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Kamelien zur Wiedereröffnung - Erste Etappe bei der Sanierung der Orangerie Belvedere abgeschlossen

Mit einer Schau von 300 blühenden Kamelien öffnet die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen ab 1. März das Lange Haus der Orangerie Belvedere nach mehrjähriger Sanierung wieder für Besucher. Der sich unmittelbar an den Roten Turm anschließende Bau aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist das erste Teilstück der denkmalgeschützten Orangerieanlage, in dem die dringend notwendigen Rekonstruktionsarbeiten abgeschlossen werden konnten. Aufwendig wiederhergestellt wurden das Dach und die Fassade mit der für Orangeriebauten typischen Schuppenverglasung. Im Innern entstanden nach restauratorischen Befunden sowie Beschreibungen und Plänen des Hofgärtners Armin Sckell aus dem Jahr 1866 die mit Natursteinen gemauerten Terrassen und geschwungenen Wege wieder neu, die daran erinnern, daß das Lange Haus einst ein Schauhaus war. Wieder vollständig intakt ist außerdem die aus dem 19. Jahrhundert stammende, holzbefeuerte Kanalheizung, die als eine der wenigen noch erhaltenen Anlagen dieser Art die Orangerie im Winter mit konstanter Wärme versorgt. Insgesamt rund 1,5 Millionen Euro Fördermittel des Bundes und des Landes sowie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt wurden seit 1999 für die Instandsetzung des Langen Hauses eingesetzt. Auch bei der weiteren Sanierung der Orangerie, für die noch einmal rund 4 Millionen Euro gebraucht werden, wird die Stiftung auf die Hilfe Dritter angewiesen sein. Im Frühjahr beginnen die Arbeiten am Nordflügel, für die der Bund und die Bundesstiftung Umwelt in diesem Jahr noch einmal rund 400 000 Euro zur Verfügung stellen. Die Finanzierung für die Fortsetzung dieser Arbeiten in den Folgejahren ist bislang noch völlig offen.
Die Weimarer Orangerie wurde zwischen 1739 und 1753 erbaut. Sie erlebte ihre Blütezeit unter Großherzog Carl August, der zusammen mit Goethe hier botanische Studien betrieb. Der Pflanzenbestand wurde damals durch viele exotische Exemplare bereichert, so daß es um 1820 in Belvedere einen der »reichsten Gärten des festen Landes« gegeben haben soll. Der zu jener Zeit von dem Jenaer Botaniker August Wilhelm Dennstedt herausgegebene »Hortus Belvedereanus« verzeichnete rund 7900 Pflanzenarten, auf die auch der heutige Pflanzenbestand zurückgeht. Ins Lange Haus sind nach der Sanierung wieder Pflanzen eingezogen, die ursprünglich aus Australien, Neuseeland, Afrika und dem Mittelmeerraum kommen. Die 300 blühenden Kamelien, die für die Sonderschau aus ganz Deutschland zusammengetragen wurden, stammen aus Südostasien. Für die Orangerie wurden sie schon um 1809 mit zehn verschiedenen Varietäten erwähnt. Herzog Carl August und Goethe fanden die schwer zu kultivierenden Exoten so bemerkenswert, daß sie Briefe darüber wechselten.
Die Kamelien-Ausstellung im Langen Haus wird am 28. Februar, 15.15 Uhr, eröffnet. Sie ist bis 23. März täglich außer montags bei freiem Eintritt zu besichtigen. Bis die Pflanzen im Mai nach draußen umziehen, bleibt das Lange Haus auch danach als Schauhaus für Besucher offen.
Bitte beachten: Das Lange Haus der Orangerie wird am 27. Februar, 10 Uhr, durch Stiftungspräsident Hellmut Seemann, offiziell wiedereröffnet.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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