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Neuer Band der Weimarer Arnim-Ausgabe: »Zeitung für Einsiedler« historisch-kritisch editiert

Flyer und Programm

Am Freitag, 27. Februar, stellt das Goethe- und Schiller-Archiv Band 6 der historisch-kritischen Ausgabe der Werke und Briefwechsel von Ludwig Achim von Arnim (1781–1831) vor. Der sechste Band der auf 40 Bände angelegten Ausgabe widmet sich der von Arnim herausgegebenen »Zeitung für Einsiedler«. Aus Anlass der Neuerscheinung lädt das Goethe- und Schiller-Archiv unter dem Titel »Ein romantisches Medienexperiment: Einfälle, Einflüsse, Synergien« zu einem Workshop nach Weimar ein. Dr. Claudia Bamberg, Marburg, Dr. Frauke Druckrey, Kelkheim, Dr. Bernhard, Fischer, Weimar, Prof. Dr. Uwe Meves, Oldenburg, Dr. Renate Moering, Wiesbaden, Prof. Dr. Heinz Rölleke, Wuppertal, Dr. Gert Theile, Weimar, und Prof. Dr. Christof Wingertszahn, Düsseldorf, verorten den Band im Gesamtkontext der Weimarer Arnim-Ausgabe und beleuchten ausgewählte Aspekte der »Zeitung für Einsiedler«.

Die »Zeitung für Einsiedler« zählt zu den originellsten Zeitschriften der deutschen Romantik. Angelegt als eine Art Anthologie verzichtete sie bewusst auf Tagesneuigkeiten und bot stattdessen wissenschaftliche Artikel und Übersetzungen, darunter Beiträge von Joseph Görres und der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, ebenso wie Quellentexte aus dem Mittelhochdeutschen, Frühneuhochdeutschen und Plattdeutschen, dem Altdänischen, Isländischen und Schottischen, dem Lateinischen, Altfranzösischen, Spanischen und Italienischen, aus dem Hebräischen, Neupersischen und Indischen. Zentral war für von Arnim daneben die Veröffentlichung zeitgenössischer Lyrik, u.a. von Bettine und Clemens Brentano. Obwohl von Arnim hoffte, »der blinde Streit zwischen den sogenannten Romantikern und sogenannten Classikern endet sich«, prägte später auch die Literaturfehde mit dem Homer-Übersetzer Johann Heinrich Voß und dem »Morgenblatt« den Charakter der »Zeitung für Einsiedler«, wovon berühmte Literatursatiren zeugen.

Der Anhang zum Textband versammelt von Arnims nur handschriftlich überlieferte Satiren für die »Zeitung für Einsiedler«. Der umfassende Kommentar erläutert nicht nur die Entstehung aller Texte, sondern dokumentiert auch teils unbekannte Quellen und Varianten. Er revidiert falsche Datierungen, etwa für Arnims Gedichte, weist sinnentstellende Druckfehler nach und untersucht auch die nonverbalen Aspekte der »Zeitung für Einsiedler«, wie die Bildquellen der Abbildungen.

Die historisch-kritische Ausgabe der Werke von Ludwig Achim von Arnim erscheint in Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar im Verlag De Gruyter. Ziel der Ausgabe ist es, das bisher nicht umfassend kritisch erschlossene poetische, diskursive und epistolarische Werk von Arnims, in seinem Lebens- und Zeitkontext und im Überlieferungsganzen zu präsentieren. Neben Band 6 erschienen bereits Band 1 Schriften der Schüler- und Studentenzeit, Band 2 Naturwissenschaftliche Schriften I, Band 10 Die Päpstin Johanna, Band 11 Texte der deutschen Tischgesellschaft, Band 13 Schaubühne I, Band 30 Briefwechsel I (1788–1801), Band 31 Briefwechsel II (1802–1804) und Band 32 Briefwechsel III (1805–1806).

Veranstaltungsdaten
Buchvorstellung: Ludwig Achim von Arnim – »Zeitung für Einsiedler«
und Workshop: »Ein romantisches Medienexperiment: Einfälle, Einflüsse, Synergien«
Freitag, 27. Februar 2015 | 14 bis 18 Uhr
Goethe- und Schiller-Archiv | Petersen-Bibliothek
Hans-Wahl-Straße 4 | 99425 Weimar

Mit Beiträgen von:
Dr. Claudia Bamberg, Marburg
Dr. Frauke Druckrey, Kelkheim
Dr. Bernhard Fischer, Weimar
Prof. Dr. Uwe Meves, Oldenburg
Dr. Renate Moering, Wiesbaden
Prof. Dr. Heinz Rölleke, Wuppertal
Dr. Gert Theile, Weimar
Prof. Dr. Christof Wingertszahn, Düsseldorf

Bibliographische Angaben
Ludwig Achim von Arnim: Werke und Briefwechsel. Historisch-kritische Ausgabe. In Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar. Herausgegeben von Roswitha Burwick, Lothar Ehrlich, Heinz Härtl, Renate Moering, Ulfert Ricklefs und Christof Wingertszahn

Bd. 6 Zeitung für Einsiedler. Fiktive Briefe für die Zeitung für Einsiedler. Herausgegeben von Renate Moering. Bd. 6/1: Text, Bd. 6/2: Kommentar.
Berlin/Boston, De Gruyter 2014

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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