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Klassik Stiftung Weimar zeigt bis zum 16. Mai 2010 venetische Meisterzeichnungen im Goethe-Nationalmuseum

Die Graphischen Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar umfassen einen bedeutenden Bestand an venetischen Zeichnungen des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Kunst Venedigs faszinierte ganz Europa. Viele Künstler der Lagunenstadt verbrachten als gefeierte Maler und Zeichner wichtige Schaffensjahre in anderen europäischen Metropolen. Insbesondere das 18. Jahrhundert, an dessen Ende Venedig seine staatliche Eigenständigkeit verlor, brachte eine Kunst von unglaublichem Zauber hervor.

Die Ausstellung zeigt Werke bedeutender Meister dieser Zeit wie Jacopo Amigoni, Nicolo Bambini, Bernardo Bellotto genannt Canaletto, Giovanni Antonio Canal genannt Canaletto, Antonio Molinari, Pietro Antonio Novelli, Giovanni Battista Piazzetta, Francesco Zuccarelli und Antonio Zucchi. Herzstück der Schau sind Zeichnungen der Tiepolo-Familie und Tiepolo-Schule, insbesondere von Giovanni Battista Tiepolo, Giovanni Domenico Tiepolo und Lorenzo Tiepolo. Die Kunst des venetischen Festlandes, der Terra Ferma, ist mit Bildern von Marco Marcola repräsentiert. Ein weiterer Höhepunkt sind die zartfarbigen und raffiniert komponierten Arbeiten von Antonio Maria Zanetti, der im 18. Jahrhundert die Kunst des Chiaroscuro-Farbholzschnittes in Venedig neu begründete.

 

Die umfassenden Bestände an venetischen Zeichnungen in den Graphischen Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar haben ihren Ursprung in der Zeit um 1800. Bereits Goethe hatte sowohl für seine als auch für die herzogliche Sammlung Werke aus Venetien erworben. In seiner Italienischen Reise würdigt er ausführlich die »Biberrepublik«, die er am 28. September 1786 erstmals erreichte – zu einer Zeit, als noch einige der hier ausgestellten Künstler tätig waren. Friedrich Schiller hat in seiner Erzählung »Der Geisterseher« (1789) eine der spannendsten Darstellungen von Venedig gegeben, ohne die Stadt jemals gesehen zu haben. Venedig war im Weimar der Goethezeit somit umfangreich präsent. Die Erwerbungen Goethes wurden in den Graphischen Sammlungen bis ins 20. Jahrhundert hinein stets mit großer Kennerschaft ergänzt.

 

Eine exklusive Auswahl von rund 50 Arbeiten war bereits vom 13. März bis 26. April 2009 in Mailand im Castello Sforzesco zu sehen. Anlässlich der Ausstellung »Der Sammler Goethe und die venetischen Zeichnungen des 18. Jahrhunderts. Meisterwerke aus den Weimarer Sammlungen« (Goethe collezionista e il disegno veneto del Settecento. Capolavori dalle raccolte di Weimar«) entstand ein gleichnamiger, zweisprachiger Katalog, der im Officina Libraria Verlag erschienen ist.

 

Katalog
Der Sammler Goethe und die Venetischen Zeichnungen des 18. Jahrhunderts. Meisterwerke aus den Weimarer Sammlungen
Officina Libraria Verlag, Milano 2009
136 Seiten, ital./dt., 18 Euro

Die Ausstellung ist der großzügigen Zuwendung der Jost-Reinhold-Stiftung zu verdanken.

Ausstellungsdaten
Im Licht der Lagune
Venetische Meisterzeichnungen in Weimar
26. Februar bis 16. Mai 2010
Goethe-Nationalmuseum | Frauenplan 1 | 99423 Weimar

Februar bis März: Dienstag bis Sonntag, 9–16 Uhr
April bis Mai: Dienstag bis Freitag, 9–18 Uhr, Sa 9–19 Uhr, So 9–18 Uhr

 

Eintritt
Erw. 3 € / erm. 2,50 € / Schüler 1 €
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben freien Eintritt

 

Öffentliche Führungen
jeden Dienstag, 15 Uhr, im Eintritt inbegriffen

 

Finissage
9. Mai 2010, 16 Uhr

 

Ausstellungsbegleitender Film
Im Glanz der Lagune. Canaletto malt Venedig
jeden Samstag und Sonntag, je 10 und 14 Uhr, im Eintritt inbegriffen

Goethe-Nationalmuseum, Vortragssaal
Ein Film von Günther Bergmann, 44 Minuten
© Bayerisches Fernsehen 2000

 

Besucherinformation
Markt 10
Tel. 03643 | 545-400
Fax 03643 | 41 98 16
info@klassik-stiftung.de

svdmzweb01.klassik-stiftung.de/venetische-zeichnungen

Eine Übersicht über das verfügbare Bildmaterial finden Sie hier.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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