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Terry Eagleton eröffnet Tagung zur Tragödientheorie der Moderne

»Tragödie der Moderne. Gattungsgeschichte – Kulturtheorie – Epochendiagnose« 24. bis 27. September 2008

 
Vom 24. bis 27. September 2008 veranstaltet die Klassik Stiftung Weimar eine Tagung zur Tragödie der Moderne. Im Rahmen der Tagung werden deutschsprachige Tragödientexte von der Goethezeit bis zur Gegenwart in den Blick genommen. Der Akzent liegt dabei auf den vielfältigen Transformationsprozessen, mit denen die Gattung auf zeitspezifische Problemlagen und wechselnde Theoriebildungen reagiert. Gefragt wird nach den Wechselbeziehungen zwischen theoretischem Tragödiendiskurs, konkreter Gattungsgeschichte und kulturkritischer Zeitdiagnose.

Der bekannte Kulturtheoretiker Terry Eagleton von der University of Manchester wird die Tagung mit einem Vortrag zum Thema „Tragedy and Revolution“ eröffnen. Neben Walter Hinderer von der Princeton University und Werner Frick aus Freiburg stellen eine Reihe weiterer renommierter Wissenschaftler ihre Positionen zur Diskussion. Alle Interessierten sind zu diesen Vorträgen bei freiem Eintritt eingeladen.

Historischer Hintergrund
Seit Aischylos fungiert die Tragödie als Resonanzraum lebensweltlicher Konflikte, als Reflexionsmedium sozialer Antagonismen und als Experimentierfeld utopischer Gesellschaftsentwürfe. Es kann daher nicht verwundern, dass die Tragödie ungeachtet ihres hohen Alters gerade in den gesellschaftlichen Umbruchsphasen der Moderne wiederholt zur literarischen Leitgattung aufsteigt und vielfach kulturkritische Theoriebildungen inspiriert.

Die moderne Tragödie formiert sich um 1800 in beständiger Auseinandersetzung mit einem philosophischen Tragödiendiskurs, der überkommene, noch vornehmlich an der aristotelischen Dramenästhetik orientierte Gattungskriterien in den Hintergrund treten lässt und kulturtheoretisch fundierte Definitionsversuche in den Mittelpunkt rückt. Die Spannung zwischen philosophischem Diskurs und konkreter Theaterpraxis führt im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts zu dramenästhetischen Innovationsschüben, welche die Physiognomie der modernen Tragödie nachhaltig verändern. Zentrale Bedeutung gewinnt dabei die in der theoretischen Auseinandersetzung regelmäßig wiederkehrende, von der dramatischen Produktion jedoch beständig widerlegte Rede vom »Tod der Tragödie« in der Moderne.

 
Veranstaltungsdaten
»Die Tragödie der Moderne Gattungsgeschichte – Kulturtheorie – Epochendiagnose«
Eine Tagung der Klassik Stiftung Weimar und des Germanistischen Instituts der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Tagungsleitung: PD Dr. Thorsten Valk, Klassik Stiftung Weimar und
Prof. Dr. Daniel Fulda, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Mittwoch, 24. bis Samstag, 27. September 2008
Tagungsort: Festsaal des Goethe-Nationalmuseums
Am Frauenplan 1 | 99423 Weimar
Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

 
Für weitere Informationen steht Ihnen Saskia Helin unter den Telefonnummern
+49 (0) 3643 | 545-113 und +49 (0) 172 | 7999959 zur Verfügung.


Flyer und Tagungsprogramm als Download

 

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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