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Sondersammlungen im 21. Jahrhundert

Mittelalterliche Handschriften, Inkunabeln, aber auch Globen, Landkarten und andere Spezifika gehören zu den wertvollsten Schätzen in Bibliotheken. In Sondersammlungen führten sie dennoch oft lange Zeit ein Schattendasein. Wie sich die Rolle dieser Sammlungen im 21. Jahrhundert grundlegend gewandelt hat, ist vom 22. bis 25. November Gegenstand einer internationalen Fachtagung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Experten u.a. aus Deutschland, Großbritannien und den USA werden über die Bedeutung der Sondersammlungen für Forscher, aber auch für ein breiteres Publikum, über Fragen der Erschließung und Erhaltung sowie der Verfügbarkeit im Internet diskutieren. Vorgestellt werden auch die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema, die der Versuch einer ersten Bestandsaufnahme ist. Beteiligt haben sich 37 deutsche Bibliotheken, darunter die großen Staats- und Universitätsbibliotheken in Hamburg, Berlin, Dresden und München sowie die Forschungsbibliotheken in Wolfenbüttel, Gotha und Weimar.

Die viertägige Fachtagung, die die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Zusammenarbeit mit der Initiative Fortbildung für wissenschaftliche Spezialbibliotheken und der Universitätsbibliothek der Radboud Universiteit Nijmegen veranstaltet, wird vor allem zu den Fragen des praktischen Umgangs mit Sondersammlungen neue Lösungen aus den USA und Großbritannien vorstellen und einer zukünftigen internationalen Kooperation den Weg ebnen. Bisher haben sich mehr als 70 Teilnehmer, u.a. aus Norwegen, den Niederlanden, der Schweiz und Großbritannien angemeldet. Am 22. November, 19 Uhr, wird zu einem öffentlichen Vortrag »Über das Sammeln« von Prof. Jochen Brüning (Humboldt-Universität, Berlin) ins Studienzentrum der Bibliothek eingeladen.
Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek besitzt mehr als 40 wertvolle Sondersammlungen, die in den vergangenen Jahren zunehmend ins Blickfeld der Forschung rückten. Dazu gehören mittelalterliche Handschriften mit Kostbarkeiten wie einem karolingischem Evangeliar aus der Zeit um 900, Inkunabeln, Bibeln, Folianten, historische Globen , Atlanten und Landkarten sowie die Privatbibliotheken von Goethe, Schiller und Nietzsche. Die mit 14 000 Titeln weltweit größte Faust-Sammlung wird mit Unterstützung der EMC Corporation gerade digialisiert und archiviert. Erste Teile sollen ab 2007 im Internet zur Verfügung stehen.


Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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