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Neuer Band der Weimarer Arnim-Ausgabe schließt Editionslücke

Der neu erschienene Band der Weimarer Arnim-Ausgabe bietet erstmals eine angemessene Textgrundlage der »Schaubühne« Ludwig Achim von Arnims auf Basis der Erstausgabe sowie der Handschriften. Der bisher insgesamt achte erschienene Band der auf 40 Bände angelegten Historisch-kritischen Ausgabe bereitet die in der »Schaubühne« versammelten Texte im Kommentarteil insbesondere im Hinblick auf ihre komplexe Intertextualität auf.

Anlässlich der Vorstellung des neuen Bandes veranstaltet die Klassik Stiftung Weimar am Freitag, 16. September 2011, einen Workshop im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Die »Schaubühne« für den wissenschaftlichen Diskurs zugänglich zu machen – sowohl für die germanistische als auch für die historische und kulturwissenschaftliche Diskussion –, ist ein zentrales Anliegen dieser Ausgabe. Insofern ist der Workshop als ein erster Schritt hierzu zu verstehen. Gert Theile, Uwe Japp, Yvonne Pietsch, Claudia Nitschke und Steffen Dietzsch widmen sich im Workshop dem Themenkomplex »Ästhetische Transformationen – das romantische Drama zwischen Krieg und Restauration«.

Die »Schaubühne« ist ein kulturhistorisch entscheidendes Werk Ludwig Achim von Arnims. Die Veröffentlichung der zehn Stücke umfassenden »Schaubühne« im Jahr 1813 stellt den Höhepunkt von Arnims dramatischem Schaffen dar und ist zugleich ein Zeugnis für seine patriotischen Bemühungen zur Zeit der Befreiungskriege. Das Spektrum der Stücke reicht von der Adaption harmloser Schwänke aus dem 17. Jahrhundert, dem Experimentieren mit unterschiedlichen Genres wie etwa Puppen- oder Schattenspiel bis hin zu historischen Schauspielen mit deutlichem Zeitbezug. Trotz der umfangreichen Produktion von Dramen sind Arnims Stücke nicht annähernd adäquat veröffentlicht. Abgesehen von dem erneuten Abdruck in den durch Bettina von Arnim herausgegebenen »Sämmtlichen Werken« wurde die Dramensammlung nach 1900 beispielsweise nur in Teilabdrucken publiziert. Aufgrund dieser spärlichen Editionslage kann man also im Fall der »Schaubühne« von einer – sogar bei Literaturwissenschaftlern – nahezu vollständigen Unkenntnis des Werkes ausgehen.

Ludwig Achim von Arnim (1781–1831) wird in Berlin erzogen und besucht dort das Joachimsthalsche Gymnasium. 1798–1800 studiert er Rechtswissenschaft in Halle, 1800–1801 Mathematik in Göttingen. Freundschaft mit Clemens Brentano. 1801–1804 Bildungsreise über Süddeutschland und die Schweiz nach Paris, London, Wales und Schottland. 1805–1808 gemeinsam mit Brentano Herausgabe der Volksliederbearbeitung »Des Knaben Wunderhorn«. Befreundet u.a. mit den Brüdern Grimm, Görres, Savigny. Lebt 1806–1807 in Königsberg, 1809–1814 in Berlin. 1811 Ehe mit Bettina Brentano. Gründung der »Deutschen Tischgesellschaft«. 1813 Engagement im Berliner Landsturm während der Befreiungskriege, Veröffentlichung der »Schaubühne«, um von dem Erlös Kanonen zu kaufen, Redakteur des »Preußischen Correspondenten«. Im Frühjahr 1814 Umzug der Familie auf das Gut Wiepersdorf, südlich von Berlin. Dort führt Arnim – unterbrochen von längeren Berlin-Aufenthalten und wenigen größeren Reisen – eine Doppelexistenz als Gutsbesitzer und Schriftsteller.

Ludwig Achim von Arnim: Werke und Briefwechsel
Historisch-kritische Ausgabe
In Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar herausgegeben von Roswitha Burwick, Lothar Ehrlich, Heinz Härtl, Renate Moering, Ulfert Ricklefs und Christof Wingertszahn
Bd. 13
Schaubühne I
Hrsg. von Yvonne Pietsch. Berlin/New York: Walter de Gruyter 2010

Veranstaltungsdaten
»Ästhetische Transformationen – das romantische Drama zwischen Krieg und Restauration«
Workshop anlässlich der Buchvorstellung »Ludwig Achim von Arnim – Schaubühne I«
Freitag, 16. September 2011 | 13 bis 18 Uhr
Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Studienzentrum | Vodafone-Hörsaal
Platz der Demokratie 4
99423 Weimar

Der Eintritt ist frei.

 

Für weitere Informationen stehen Ihnen zur Verfügung:

Dr. Julia Glesner | Pressesprecherin
03643 | 545-104
0172 | 84 62 910

Timm Schulze | Pressereferent
03643 | 545-113
0172 | 79 99 959

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