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Schenkung Ilse Franke – Klassik Stiftung Weimar zeigt Arbeiten des Erfurter Künstlers Rudolf Franke (1925 – 2002) im Neuen Museum Weimar

Am 17. Mai 2010 wäre Rudolf Franke 85 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass schenkte seine Witwe Ilse Franke den Freunden und Förderern der Kunstsammlungen zu Weimar e.V. elf Farbgrafiken von Rudolf Franke aus dem von ihr betreuten Nachlass. Vom 28. Juli bis zum 29. August 2010 zeigt die Klassik Stiftung Weimar diese Meisterwerke des farbigen Linolschnitts im Neuen Museum. Bei den ausgestellten Blättern handelt es sich um Unikate, die Franke als Collagen sowie in verschiedenen Mal- und Zeichentechniken ausführte. Ergänzend zeigt die Klassik Stiftung Arbeiten der Erfurter Ateliergemeinschaft, die in Erfurt von 1963 bis 1974 insgesamt 45 Ausstellungen organisierte. Rudolf Franke war spiritus rector der Erfurter Ateliergemeinschaft. Zu sehen sind drei Mappenwerke, die Ilse Franke der Klassik Stiftung Weimar als Dauerleihgabe übergeben hat.

Rudolf Frankes Schaffen im Bereich des bildnerischen Hochdrucks begann schon während seiner Studienzeit in den späten 1940er Jahren und gewann neue Perspektiven mit der Aufnahme seiner Lehrtätigkeit am Pädagogischen Institut der Stadt Erfurt im Jahr 1960. Linoleum wurde für ihn zum bevorzugten Arbeitsmaterial, das er in virtuoser Weise zum mehrfarbigen Linolschnitt entwickelte. Die Landschaft war Frankes bevorzugtes Motiv. Besonders in den von ihm geschätzten Landschaften der Bergwelt der Niederen und Hohen Tatra, den Karpaten und Rhodopen sowie ab 1989 in den österreichischen Alpen erlebte er den vielfältigen Wechsel der Natur, der ihm nachhaltige Eindrücke für seine »Bildfindungen« vermittelte. Auch Fahrten in den Thüringer Wald, das Sauerland, Reisen an die See oder Aufenthalte in den Gärten von Freunden regten ihn zu Landschaftskompositionen an, die für ihn als »Seelenlandschaft« Träger persönlicher Empfindungen darstellten. In den natürlichen Strukturen der Landschaft fand Rudolf Franke die Formprägungen und Ordnungsgefüge seiner Ideenwelt, deren Dynamik er in seinen Werken nachspürte. Dabei war es ihm besonders wichtig, die Farbe als bestimmendes Element in seine grafischen Gestaltungen einzubeziehen. Großen Wert legte Rudolf Franke auf die zeichnerische Weiterbearbeitung seiner Drucke mittels Feder, Stift und Pinsel. Er bearbeitete die Blätter immer mehrfach, variiert, akzentuiert und mit aufgeklebten Papieren collagiert. »Meine Grafik soll ein Hymnus auf die Schönheit einer lebendigen, einer menschlich empfundenen Welt sein.« (Rudolf Franke, 1985)


Ausstellungsdaten
Schenkung Ilse Franke
Grafik von Rudolf Franke (1925 Erfurt – 2002 Erfurt)
28. Juli bis 29. August 2010
Neues Museum Weimar
Weimarplatz 5 | 99423 Weimar
Öffnungszeiten: Di bis So | 11 bis 18 Uhr
Eintritt: Erw. 5,50 € | erm. 3,50 € | Schüler: 1,50 €
Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren erhalten freien Eintritt.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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