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»NS-Raubgut in der Klassik Stiftung Weimar« – Mobile Vitrine zeigt den Fall Ernst Polaczek im Foyer des Goethe-Nationalmuseums

Ab Dienstag, 29. August, präsentiert die Mobile Vitrine der Klassik Stiftung im Foyer des Goethe-Nationalmuseums den Fall Ernst Polaczek.

Der 1870 in Reichenberg (heute Liberec/Tschechien) geborene Kunsthistoriker leitete von 1928 bis 1933 die Oberlausitzer Gedenkhalle und das dazugehörige Kaiser-Friedrich-Museum in Görlitz. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft in den vorzeitigen Ruhestand versetzt, verkaufte er Wertpapiere und Teile seiner privaten Kunstsammlung, um den Lebensunterhalt für sich und seine Frau verdienen und die sogenannte Reichsfluchtsteuer zahlen zu können. Unter anderem ging 1936 ein von Adele Schopenhauer gefertigtes »Rätselalphabeth in dreizehn Bildern auf zwei Kartons« für 40 Reichsmark an das damalige Goethe-Nationalmuseum. Zur geplanten Ausreise kam es jedoch nicht mehr, da Ernst Polaczeck bereits 1939 verstarb. Seine Witwe wurde im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau ermordet.

Da Ernst Polaczek das Kunstwerk von Adele Schopenhauer unter dem Druck der Verfolgung verkaufen musste, bewertet die Klassik Stiftung es als einen NS-verfolgungsbedingten Kulturgutverlust und sucht gegenwärtig nach den Erben des Ehepaars.

Weitere Informationen zum Fall Ernst Polaczek im Blog der Klassik Stiftung

Während und infolge des Nationalsozialismus ist es in Einrichtungen der heutigen Klassik Stiftung Weimar zu Erwerbungen von unrechtmäßig entzogenem Kulturgut gekommen. Die Stiftung geht der Identifizierung solcher Objekte und ihren Provenienzen systematisch nach und sucht gemeinsam mit den Geschädigten bzw. ihren Erben nach gerechten und fairen Lösungen. Die eigens entwickelte Mobile Vitrine »NS-Raubgut in der Klassik Stiftung Weimar« macht Besucher auf diese Aktivitäten aufmerksam. Die Vitrine präsentiert exemplarisch jeweils ein Objekt, das als NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut identifiziert wurde, beleuchtet die Verfolgungsschicksale der früheren Eigentümer und dokumentiert die Recherchen der Provenienzforscher.

Die Mobile Vitrine wurde gefördert durch den Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. – AsKI aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ausstellungsdaten

»Der Fall Ernst Polaczek«
Mobile Vitrine »NS-Raubgut in der Klassik Stiftung Weimar«
Von Dienstag, 29. August, bis Ende November 2017
Bis 29. Oktober | Di–So 9.30–18 Uhr
Ab 30. Oktober | Di–So 9.30–16 Uhr
Goethe-Nationalmuseum ? Foyer
Frauenplan 1 | 99423 Weimar
Der Eintritt ist frei.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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