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»Vom Bauhaus inspiriert« – Ausstellung im Haus Am Horn präsentiert Leben und Werk des Bildhauers Johannes Ilmari Auerbach

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Vom 13. August bis 30. Oktober 2016 ehrt die Klassik Stiftung Weimar den deutsch-jüdischen Bildhauer Johannes Ilmari Auerbach (1899 – 1950) mit einer Ausstellung im Haus Am Horn und nimmt damit ein Werk in den Blick, das aufgrund der politischen Verfolgung Auerbachs in der Zeit des Nationalsozialismus heute weitgehend unbekannt ist.

Ermöglicht wurde die Schau durch die Familie Hertling, die den Nachlass Auerbachs großzügig für diese Ausstellung zur Verfügung stellte. Mit mehr als 120 Exponaten stellt diese das Frühwerk des Künstlers zwischen seiner Jugendzeit in Jena und der Entlassung aus dem Konzentrationslager Hamburg-Fuhlsbüttel von 1910 bis 1935 in den Mittelpunkt. Zahlreiche Arbeiten werden erstmals öffentlich gezeigt, darunter Plastiken, Handzeichnungen, Druckgrafiken, Bücher und Originalfotografien. Zu den herausragenden Exponaten zählt Auerbachs Entwurf für das erste Bauhaus-Signet, der Karl Peter Röhls »Sternenmännchen« ähnelt und bis heute Diskussionen über die Urheberschaft entfacht.

Mehr zur Ausstellung auf dem Blog der Klassik Stiftung

Seit früher Kindheit durch künstlerische Impulse in seiner Heimatstadt Jena und seiner Familie geprägt, bewirbt sich Auerbach 1918 an der Großherzoglich Sächsischen Hochschule für Bildende Kunst in Weimar für ein Studium der Bildhauerei. Im April 1919 wird er damit, wie seine Kommilitonen Marianne Brandt, Otto Lindig, Karl Peter Röhl oder Eberhard Schrammen, ›automatisch‹ zu einem Bauhäusler der ersten Stunde. 1925 siedelt er nach Paris über und realisiert im selbst ausgebauten Atelier in wenigen Jahren ein umfangreiches bildhauerisches Werk. Die Arbeiten zeichnen sich insbesondere durch ein Wechselspiel von Abstraktion und Figuration aus und werden im Salon d´Automne, dem Salon de l´Escalier und im Salon des Indépendants ausgestellt. Aufgrund ausländerfeindlicher Angriffe verlässt Auerbach Frankreich Ende 1932 in Richtung Hamburg, wo er als Mitglied einer antifaschistischen Widerstandsgruppe jedoch bereits im April 1933 verhaftet, schließlich wegen hochverräterischer Bestrebungen verurteilt und in das KZ Hamburg-Fuhlsbüttel gesperrt wird. Während im Zuge der politischen Verfolgung fast das gesamte bildhauerische Werk Auerbachs verloren gegangen und nur in professionellen Fotographien bewahrt ist, haben sich aus der Zeit im Konzentrationslager eindrucksvolle Bilder erhalten, die Auerbach seiner zweiten Frau, der Kunsthistorikerin Dr. Inge Fraenckel, aus der Gefangenschaft zugesandt hatte.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar e. V. präsentiert.

Ausstellungsdaten

»Vom Bauhaus inspiriert. Der Bildhauer Johannes Ilmari Auerbach«
Vom 13. August bis 30. Oktober 2016 | Mi, Sa, So 11 – 17 Uhr
Haus Am Horn
Am Horn 61 | 99425 Weimar
Eintritt: Erw. 3 Euro | erm. 1,50 Euro

Eröffnung: Freitag, 12. August 2016, 17 Uhr

Der Besuch der Ausstellungen ist für Gruppen im Rahmen des »Bauhaus-Spaziergangs« der Bauhaus-Universität Weimar auch außerhalb der Ö­ffnungszeiten möglich.

Anfragen sind an Thomas Apel zu richten (Tel: +49 (0) 36 43 58 30 00 | E-Mail: bauhausspaziergang@uni-weimar.de).

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.

Besucherinformation

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Tel +49 (0) 36 43 | 545-400
Fax +49 (0) 36 43 | 41 98 16
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