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Klassik Stiftung widmet Christoph Martin Wieland anlässlich seines 200. Todesjahres eine Ausstellung und eine interdisziplinäre Tagung

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Vom 16. August bis zum 15. November 2013 präsentiert die Klassik Stiftung Weimar die Ausstellung »Wieland – dem unsterblichen Sänger« im Mittelsaal des Goethe- und Schiller- Archivs. Basierend auf jüngsten Forschungsergebnissen beleuchtet sie des Dichters Grab, Tod und Erinnerung. Eine interdisziplinäre Tagung ist vom 25. bis 27. September 2013 dem ›politischen Wieland‹ gewidmet.

Neben der bislang unbekannten Entstehungsgeschichte des Grabmals in Oßmannstedt thematisiert die Ausstellung zugleich die verschiedenen Akteure und Formen der Trauer- und Erinnerungskultur um Wieland. Zu sehen sind teils noch nie gezeigte Handschriften und Zeichnungen, die ergänzt werden durch Druckgrafiken, Bücher und Medaillen. Darunter befinden sich die frühesten Entwürfe zum Grabmal, Skizzen zur Trauerfeier in der Freimaurerloge »Anna Amalia« oder die Darstellung von Wielands Aufbahrung im Haus der Familie Bertuch. Die ausgewählten Exponate veranschaulichen eindrucksvoll den von Schriftstellern, Künstlern und Verlegern weit über Weimar hinaus unternommenen Versuch, dem berühmten Dichter ein vielgestaltiges Denkmal im Gedächtnis der Nachwelt zu setzen. Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 15. August 2013, um 17 Uhr präsentiert der Kunsthistoriker Sascha Winter, Stipendiat der Klassik Stiftung, seine jüngsten Forschungsergebnisse. Er hat vielfach über die Garten-, Grab- und Memorialkultur um 1800 gearbeitet.

Am 20. Januar 1813 verstarb Christoph Martin Wieland im Alter von 79 Jahren in seinem Wohnhaus in Weimar. Seinem Wunsch entsprechend wurde er im Garten seines ehemaligen Landgutes in Oßmannstedt begraben. Hier ruhten bereits die junge Sophie Brentano, die 1800 während eines Besuches in Wielands »Osmantinum« unerwartet verstarb, sowie seine im Jahr darauf verstorbene Ehefrau Anna Dorothea. An ihrer Seite wollte auch Wieland, inmitten der Natur, seine letzte Ruhestätte finden, wenngleich ihm das Gut schon seit 1803 nicht mehr gehörte. Der ungewöhnliche Begräbnisplatz mit dem gemeinsamen, bereits zu Lebzeiten Wielands errichteten Grabmonument zählt zu den bemerkenswertesten und zugleich rätselhaftesten deutschen Dichtergräbern. Es ist kaum bekannt, welch wechselvolle und fast ein halbes Jahrhundert dauernde Entstehungsgeschichte sich hinter der idyllischen Grablege am Ufer der Ilm verbirgt, wer die Protagonisten der Trauer- und Erinnerungskultur um Wieland und wie vielfältig ihre Memorialformen und Gedächtnismedien waren. Der Weimarer Verleger, Kunstschriftsteller und Freimaurer Carl Bertuch tritt dabei als einer der zentralen Akteure um Wielands Erinnerung in Erscheinung. Zugleich rückt auch die katholische Familie Brentano aus Frankfurt am Main stärker in den Blick. Während Clemens Brentano seine Schwester gerne auf einen geweihten Kirchhof umgebettet hätte, ließ der Familienvorstand die Grabstätte stattdessen ankaufen und beauftragte für Sophie einen Grabstein. Das von Carl Bertuch für alle drei Gräber gemeinsam entworfene und vom Hofbildhauer Carl Gottlieb Weisser ausgeführte Monument entwickelte sich schnell zum medialen Referenzpunkt der kollektiven Verehrung und Erinnerung. Weitere Gestaltungsmaßnahmen, in die auch Goethe involviert war, zogen sich noch über Jahrzehnte hin.

Dem ›politischen Wieland‹ geht vom 25. bis 27. September 2013 eine vom Wieland-Forschungszentrum e.V. gemeinsam mit der Klassik Stiftung Weimar organisierte interdisziplinäre Tagung nach. Lebenslang war Wieland ein politischer Gestalter von Berufs wegen: Als Erzieher von Eliten, Inhaber von Positionen in Stadtverwaltung und Universität waren seine Tätigkeitsfelder typisch für einen neuzeitlichen Gelehrten. Fachleute aus Literatur- und Geschichtswissenschaft, Soziologie und Musikwissenschaft werden diese vielfältigen politischen Erfahrungen und praktischen Tätigkeiten Wielands sowie deren theoretische Reflexion in seinen Schriften untersuchen und diskutieren. Der ›politische Wieland‹ wird damit erstmals in seiner Bedeutung nicht nur für das 18. Jahrhundert, sondern auch für Fragen des politischen Selbstverständnisses der Gegenwart gewürdigt. Unter dem Titel »Wieland als Soziologe« wird Jan-Philipp Reemtsma am Mittwoch, 25. September 2013, um 18.30 Uhr einen Abendvortrag im Goethe-Nationalmuseum halten.

Ausstellungsdaten
Wieland – dem unsterblichen Sänger.
Des Dichters Grab, Tod und Erinnerung
16. August bis 15. November 2013
Goethe- und Schiller-Archiv | Mittelsaal
Hans-Wahl-Straße 4 | 99425 Weimar
Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa, So 11–17 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 15. August 2013, 17 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Tagungsdaten
Der politische Wieland.
Handlungs- und Deutungsspielräume eines Aufklärers
25. bis 27. September 2013
Goethe- und Schiller-Archiv | Petersen-Bibliothek
Hans-Wahl-Straße 4 | 99425 Weimar

Tagungsleitung: Dr. phil. habil. Jutta Heinz, Wieland-Forschungszentrum Oßmannstedt

Abendvortrag
»Wieland als Soziologe«
Vortrag von Jan-Philipp Reemtsma
Mittwoch, 25. September 2013, 18.30 Uhr
Goethe-Nationalmuseum | Festsaal
Frauenplan 1 | 99423 Weimar

Besucherinformation
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Markt 10 | 99423 Weimar
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