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Restaurierungspläne für 40 000 Bücher

Die Restaurierung der bei der Brandkatastrophe im vergangenen September schwer beschädigten historischen Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek steht vom 2. bis 4. Juni im Zentrum einer internationalen Fachtagung in Leipzig. Experten u.a. aus Deutschland, Schweden, Dänemark und den Niederlanden werden sich vor allem mit Fragen einer Restaurierungs- und Konservierungsstrategie sowie den Möglichkeiten der Restaurierung von hitze-, wasser- und brandgeschädigten Materialien auseinandersetzen. Auch Probleme der Digitalisierung von verbranntem Schriftgut, der Einfluß von Löschmittelzusätzen sowie die Bekämpfung von Brandgerüchen sollen diskutiert werden. Die Ergebnisse der Tagung, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt wird, werden der erste Schritt auf dem Weg zu einer Restaurierungsstrategie für die Wiederherstellung der Weimarer Buchbestände sein.
Von den 62 000 Büchern, die in der Nacht vom 2. auf den 3. September 2004 aus der brennenden Herzogin Anna Amalia Bibliothek zum Teil schwer beschädigt gerettet wurden, sind nach derzeitigen Schätzungen maximal 40 000 restaurierbar. 33 000 Bände sind nach der Gefriertrocknung im Leipziger Zentrum für Bucherhaltung inzwischen nach Weimar zurückgekehrt. Für sie beginnt im Juli eine aufwendige Schadensanalyse, bei der für jeden einzelnen Band neben detaillierten Zustandsmerkmalen u.a. auch Provenienz, handschriftliche Eintragungen und Besitzvermerke erfaßt werden. Die Bücher mit leichten bis schweren Wasserschäden wurden für diese Analyse nach Einbandmaterialien wie Leder, Papier und Pergament vorsortiert.
Von den brandgeschädigten Büchern sind bisher nur ca. 800 wieder in Weimar, die jeweils einzeln, in Kartons aus säurefreiem Papier verpackt, gelagert werden müssen. Die noch in Leipzig verbliebenen, zum Teil sehr schwer durch Feuer beschädigten, Bände werden voraussichtlich erst Ende dieses Jahres nach Weimar zurückkehren.
Die exakte Schadensermittlung allein für die Bücher mit Wasserschäden wird ca. ein Jahr in Anspruch nehmen.
Für die Restaurierung und Wiederherstellung der Bestände der Herzogin Anna Amalia Bibliothek muß mit einem Zeitraum von etwa zwei Jahrzehnten und Kosten in Höhe von 67 Millionen Euro gerechnet werden. Die Spenden, die seit September vergangenen Jahres vorrangig für die Restaurierung der Bücher eingegangen, belaufen sich inzwischen auf rund vier Millionen Euro. 50 000 Dollar kamen Anfang Mai von der Getty-Foundation in Los Angeles.
Die Vodafone-Stiftung hat außerdem eine Summe von fünf Millionen Euro für die Buchrestaurierung zugesagt.
Weitere Informationen unter: www.tagung-haab.de

Bitte beachten: Ein Pressetermin anläßlich der internationalen Restauratoren–Tagung findet am 2. Juni, 13 Uhr, in der GaraGe, Karl-Heine-Straße 97, in Leipzig statt.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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