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Tiefmagazine für die Herzogin Anna Amalia Bibliothek bald rohbaufertig

Mit der Fertigstellung des Rohbaus für die zwei Tiefmagazine der Herzogin Anna Amalia Bibliothek im Zentrum Weimars schließt sich im März die derzeit größte Baugrube der Stadt. Seitdem die Stiftung Weimarer Klassik im Mai vergangenen Jahres hier den Grundstein für die Bibliothekserweiterung legte, wurden rund
25 000 Kubikmeter Erde – das entspricht ca. 3500 LKW-Ladungen – ausgehoben und abtransportiert. 2700 Kubikmeter Beton und 500 Tonnen Stahl bilden nun stattdessen unter dem Platz der Demokratie die konstruktive Hülle für rund eine Million Bücher. Noch im Februar wird sich die Decke über dem zweietagigen »Kompaktmagazin« schließen. Die Decke des »Parkmagazins«, das zugleich die alte Bibliothek unterirdisch mit den »neuen« Funktionsgebäuden am Markt verbinden wird, soll Ende März folgen. Das Gesamtprojekt, für das die Stiftung bzw. der Bund und das Land Thüringen rund 24 Millionen Euro aufwenden, schließt auch den Umbau des Roten und Gelben Schlosses am Markt zu einem Studienzentrum ein. In den zum Teil entkernten Gebäuden werden moderne Benutzerbereiche – darunter eine nach Fachgebieten geordnete Freihandbibliothek mit 100 000 Bänden – sowie Arbeitsplätze für Mitarbeiter, Stipendiaten, Editoren und Projektwissenschaftler Platz finden. Parallel zu den Bauarbeiten laufen dazu in der Bibliothek die Vorbereitungen für die erforderliche Umstellung und teilweise Neuordnung der Kataloge.
Bis zum Jahresende 2004 sollen die Bibliothekserweiterung abgeschlossen und die neuen Bereiche arbeitsfähig sein. Die dringend notwendige Sanierung der historischen Bibliothek, für die die Planungen bereits begonnen haben, wird sich in den Jahren 2005 und 2006 unmittelbar anschließen. Während die Finanzierung des Erweiterungsbaus gesichert ist, muß die Stiftung bei den nachfolgenden Sanierungsarbeiten auch auf Unterstützung von Dritten bauen. Von den insgesamt ca. 9 Millionen Euro, die nach bisherigen Untersuchungen dafür gebraucht werden, kann nur die Hälfte aus dem Stiftungshaushalt aufgebracht werden. Für die noch offene Summe bilden bisher rund 0,4 Millionen Euro, die vor allem im Ergebnis eines Spendenaufrufs der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zusammenkamen, den Grundstock.
Für die Herzogin Anna Amalia Bibliothek geht mit der Erweiterung sowie der anschließenden Restaurierung des aus dem Jahr 1565 stammenden alten Bibliotheksgebäudes ein unhaltbarer Zustand seinem Ende entgegen. Von knapp einer Million Bücher des heutigen Gesamtbestandes müssen derzeit rund 80 Prozent in über ganz Weimar verteilten Außenmagazinen gelagert werden. Im historischen Bibliotheksgebäude mit seinem einzigartigen Rokokosaal führen gravierende bauliche Mängel immer wieder zu konservatorischen Schwierigkeiten, die die hier untergebrachten wertvollen Bestände auf Dauer gefährden. Erst wenn diese Bestände in die neuen Magazine einziehen können, wird das Stammhaus für die lange überfällige Sanierung frei. Nach Abschluß dieser Arbeiten soll die alte Bibliothek, in der ca. 150 000 Bücher sowie Sondersammlungen verbleiben werden, dann stärker als bisher möglich für Besichtigungen geöffnet sein.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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