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»Leise Superlative« Klassik Stiftung Weimar eröffnet große Werkschau zu Alexander Olbricht und Marcus Behmer

Vom 13. Mai bis zum 29. August 2010 zeigt die Klassik Stiftung Weimar im Schiller-Museum graphische und bibliophile Arbeiten der befreundeten Künstler Alexander Olbricht (1876-1942) und Marcus Behmer (1879-1958). Zur Vernissage heute, 12. Mai 2010, 18 Uhr, sprechen Prof. Dr. Wolfgang Holler, Generaldirektor der Museen der Klassik Stiftung Weimar, und Dr. Hermann Mildenberger, Leiter der Graphischen Sammlungen und Kurator der Ausstellung. Es musizieren Schüler des Musikgymnasiums Schloss Belvedere.

»Leise Superlative. Alexander Olbricht & Marcus Behmer« ist die erste Ausstellung, die das Œuvre und die kunsthistorischen Bedeutung beider Künstler umfassend würdigt. Olbricht und Behmer gelten bei Kennern und Liebhabern der Graphik als Geheimtipp. Sammler bibliophiler Werke schätzen besonders die zur Gründungsphase des Insel-Verlags entstandenen eigenwilligen Schöpfungen. Weimar und Berlin waren Lebens- und Schaffenszentren der über 40 Jahre befreundeten Künstler. Die Ausstellung umfasst rund 140 Arbeiten auf Papier, davon 95 von Alexander Olbricht und 46 von Marcus Behmer. Hinzu kommen elf Plastiken von Richard Engelmann (1868-1966), der mit beiden Künstlern eng verbunden war, sowie 52 illustrierte Bücher.

Die Klassik Stiftung Weimar konnte in den vergangenen Jahren auch stets mit Hilfe des Vereins der Freunde und Förderer der Kunstsammlungen zu Weimar e.V. und des Landes Thüringen 150 Zeichnungen aus dem Familiennachlass von Alexander Olbricht erwerben. Höhepunkte sind der melancholische Landschaftszyklus »Erster Schnee« (1939) und die Serie »24 Zweige« von 1920, die nun seit langer Zeit wieder öffentlich präsentiert werden. Ergänzend konnte die Klassik Stiftung 81 bibliophile Werke von Marcus Behmer erwerben, die heute zum Bestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zählen.

Alexander Olbricht wurde 1876 in Breslau geboren und begann dort seine Ausbildung an der Kunstakademie. In Weimar setzte er 1899 sein Studium bei Theodor Hagen an der Großherzoglichen Kunstschule fort. Um 1902 lernte er Marcus Behmer kennen. In ihm fand Olbricht seinen wichtigsten künstlerischen Gesprächspartner. Ab 1921 war er Professor in der Zeichenklasse an der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst in Weimar. Unter Vorwänden versetzte man ihn 1935 in den vorzeitigen Ruhestand. 1942 verstarb Alexander Olbricht, der bis zuletzt künstlerisch tätig war.

Marcus Behmer, geboren 1879 in Weimar, begann durch die Förderung des Schriftstellers und Publizisten Otto Julius Bierbaum graphisch zu arbeiten. 1901 zog er nach München und arbeitete dort als Zeichner und Radierer für den »Simplicissimus« und die »Münchner vereinigten Werkstätten«. Als Illustrator war er eng mit der Verlagsgeschichte von Insel, Paul Cassirer, Samuel Fischer, Ernst Rowohlt und der Cranach-Presse Harry Graf Kesslers verbunden. Behmer arbeitete für die Zeitschriften »Die Insel«, »Jugend« und »Ver Sacrum» und war mit Hermann Obrist und Thomas Th. Heine bekannt. Bei der Berliner Secession war er mit Illustrationen zu Oscar Wildes »Salome« vertreten. Behmers Jugendstilkunst der symbolistischen Welt ist von Franz von Stuck ebenso beeinflusst wie von Peter Behrens und Aubrey Beardsley. In der Zeit des Nationalsozialismus zeitweilig inhaftiert, blieb Behmer auch nach Kriegsende der Ästhetik des Jugendstils verpflichtet.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Katalog mit 140 Farbabbildungen und zahlreichen historischen Fotografien begleitet. Aufsätze von Viola Geyersbach, Maja Chotiwari, Hermann Mildenberger, Renate Müller-Krumbach, Frank Sellinat und Alf Rössner geben einen vertieften Überblick über Leben und Werk von Alexander Olbricht und Marcus Behmer.


Ausstellungsdaten
Leise Superlative. Alexander Olbricht & Marcus Behmer
13. Mai bis 29. August 2010
Vernissage: Mittwoch, 12. Mai 2010 | 18 Uhr
Dienstag bis Freitag: 9 bis 18 Uhr
Samstag: 9 bis 19 Uhr
Sonntag: 9 bis 18 Uhr
Schiller-Museum
Schillerstr. 12 | 99423 Weimar
Erw. 3,50 € / erm. 2,50 € / Schüler 1 €
Kombiticket mit Schillers Wohnhaus
Erw. 6,50 € / erm. 5 € / Schüler 3 €
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren haben freien Eintritt.

Katalogdaten
Leise Superlative. Alexander Olbricht & Marcus Behmer
Herausgegeben von Wolfgang Holler und Hermann Mildenberger
Mit einem Vorwort von Wolfgang Holler
1. Auflage 2010, Klassik Stiftung Weimar
192 Seiten, 140 Farbabbildungen
ISBN 978-3-7443-0147-3

Führungen
Öffentliche Führungen / Kuratorenführungen
Jeden Dienstag, 16 Uhr, im Eintritt inbegriffen
Jeden 1. Sonntag im Monat, 14 Uhr, im Eintritt inbegriffen

Informationen
Tourist-Information Weimar
Markt 10 | 99423 Weimar
Tel: 0 36 43 | 545-400
Fax: 0 36 43 | 419-816
E-Mail: info@klassik-stiftung.de

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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