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Herzogin Anna Amalia Bibliothek veranstaltet Kolloquium zu »Weimarer Aschebüchern«

Am Mittwoch, 7. November 2012, widmet sich ein Kolloquium in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek den Möglichkeiten der digitalen Sicherung und Identifizierung von stark beschädigtem Schriftgut.

Nach der Brandkatastrophe der Herzogin Anna Amalia Bibliothek im September 2004 standen die Weimarer Buchrestauratoren vor großen Herausforderungen. Beim Brand wurden mehr als 50.000 Bände zerstört. 62.000 Bände konnten in der Brandnacht und den Tagen danach aus dem Rokokosaal beschädigt geborgen werden. Die Schäden gliedern sich auf in zwei Gruppen: 34.000 Bände haben Wasser- und Hitzeschäden an den Einbänden, 28.000 Bände weisen Brandschäden an den Papieren auf. Bei der letztgenannten Gruppe der sogenannten »Weimarer Aschebücher« entschied sich die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, nicht nur die Originalsubstanz durch restauratorische Maßnahmen umfassend zu erhalten, sondern zugleich die Chancen der Digitalisierung in der Bestandserhaltung zu nutzen. In einem von der VolkswagenStiftung geförderten Projekt werden circa 4.000 geschädigte Werke digital gesichert und so wieder verfügbar gemacht. Bei bisher nicht zugeordneten Fragmenten verhilft die Digitalisierung auch dazu, Hinweise zur Identifizierung und Ergänzung aus der Fachöffentlichkeit zu erhalten.

Zur Halbzeit des auf fünf Jahre angelegten Projekts zieht das Kolloquium eine Zwischenbilanz. Dabei werden die besonderen Anforderungen an die Bestandserhaltung nach Zerstörungen und die Möglichkeiten einer digitalen Präsentation und Ergänzung stark geschädigten Schriftguts thematisiert. In den beiden Panels »Aspekte der digitalen Sicherung« und »Neue Wege der Identifizierung und Rekonstruktion« werden Maßnahmen, Arbeitsabläufe und technische Konzepte erörtert. Die neuen Wege der virtuellen Rekonstruktion werden gemeinsam mit Vertretern des Historischen Archivs der Stadt Köln sowie des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes, Berlin, beleuchtet.

Programm und Abstracts der Beiträge sind in der Digitalen Bibliothek Thüringen abrufbar:
Zum Programm
Zu den Abstracts

Kolloquium und Restaurierungsprojekt werden von der VolkswagenStiftung gefördert. Bereits seit 2008 fördert die VolkswagenStiftung darüber hinaus ein Projekt der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zur Mengenrestaurierung der beim Brand geschädigten Ledereinbände.

Veranstaltungsdaten
Bestandserhaltung digital –
Sicherung und Identifizierung stark geschädigten Schriftguts
Mittwoch, 7. November 2012, 10 bis 17 Uhr
Herzogin Anna Amalia Bibliothek | Studienzentrum
Platz der Demokratie 1 | 99423 Weimar

Hinweise zur Teilnahme
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Pressevertreter sind zu allen Programmpunkten willkommen. Da die räumlichen Kapazitäten im Studienzentrum der Bibliothek begrenzt sind, bitten wir um Anmeldung:
Dr. Kirsten Krumeich, Tel.: 03643-545-815,
E-Mail: kirsten.krumeich@klassik-stiftung.de

Kontakt
Dr. Kirsten Krumeich
Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bestandserhaltungsmanagement
Klassik Stiftung Weimar
Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Platz der Demokratie 1, D-99423 Weimar | Postfach 2012, D-99401 Weimar Telefon +49-(0)3643-545-815
Telefax +49-(0)3643-545-523
kirsten.krumeich@klassik-stiftung.de

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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