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Schloß Tiefurt nach umfangreicher Sanierung ab Pfingsten wieder offen – Sonderausstellung mit klassischen Parklandschaften

Mit einer Sonderausstellung zum 200. Todestag des Malers und Zeichners Georg Melchior Kraus ((1737-1806) öffnet Schloß Tiefurt bei Weimar zum Pfingstwochenende wieder seine Pforten für Besucher. Umfangreiche Sanierungsarbeiten an Dach und Fassade haben dem einstigen Sommersitz von Herzogin Anna Amalia das Gesicht seiner Glanzzeit wiedergegeben. Dazu gehören ein Anstrich in lichtem Gelb anstelle des gewohnten Grauweiß und ein Dach, dessen neue Ziegel nach historischem Vorbild zum Teil handgefertigt wurden. Saniert wurden auch Teile der Dachkonstruktion sowie Fenster und Türen. Originale Befunde an dem Gebäude, dessen letzte Außensanierung mehr als fünfzig Jahre zurücklag, dienten den Denkmalpflegern der Klassik Stiftung Weimar als Vorlage bei diesen Arbeiten. Für die dringend erforderlichen Baumaßnahmen wurden seit dem Frühjahr 2005 über 400.000 Euro eingesetzt. Weitere 170.000 Euro sind für die Sanierung an den Nebengebäuden, die noch bis zum Jahresende läuft, notwendig.

Schloß Tiefurt, das 1765 ursprünglich als Pächterhaus errichtet wurde, wurde zum Weimarer Musenhof, nachdem Anna Amalia 1781 ihren Sommersitz von Ettersburg hierher verlegte. Bis 1806 waren Schloß und Park der Ort für »Tafelrunden«, Aufführungen des Liebhabertheaters und ein Zentrum heiter geselligen Lebens. Goethe, Schiller, Herder und Wieland, aber auch bedeutende Besucher Weimars wie die Brüder Humboldt waren häufig hier zu Gast. Als ein literarisches Zeugnis dieser Zeit ist das nur handschriftlich verbreitete Tiefurter Journal mit Beiträgen der Weimarer Dichter überliefert.

Die Georg Melchior Kraus gewidmete Ausstellung, die vom 3. Juni bis 3. September im Tiefurter Schloß zu sehen ist, bietet einen Blick in die Weimarer, auch Tiefurter Parklandschaft zu ihrer klassischen Glanz-Zeit. Unter der Überschrift »Natur und Kunst« werden werden etwa 50 originale Zeichnungen des Künstlers präsentiert, darunter seine kolorierten Radierungen Aussichten und Parthien des Herzoglichen Parcks bey Weimar, die ab 1788 in sechs Heften erschienen und erstmals komplett gezeigt werden. Die insgesamt sechzehn Ansichten der Folge begleiten anschaulich über siebzehn Jahre das Werden und Wachsen des Parks an der Ilm. Zu sehen sind außerdem zahlreiche Impressionen und stimmungsvolle Details der Weimarer Parklandschaften um 1800: Das ehemalige Fischerhaus an der Schloßbrücke, das »Nadelöhr« und die Gotische Kapelle, das der Schauspielerin Corona Schröter gewidmete Denkmal Amor als Nachtigallenfütterer und eine Aufführung von Goethes Fischerin in Tiefurt.

Georg Melchior Kraus, der 1776 in Weimar die Leitung der Freien Zeichenschule übernahm, beschrieb seine Umgebung episodenhaft mit Pinsel und Radiernadel. Seine idyllisch-romantisch wirkenden Darstellungen prägten entscheidend die bildhaften Vorstellungen vom klassischen Weimar und seiner Persönlichkeiten. Zu den bekanntesten Bildern des Malers gehört das Porträt des jungen Goethe mit der Silhouette und Wieland im Kreis seiner Familie. Ab 1786 gab Kraus gemeinsam mit Friedrich Justin Bertuch das Journal des Luxus und der Moden heraus, für das er zahlreiche Illustrationen schuf.

 

Die Ausstellung »Natur und Kunst. Georg Melchior Kraus und die Weimarer Landschaftsgärten um 1800« wird am 2. Juni um 17 Uhr eröffnet. Sie ist bis zum 3. September täglich außer dienstags von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen.

 

 

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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