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Schillers Totenmaske kehrt nach Weimar zurück – <br> In der Ausstellung »Götterpläne« und »Mäusegeschäfte« <br> wird sie ab 31. Oktober im Schiller-Museum gezeigt


Die bei dem Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek beschädigte Totenmaske Friedrich Schillers wird nach mehrmonatiger Restaurierung am Wochenende nach Weimar zurückkehren. In einer Berliner Werkstatt wurde die Plastik behutsam von den Schäden geheilt, die sie durch das Unglück am 2. September 2004 davontrug. Die Totenmaske ist das erste von rund 200 aus dem Rokokosaal der Bibliothek geretteten Kunstwerken, dessen Restaurierung abgeschlossen wurde. Im Rahmen der Marbacher Schiller-Jubiläumsausstellung »Götterpläne & Mäusegeschäfte« wird die Maske, die dem toten Dichter am 10. Mai 1805 durch den Bildhauer Ludwig Klauer abgenommen wurde, ab 31. Oktober im Weimarer Schiller-Museum zu sehen sein.
Die Schau zum 200. Todestag des Dichters erzählt von den »Götterplänen« und »Mäusegeschäften« im Leben Friedrich Schillers. Mit 230 Exponaten vom Taufbuch über Reiseandenken, Briefe und Manuskipte bis hin zum letzten Rezept des Hofmedikus Huschke für den kranken Dichter illustriert sie ein Dasein zwischen idealischen Welten und Alltagssorgen. Das Schreiben prägte Schillers Leben, davon leben konnte er allenfalls im letzten Lebensjahrzehnt.
»Bruder ... ich habe die Menschen gesehen, ihre Bienensorgen, und ihre Riesenprojekte - ihre Götterpläne und ihre Mäusegeschäfte...« Als 21jähriger legte Schiller diese Worte, die die Marbacher Schau in ihrem Titel aufgreift, seinem Helden Karl Moor in den Mund. Sein eigener Weg als einer der ersten Schriftsteller, die von den Einnahmen ihrer Werke zu leben versuchten, verläuft später in eben diesem Spannungsfeld.

In insgesamt acht Kapiteln, ausgehend vom Tod Friedrich Schillers 1805, versucht die Ausstellung diesen Weg anschaulich zu machen. Die Kuratoren Frank Druffner und Martin Schalhorn nähern sich unter Überschriften wie »Schiller schreibt«, »Schiller rechnet«, »Schiller reist«, »Schiller in Gesellschaft« oder »Schiller wird geehrt« den vielfältigen Facetten der Dichterpersönlichkeit: dem Schriftsteller und Herausgeber verschiedener Zeitschriftenprojekte, dem Familienvater und Freund, dem Hochschullehrer und aufstrebenden Theaterdichter, dem von der Nachwelt verehrten Autor. Gezeigt werden Handschriften und Manuskripte, frühe Druckerzeugnisse und Widmungsexemplare, Gemälde und Skulpturen, aber auch zahlreiche persönliche Stücke aus Schillers Besitz. Neben Ausstellungsstücken aus den Marbacher Sammlungen sind vor allem auch Exponate aus dem Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar sowie einzelne Leihgaben aus dem In- und Ausland zu sehen.
Die Ausstellung »Götterpläne & Mäusegeschäfte« zum Leben und Werk Friedrich Schillers ist bis zum 17. April 2006 in Weimar zu besichtigen. Die Weimarer Jubiläumsschau, die unter dem Titel »Die Wahrheit hält Gericht - Schillers Helden heute« am Beispiel von sieben Bühnenwerken nach der Aktualität der Schillerschen Dramenstoffe fragt, wird vom 12. November bis 5. Februar in Marbach gezeigt.

Die Marbacher Schau »Götterpläne & Mäusegeschäfte« im Weimarer Schiller-Museum wird am 30. Oktober, 15 Uhr, eröffnet. Sie ist täglich außer dienstags zu besichtigen. Jeweils montags, mittwochs und samstags um 14 Uhr werden Führungen angeboten. Außerdem finden jeden ersten Samstag im Monat um 14.30 Uhr Kinderführungen statt.
Ein reich illustrierter Katalog zur Ausstellung Götterpläne & Mäusegeschäfte. Schiller 1759 – 1805, herausgegeben von Frank Druffner und Martin Schalhorn, ist in der Reihe der Marbacher Kataloge erschienen. (278 Seiten, 20,- Euro /ISBN 3-937384-11-1)

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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