, von denen ausgewählte Stücke aus diesem Anlaß im Original zu sehen sind, zählen damit zu den weltweit knapp 100 Objekten, die die UNESCO als herausragendes dokumentarisches Erbe der Menschheit besser schützen und über Internet zugänglich machen will.
Der vom Dichter selbst geordnete und in seltener Vollständigkeit erhaltene Nachlaß wird seit 1885 im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar aufbewahrt und wissenschaftlich erschlossen. Es umfaßt etwa 90 Prozent aller poetischen Manuskripte Goethes, darunter eine umfangreiche handschriftliche Überlieferung zum »West-Östlichen Divan« und die vom Autor korrigierte Reinschrift des »Faust II«. Nahezu vollständig überliefert sind auch die Tagebücher des Dichters aus sechs Jahrzehnten seines Lebens, mehr als ein Drittel der Briefe, die er schrieb und etwa 20 000, die er erhielt. Zum Nachlaß, der rund 480 Archivkästen füllt, zählen außerdem Schriften Goethes zur Naturwissenschaft und zur Kunsttheorie sowie Lebenszeugnisse seiner Familie. Jochen Golz, der Direktor des Archivs, erhofft sich von der Aufnahme dieser Sammlung in das »Weltgedächtnis«-Programm der UNESCO vor allem Unterstützung für Digitalisierungsprojekte. Seit dem vergangenen Jahr stellt das Archiv bereits eine Datenbank mit Angaben zu sämtlichen Goethe-Briefen im Internet zur Verfügung (http://ora-web.weimar-klasssik.de/swk-db/db-all.html). Für die Digitalisierung der Briefe selbst, fehlt es derzeit noch an der teuren technischen Ausstattung.
Der Goethe-Nachlaß wurde im Jahr 2000 für das »Memory of the World«-Register der UNESCO vorgeschlagen. Bereits im Dezember 1998 waren die Bauten des klassischen Weimar mit den Wohnhäusern Goethes und Schillers, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie Schlössern, Parkanlagen und weiteren Erinnerungsstätten in die Welteerbeliste der UNESCO aufgenommen worden.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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