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Von der Weltkarte bis zum Stadtplan

Erschließungsprojekt für historische Atlanten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek startet am 1. Dezember
Die historischen Atlanten der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek
mit rund 12 500 Einzelblättern sollen in den kommenden vier Jahren um-
fassend erschlossen werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt, das am 1. Dezember startet und wertvolle Raritäten der Forschung zum Teil erstmals zugänglich machen wird, mit rund 162 000 Euro sowie einer Personalstelle bis zum Jahr 2007. 50 der rund 250 Atlanten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, die das Katalogisierungsprojektes insgesamt erfassen und beschreiben soll, werden zudem digitalisiert und sicherheitsverfilmt. Darunter ein Atlas des Holländers Abraham Ortelius mit handkolorierten Karten der ganzen Welt aus dem Jahr 1572 sowie zwei durch ihre Ausstattung herausragende Atlanten des Flamen Gerardus Mercator aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Die Sammlung der Weimarer Bibliothek mit Land-, See- und Militär-karten sowie Stadtplänen gehört nach Berlin, Göttingen, München und Dresden zu den zehn größten Kartensammlungen in Deutschland. Sie geht
auf einen alten Kartenbestand Herzog Wilhelm IV. (1598-1662) zurück,
erhielt ihren bedeutendsten Zuwachs jedoch mit der rund 6000 Objekte zählenden Sammlung von Großherzog Carl August (1757-1828). Damals, zur Goethezeit, war Weimar der Ort in der deutschen Provinz, in dem »die Welt« dokumentiert und rezipiert wurde. Alexander von Humboldt schrieb hier über die historischen Karten und Globen, die die mit den großen Entdeckungsreisen des 15. und 16. Jahrhunderts verbundene Veränderung des Weltbildes anschaulich widerspiegeln. Zu den wertvollsten Stücken der Weimarer Sammlung gehören zwei handgezeichnete und kolorierte Weltkarten des Portugiesen Diego Ribeiro aus den Jahren 1527 und 1529.
Insgesamt besitzt die Herzogin Anna Amalia Bibliothek neben den Atlanten ca. 9000 Karten. Mehr als 7000 davon wurden in den Jahren 2001 und 2002 im Rahmen eines Pilotprojektes mit Unterstützung der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius katalogisiert und restauratorisch gesichert. Eine umfassende Restaurierung der Kartensammlung steht jedoch noch aus.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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