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»NS-Raubgut in der Klassik Stiftung Weimar« – Mobile Vitrine informiert über Provenienzforschung an der Klassik Stiftung Weimar | Eröffnungsvortrag findet am 25. November statt

Während und infolge des Nationalsozialismus ist es in Einrichtungen der heutigen Klassik Stiftung Weimar zu Erwerbungen von unrechtmäßig entzogenem Kulturgut gekommen. Die Stiftung geht der Identifizierung solcher Objekte und ihren Provenienzen systematisch nach und bemüht sich um faire und gerechte Lösungen. Ab Mittwoch, 25. November 2015, macht die eigens entwickelte Mobile Vitrine »NS-Raubgut in der Klassik Stiftung Weimar« Besucher der Klassik Stiftung auf diese Aktivitäten aufmerksam.

Während der kommenden zwei Jahre wird die Vitrine abwechselnd in den Foyers der sammlungsführenden Häuser der Stiftung zu sehen sein. Sie präsentiert exemplarisch jeweils ein Objekt, das als NS-Raubgut identifiziert wurde, beleuchtet die Verfolgungsschicksale der früheren Eigentümer und dokumentiert die Recherchen der Provenienzforscher.

Die Präsentationsreihe beginnt im Goethe- und Schiller-Archiv mit einem Brief, den Goethe im Jahr 1827 an Caroline von Wolzogen, Schillers Schwägerin, geschrieben hatte. Diesen sowie einen weiteren Goethe-Brief hatte die Geheime Staatspolizei im Jahr 1939 bei Josephine Lechner, einer in Wien lebenden Jüdin, beschlagnahmt. Über Berlin gelangten die Briefe nach Weimar zum Thüringischen Reichsstatthalter Fritz Sauckel, der sie an das Goethe- und Schiller-Archiv übergab. Nach intensiven Forschungen konnte die Klassik Stiftung beide Goethe-Briefe im November 2011 an die rechtmäßigen Erben zurückgeben.

Zu einem Eröffnungsvortrag am 25. November 2015 um 18 Uhr in der Petersen-Bibliothek des Goethe- und Schiller-Archivs lädt die Klassik Stiftung alle Interessierten herzlich ein. Provenienzforscher der Klassik Stiftung stellen die Vitrine vor und geben einen Einblick in ihre Arbeit. Seit 2009 verwirklicht die Klassik Stiftung Rechercheprojekte zu NS-Raubgut. 2011 ist diese Aufgabe auch in das Leitbild der Stiftung eingegangen. Alle Projekte werden durch eine ebenfalls seit 2009 in der Klassik Stiftung etablierte Arbeitsgruppe NS-Raubgut begleitet. Ihr zur Seite steht seit 2014 ein Fachbeirat.

Bis Ende Januar 2016 kann die Vitrine »NS-Raubgut in der Klassik Stiftung Weimar« montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr im Foyer des Goethe- und Schiller-Archivs besichtigt werden. Ab Februar 2016 ist sie im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu sehen. Über die Standorte der Vitrine und die jeweils präsentierten Fälle informiert regelmäßig der Blog der Klassik Stiftung.

Die Mobile Vitrine wurde gefördert durch den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. – AsKI aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Weitere Informationen zum Fall Josefine Lechner auf dem Blog der Klassik Stiftung

Veranstaltungsdaten
Mobile Vitrine »NS-Raubgut in der Klassik Stiftung Weimar«
Eröffnungsvortrag
Mittwoch, 25. November 2015 ? 18 Uhr
Goethe- und Schiller-Archiv ? Petersen-Bibliothek
Hans-Wahl-Str. 4 | 99425 Weimar
Der Eintritt ist frei.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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