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Sarkophag Maria Pawlownas kehrt zurück


Nach umfassender Restaurierung kehrt der Sarkophag der Großherzogin Maria Pawlowna (1786 – 1859) zum Ende dieser Woche in die Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof in Weimar zurück. Für rund 10 000 Euro ist der schlichte Holzsarg im Museum für Ur- und Frühgeschichte behutsam instandgesetzt worden. Dabei wurden vor allem der zerschlissene rote Samtbezug erneuert, die Konstruktion des äußeren, aus Eiche gefertigten Sarges gefestigt und die bronzenen Beschläge restauriert. Der innere Zinksarg wies nur leichtere Schäden auf und mußte nicht geöffnet werden. Bei der Wiederaufstellung des Sarges in der Gruft wird eine Verschiebung um nur wenige Zentimeter auch eine alte Symbolik wieder sichtbar machen: Bei entsprechendem Stand der Sonne fällt im Juni um den Todestag der Großherzogin durch ein Fenster und die durchbrochene Bodenplatte der russisch-orthodoxen Kapelle ein farbiger Lichtstrahl auf den Sarkophag.

Ihrem Wunsch folgend war Maria Pawlowna, die russische Großfürstin und Zarentochter, die 1804 den Weimarer Großherzog Carl Friedrich gehei-ratet hatte, in der Fürstengruft auf russischer Erde gebettet worden. Die nach ihrem Tod erbaute russisch-orthodoxe Grabkapelle ist über einen Durchbruch direkt mit der Fürstengruft verbunden. Mit Maria Pawlownas Wirken in Weimar verbindet sich vor allem die Entwicklung der Stadt zu einem weithin austrahlenden Musikzentrum. Die russische Großfürstin zog Musiker wie Franz Liszt und Johann Nepomuk Hummel nach Weimar und förderte anspruchsvolle Vorhaben, darunter die Uraufführung von Richard Wagners »Lohengrin«. Auch als Bauherrin hinterließ die Fürstin Spuren. Am heutigen Goetheplatz steht das sogenannte »Lesemuseum«, das sie auf eigene Kosten als Domizil für die 1831 gegründete Lesegesellschaft errichten ließ.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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