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Informationen zum aktuellen Sanierungsstand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

 

Die Sanierungsarbeiten im Stammgebäude der Herzogin Anna Amalia Bibliothek schreiten planmäßig für die Wiedereröffnung am 24. Oktober 2007 voran. Walther Grunwald als planender und bauüberwachender Architekt informierte heute über den aktuellen Stand der Arbeiten.

Im Mansardgeschoss, das durch den Brand zerstört wurde, nimmt der zukünftige Sonderlesesaal jetzt Konturen an. Es werden vier Forscher- und sechs Leseplätze zur Verfügung stehen, an denen die wertvollsten Inkunabeln, Bücher, Landkarten und Globen studiert werden können. Die Trocknung des Gebäudemauerwerks ist abgeschlossen. Die Technikzentrale unter dem Dach des Grünen Schlosses hat jetzt die Temperatur- und Feuchtigkeitssteuerung für die Belüftung des Rokokosaales aufgenommen. Im Rokokosaal sind die holzrestauratorischen Arbeiten innerhalb des letzten Jahres gut vorangekommen. Ein Musterbereich zeigt bereits die endgültige Farbfassung.

Die Fassadenputzarbeiten der beiden Obergeschosse konnten rechtzeitig vor Beginn des winterlichen Nachtfrostes abgeschlossen werden. Noch vor Weihnachten wird das neue Gesicht der Bibliothek erkennbar werden. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Befunduntersuchungen werden die Fassadenfarben wieder so hergestellt, wie sie der bedeutende Weimarer Architekt Clemens Wenzeslaus Coudray 1849 ausführen ließ, nachdem er für ein feuersicheres Treppenhaus das Bibliotheksgebäude nach Norden hin um zwei Fensterachsen erweitert hatte. Die Putzflächen bekommen ein rötliches Ocker, die Lisenen mit ihrem Rocaillenschmuck sowie die Fenster- und Türgewände werden ein helles Neapelgelb bekommen. Mit dieser Farbgestaltung fügt sich die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in das städtebauliche Ensemble mit dem Fürstenhaus, dem Studienzentrum und dem Stadtschloß.

Hintergrund-Informationen zur Sanierung
Bereits einige Jahre vor dem Brand vom 2. September 2004 war die Sanierung des historischen Stammgebäudes der Herzogin Anna Amalia Bibliothek beschlossen worden. Unzureichende konservatorische Bedingungen, die von Feuchtigkeit in den Mauern bis zu fehlender moderner Sicherheitstechnik reichten, hatten den wertvollen Buchbestand gefährdet und nur noch eine eingeschränkte Nutzung möglich gemacht. Im Frühjahr 2004 waren die Planungsteams gebildet worden, die die Vorplanung aufgenommen haben. Die Kosten der Sanierung wurden auf ca. 8,4 Mio. € geschätzt.


Der Brand hat dem Gebäude weitere gravierende Schäden hinzugefügt. Vor allem sind die beiden Mansardgeschosse einschließlich der zweiten Galerie des Rokokosaals vollständig zerstört und andere Teile des Hauses durch Löschwasser stark geschädigt worden. Die Mehrkosten für die Sanierung des Gebäudes auf Grund des Brandes belaufen sich auf ca. 3 Mio. €.
Die Finanzierung übernehmen der Bund und der Freistaat Thüringen zu je gleichen Teilen sowie die Allianz Kulturstiftung mit einem Betrag von 1,38 Mio. €. Das Richtfest wurde am 24. Oktober 2005 gefeiert.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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