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Hochzeitsreisekutsche kehrt nach Weimar zurück / »Zimmergarten« zum Geburtstag

Die Hochzeitsreisekutsche der Zarentochter Maria Pawlowna (1786 – 1859) geht Mitte März wieder auf die Reise nach Weimar. Als erstes Exponat
einer repräsentativen Schau, mit der die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen vom 20. Juni bis 26. September an die russischen Großfürstin und Begründerin von Weimars »Silbernen Zeitalter« erinnert, wird die Kutsche ihren Platz im Gentzschen Treppenhaus des Schloßmuseums einnehmen.
Vor 200 Jahren brachte der in St. Petersburg gefertigte Wagen die jungvermählte Prinzessin an der Seite des Erbprinzen Carl Friedrich nach Weimar. Für die etwa einen Monat dauernde Reise war das solide Gefährt vor allem praktisch ausgestattet worden. Der dunkelgrün gestrichene Wagenkasten bietet im Innern den Komfort einer Toilette sowie jede Menge Stauraum. Die grün gepolsterten Sitzbänke sind zum Teil aufklappbar, größere Gepäckstücke können auf dem Wagendach oder unter dem ledergepolsterten Kutschersitz untergebracht werden. Eine mit Leder bezogene Fläche mit Seitenwänden über der Hinterachse steht bei Bedarf für zusätzliche Koffer zur Verfügung. Für Schmuck, Geld und Dokumente gibt es einen sogenannten »Keller« unter dem Wagenkasten, der nur von innen zu öffnen ist. Vor unerwünschtem Zugriff geschützt ist auch eine »Trommel« an der Wagenrückwand. Beim Ein- und Aussteigen über ausklappbare Trittstufen öffnet sich ein Lederschutz über dem Hinterrad, um die Gewänder der Reisenden vor Schmutz zu schützen.
Die Hochzeitsreisekutsche Maria Pawlownas gehört zur Sammlung historischer Wagen der Stiftung aus der Zeit von 1760 bis 1890, die sich derzeit in einem Außendepot in Bad Sulza befinden. Bis zum Ausstellungsbeginn im Juni wird der Wagen am neuen Standort umfassend restauriert.


»Zimmergarten« zum Geburtstag
Zum Geburtstag der Zarentochter am 16. Februar wird die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen offiziell den Auftakt für ihre Veranstaltungen im Maria-Pawlowna-Jahr geben. Am 2. März beginnt begleitend zu den Vorbereitungen für die Ausstellung »... Ihre Kaiserliche Hoheit. Maria Pawlowna – Zarentochter am Weimarer Hof« eine Gesprächsreihe, die Forschungsergebnisse, Restaurierungsprojekte sowie ausgewählte Exponate vorstellt. Eines der Exponate, die mehr als 100 Jahre nicht mehr öffentlich gezeigt wurden, ist ein 100 mal 70 Zentimeter großer »Zimmergarten« aus dem Besitz Maria Pawlownas. Zur Feier am 16. Februar wird der originale Blumentisch, ähnlich wie er zu Lebzeiten der Großfürstin zu ihrem Geburtstag traditionell den Raum schmückte, zu sehen sein. Der schlichte, um 1820 gefertigte Mahagonitisch enthält eine mit Erde gefüllte, wasserdichte Wanne, die nach altem Vorbild mit Hyazinthen, Tulpen, Amaryllis und anderen Frühblühern bepflanzt wird.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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