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Neues Bauhaus-Museum: Klassik Stiftung Weimar lobt internationalen Architekturwettbewerb aus

Der Stiftungsrat der Klassik Stiftung Weimar hat im Rahmen seiner heutigen Beratungen die Auslobung eines Architekturwettbewerbs zur Errichtung des neuen Bauhaus-Museums beschlossen und damit ein Hauptprojekt des Masterplans »Kosmos Weimar« auf den Weg gebracht. Der offene internationale Wettbewerb, den die Klassik Stiftung gemeinsam mit der Stadt Weimar durchführt, besteht aus zwei Phasen: In der ersten Stufe geht es vor allem darum, das neue Bauhaus-Museum in der komplexen Umgebung der Weimarer Innenstadt städtebaulich sinnvoll zu verorten und eine packende Idee für seine architektonische Gestaltung zu gewinnen. Zwanzig bis dreißig Architekten, deren Vorschläge die Jury überzeugt haben, werden sodann in der zweiten Phase des Wettbewerbs gebeten, ihren Vorschlag auszuarbeiten und bis zur Realisierungsreife weiterzuentwickeln. Das aufwendige Verfahren dient dazu, eine architektonisch innovative, nachhaltige, energetisch optimierte und museologisch überzeugende Lösung für die Errichtung des Museum zu erhalten, die das große städtebauliche Potential des Standorts am Weimarhallenpark entwickelt.

Stiftungspräsident Hellmut Seemann erklärte zur Entscheidung des Stiftungsrats:

»Ich bin mir sicher, dass der Bauplatz zwischen Gauforum und Weimarhallenpark eine Herausforderung für die Architekten aus aller Welt darstellt. An der Nahtstelle zwischen dem alten Weimar und der Stadt des 20. Jahrhunderts wird es zu einem Showdown zwischen Moderne und Anti-Moderne aus dem Blickwinkel des beginnenden 21. Jahrhunderts kommen: eine spannende Konstellation!«

Die Wettbewerbsunterlagen können ab dem 09. August 2011 abgerufen werden. Die Auswahl der Finalisten erfolgt Ende November 2011. Die zweite Phase des Wettbewerbs beginnt Anfang Dezember 2011 und endet mit der Entscheidung des Preisgerichts am 15. März 2012. Das gesamte Verfahren ist anonym. Nach der Entscheidung des Preisgerichts werden alle Ergebnisse der zweiten Phase des Wettbewerbs im Rahmen einer Ausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Christoph Matschie, unterstreicht:

»Im Rahmen der musealen Gesamtkonzeption, die die Stiftung in der heutigen Stiftungsratssitzung vorgestellt hat, nimmt das neue Bauhaus-Museum eine herausragende Stellung ein. Weimar verfügt über die weltweit älteste Bauhaus-Sammlung – ein Pfund, mit dem wir wuchern wollen. Dass die einzigartigen Exponate mit dem neuen Bauhaus-Museum bald einen würdigen Rahmen bekommen, wird die Anziehungskraft Weimars für Besucher, Kunstliebhaber und Touristen weiter erhöhen.«

Ausgangspunkt und Alleinstellungsmerkmal des neuen Bauhaus-Museums sind die in Weimar existierenden historischen Sammlungen zur Vorgeschichte, Geschichte und Nachwirkung des Staatlichen Bauhauses, das 1919 in Weimar gegründet wurde. Die Bauhaus-Sammlung der Klassik Stiftung Weimar hat sich seit 1990 vervielfacht. Seitdem ist der Bestand über die Anfangszeit der wichtigsten und wirkmächtigsten Architektur- und Designschule des 20. Jahrhunderts von etwa 800 auf 10.000 Exponate angewachsen. Von zentraler Bedeutung war 2010 die Erwerbung der Sammlung Ludewig. Sie umfasst mehr als 1500 Objekte zum funktionalen Design von 1780 bis in die Gegenwart, darunter wichtige Bauhaus-Arbeiten.
In singulärer Weise wurde Weimar zweimal, am Ende des 18. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, zum Zentrum kultureller Erneuerung. Zweimal gingen von hier Impulse aus, die die deutsche, aber auch die europäische und – im 20. Jahrhundert – die globale Kultur nachhaltig prägten. Während die Weimarer Klassik seit Mitte des 19. Jahrhunderts an ihren wichtigsten Entstehungsorten in Weimar musealisiert wurde, wurde die Moderne im 20. Jahrhundert vor Ort in Weimar vorwiegend verachtet. Das neue Bauhaus-Museum hat in erster Linie die Aufgabe, diese Missachtung der frühen Moderne zu revidieren und – wo noch möglich – wiedergutzumachen. Es zeigt die künstlerischen und ästhetischen Positionen der Moderne und der Gegenwart in Weimar; es verbindet die Reflexion gegenwärtiger Fragen mit ihrer historischen Verankerung in der Klassik und in der klassischen Moderne. Ausgehend von den Wurzeln funktionaler Gestaltung in der Klassik und zentriert auf den reichen Fundus der Moderne, bietet das neue Bauhaus-Museum Raum zur Darstellung heutiger Entwicklungen. Es widmet sich disziplinübergreifend der bildenden Kunst, dem Design und der Architektur.
Sammlungstätigkeit, Forschung, museale Präsentation und lebendige Vermittlung sollen einander im neuen Bauhaus-Museum wechselseitig befördern. Dem pädagogischen Impetus des Bauhauses folgend, soll Bildung im Museum selbstverständlich gelebt werden.

Mit der Errichtung eines neuen Bauhaus-Museums wird ein wichtiger Teil des Masterplans »Kosmos Weimar« umgesetzt. Nur im Spannungsbogen zwischen dem Stadtschloss und den anderen musealen Einrichtungen der Stiftung einerseits und dem neuen Bauhaus-Museum andererseits kann der ganze »Kosmos Weimar« sichtbar werden. Der Stiftungsrat der Klassik Stiftung hat in seiner heutigen Sitzung dem musealen Gesamtkonzept der Stiftung zugestimmt, das dieses Zusammenwirken der verschiedenen musealen Einrichtungen neu ordnet.

Für das neue Bauhaus-Museum ist eine Nutzfläche von 3.716 m2 vorgesehen. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt rund 22 Millionen Euro, inkl. des städtischen Anteils am Architekturwettbewerb. Für die Bauwerkskosten stehen 14,5 Millionen Euro zur Verfügung. Dem Preisgericht gehören international ausgewiesene Experten an. Wettbewerbsbetreuung und Vorprüfung erfolgen durch Schubert Horst Architekten, Dresden.

Für weitere Informationen steht Ihnen Timm Schulze zur Verfügung (03643 | 545-113 und 0172 | 79 999 59).

? weitere Informationen zum neuen Bauhaus-Museum

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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