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Stiftungsrat der Klassik Stiftung Weimar beriet Planungsstand zum neuen Bauhaus-Museum – Kolleg Friedrich Nietzsche erhält neues Konzept

Der Stiftungsrat der Klassik Stiftung Weimar hat sich in seiner heutigen Sitzung unter dem Vorsitz von Christoph Matschie, Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie Stiftungsratsvorsitzender, ausführlich über den Stand der Planungen zum neuen Bauhaus-Museum unterrichten lassen. Er begrüßt, dass die Stadt Weimar mit dem in der Umsetzung begriffenen Bebauungsplan Rechtssicherheit schaffen wird. »Ich freue mich sehr, dass die Realisierung des Bauhaus-Museums nun auf einem guten Weg ist und danke den Partnern von Land und Bund für die hervorragende Kooperation«, so Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf. Minister Matschie betonte: »Ich gehe davon aus, dass die Stadt Weimar und die Klassik Stiftung beim weiteren Verfahren eng kooperieren, damit zügig gebaut werden kann. Ich bin sicher: Das neue Bauhaus-Museum wird zu einem ganz besonderen Anziehungspunkt Weimars werden.«

Von der Kooperation zwischen den Bauhaus-Institutionen in Weimar, Dessau und Berlin ließ der Stiftungsrat sich ebenfalls berichten. Dabei ging es auch um die gemeinsame Strategie des kürzlich gegründeten Bauhaus-Verbundes, der das Jubiläumsjahr 2019 vorbereitet. An diesem Verbund sind neben den Ländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Berlin auch Baden-Württemberg und Niedersachsen beteiligt. »Das 100jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses ist ein Anlass, ›Bauhaus‹ neu zu denken und dabei über Weimar, Dessau und Berlin hinaus, die klassische Moderne in Deutschland und ihre internationale Bedeutung zu erkennen«, unterstrich Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar.

Aufgrund der Entscheidung im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages in der vergangenen Woche konnte die Klassik Stiftung Weimar dem Stiftungsrat einen überarbeiteten Wirtschaftsplan vorlegen. Der institutionelle Haushalt der Stiftung ist – vorbehaltlich der Beschlüsse im Thüringer Landtag und im Deutschen Bundestag – durch die gegenüber 2012 um 1,5 Millionen Euro erhöhten Zuwendungen auskömmlich. »Thüringen stockt wie der Bund seine Zuwendungen um 750.000 Euro jährlich auf. Wir zeigen damit: Der Freistaat steht zu seiner Verantwortung für die Klassik Stiftung Weimar und die Pflege des klassischen Erbes. Das ist einer der Grundpfeiler unserer Kulturpolitik«, hob Minister Christoph Matschie hervor. Die Klassik Stiftung Weimar ist ihren Zuwendungsgebern und allen, die die dringend benötigte Erhöhung der Haushaltsmittel ermöglicht haben, außerordentlich dankbar. Die Stiftung kann nun die Verwirklichung ihres bereits im Juni 2012 beschlossenen Gesamtkonzeptes »Kosmos Weimar« und des neu aufgelegten Masterplans zügig vorantreiben.

Der heute vom Stiftungsrat zur Kenntnis genommene Masterplan dient als Leitplanung für die weitere bauliche Entwicklung der Stiftungsliegenschaften bis 2020. Als Fachkonzept beschreibt er die baulichen Maßnahmen, die für die Erhaltung und Ertüchtigung der historischen Liegenschaften einerseits sowie für die Entwicklung einer modernen Infrastruktur andererseits erforderlich sind. Der im einzigartigen baulichen Kulturerbe der Klassik Stiftung erhaltene kulturelle Überlieferungszusammenhang muss dabei in erster Linie in Bestand und Wertigkeit erhalten werden. Dafür bedarf es geeigneter Nutzungskonzepte. Das neue Bauhaus-Museum, das Stadtschloss und Goethes Wohnhaus sind die Eckpunkte in Planung und Umsetzung. Das Gesamtkonzept richtet den Auftrag der Klassik Stiftung strategisch an den Aufgabenfeldern Kultur, Wissenschaft und Bildung aus. Es wird konkretisiert durch detaillierte Fachkonzepte für zentrale Arbeitsbereiche, die die Stiftung auf Grundlage der konzeptionellen Vorgaben des Gesamtkonzeptes kontinuierlich fortschreibt und aktualisiert.

Mit großer Zustimmung hat der Stiftungsrat den Bericht über die Provenienzforschung im Sinne der Washingtoner Erklärung hinsichtlich der Zugänge in den Jahren 1933–1945 entgegen genommen. Er begrüßt ausdrücklich, dass die Stiftung ein entsprechendes Arbeitsprogramm für die kommenden fünf Jahre erstellt hat.

Der Leiter des Kollegs Friedrich Nietzsche, Dr. Rüdiger Schmidt-Grépály, stellte dem Stiftungsrat das Konzept des Kollegs für die Zeit von 2013 bis 2015 vor, das dieser zustimmend zur Kenntnis nahm. Weimar hat die Wirkungsgeschichte Friedrich Nietzsches im 20. Jahrhundert maßgeblich geprägt. Das 1999 gegründete Kolleg Friedrich Nietzsche ist zum Ort eines philosophisch fundierten Diskurses geworden und übt eine starke Anziehungskraft auf Philosophen und Wissenschaftler aus. Unter anderem waren in den vergangenen Jahren Gianni Vattimo, Jean Baudrillard, Ernst Tugenthat, Peter Sloterdijk und Slavoj Žižek in Weimar zu Gast. Künftig wird das Kolleg Friedrich Nietzsche direkt dem Stiftungspräsidenten unterstellt. Drei Formate sollen das Profil des Kollegs schärfen: Im Rahmen des »Distinguished Fellowship« wird eine herausragende Persönlichkeit für eine zukünftig im Jahresrhythmus stattfindende Nietzsche-Rede nach Weimar eingeladen. Adressaten sind Philosophen und Wissenschaftler von internationaler Ausstrahlung. Das »Forum Junger Nietzsche-Forschung« zielt darauf ab, Weimar und das Kolleg durch ein Mentoren- und Tagungsprogramm als Ort der Nietzsche-Forschung insbesondere für Nachwuchswissenschaftler zu profilieren. Das Format »Kolleg in der Polis« dient dem Diskurs über wichtige Fragen unserer Zeit. Unterstützt durch einen Programmbeirat und Kooperationspartner versteht sich das Kolleg Friedrich Nietzsche als Anreger und Katalysator auf dem Weg, das philosophische und kulturgeschichtliche Potential in Nietzsches Vermächtnis mit Nachdruck sichtbar zu machen.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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