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Neuerwerbung zum 275. Geburtstag – Goethe- und Schiller-Archiv nimmt Ausstellung zu Charlotte von Stein wieder auf

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Ab kommenden Montag, 25. September, nimmt das Goethe- und Schiller-Archiv seine Ausstellung anlässlich des 275. Geburtstags Charlottes von Stein wieder auf. In leicht veränderter Form geben bis 17. Dezember 2017 erneut Erinnerungsstücke, Werkmanuskripte, Bildnisse und Briefe einen Eindruck von der vielseitigen Persönlichkeit einer Frau, die als Schriftstellerin, Freundin und Mentorin nicht nur Goethes erstes Weimarer Jahrzehnt prägte. Eine Neuerwerbung ergänzt die Präsentation: Die Handschrift des Dramoletts »Rino«, die seit mehr als 100 Jahren als verschollen galt. Das Stück entstand im Frühsommer 1776 und ist Charlotte von Steins früheste literarische Arbeit. Der Titelheld ist nach dem Barden aus Ossians »Songs of Selma« benannt, die Goethe übersetzt und in »Die Leiden des jungen Werther« aufgenommen hatte. Als Personalsatire nimmt »Rino« vor allem die weiblichen Mitglieder der Weimarer Hofgesellschaft aufs Korn, darunter die Herzoginmutter Anna Amalia und die Autorin selbst, verschont aber auch den Freund Goethe nicht, der sich im Titelhelden unschwer erkennen konnte.

Mit einer ›Liebhaberaufführung‹ des »Rino« eröffnet die Ausstellung am Montag, 25. September, um 17 Uhr im Foyer des Goethe- und Schiller-Archivs. Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

Charlotte von Stein (1742–1827) war als Vertraute der herzoglichen Familie, Freundin Goethes, Wielands, Herders und des Ehepaars Schiller eine der zentralen Figuren des klassischen Weimar. Doch bis heute findet sie fast ausschließlich in Bezug auf Goethes Leben und Werk Beachtung, wobei die historische Person oft hinter literarischen Gestalten wie Iphigenie, Leonore oder Lida verschwindet. Briefe aus Charlotte von Steins umfangreicher Korrespondenz zeugen besonders von der innigen Verbindung zu Carl Ludwig von Knebel und zu ihrem Schützling Charlotte von Schiller. Darin finden sich, neben Reflexionen über Kunst, Literatur und Wissenschaft, immer wieder Lebensratschläge oder auch tröstende Worte. Als Charlotte von Schiller 1796 ihr zweites Kind erwartet, schreibt die mehr als zwanzig Jahre ältere Freundin: »Niemand kann besser Ihre Leiden fühlen als ich, denn mir war dieses Geschäfte auch auf eine schwere Art auferlegt«. Die Verbindung von Anteilnahme und Nüchternheit ist für das Wesen Charlotte von Steins besonders kennzeichnend.  

Zum zweiten Mal zeigt die Klassik Stiftung auch einen Band mit Briefen Goethes an die Freundin aus den Jahren 1779/80. Das für Charlotte von Stein verfasste Tagebuch seiner Reise nach Rom 1786 ist gleichfalls Teil der Schau. Die Lektüre half Charlotte, den Vertrauensbruch Goethes zu überwinden, der ihr die geplante Reise verheimlicht hatte. Später nutzte Goethe die Aufzeichnungen für seine »Italienische Reise«.

Charlotte von Stein als Schriftstellerin zeigt die Ausstellung sowohl mit der der neuerworbenen Handschrift des »Rino« als auch anhand Charlottes Tragödie »Dido« aus dem Jahr 1794. Schiller nannte das Stück »poetisch«, »weil es wirklich eine productive Kraft, nehmlich eine Macht beweißt, sein eigenes Empfinden zum Gegenstand eines heitern und ruhigen Spiels zu machen«. Seinem Wunsch, das Drama zu veröffentlichen, entsprach Charlotte von Stein nicht. In der ausgestellten Reinschrift von Schreiberhand finden sich noch Korrekturen der Verfasserin.

Veranstaltungsdaten

Ausstellungseröffnung »Charlotte von Stein. Schriftstellerin, Freundin und Mentorin« mit Theateraufführung
Am Montag, 25. September 2017 | 17 Uhr
Goethe- und Schiller-Archiv | Foyer
Jenaer Straße 1 | 99425 Weimar
Der Eintritt ist frei.

Ausstellungsdaten

»Charlotte von Stein. Schriftstellerin, Freundin und Mentorin«
Vom 25. September bis 17. Dezember 2017
Mo – Fr 10 – 18 Uhr | Sa – So sowie an Feiertagen 11 – 16 Uhr
Goethe- und Schiller-Archiv | Mittelsaal
Jenaer Straße 1 | 99425 Weimar
Der Eintritt ist frei.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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