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Von Goethes Bleistift bis zu Nietzsches Schreibmaschine – Schreibzeuge aus zwei Jahrhunderten im Goethe-Nationalmuseum zu sehen

In die Schreibwerkstatt der Weimarer Dichter und Gelehrten führt eine Ausstellung, die die Stiftung Weimarer Klassik ab 9. November in Goethes Haus am Frauenplan zeigt. Von Goethes Bleistift und Herders Tintenfaß bis hin zu Friedrich Nietzsches Schreibmaschine werden fast 200 Schreibzeuge aus zwei Jahrhunderten vorgestellt. Viele von ihnen dienten einst prominenter Hand und wurden deshalb selbst beschrieben. Sie zeugen von der künstlerischen Vielfalt und technischen Entwicklung der Schreibobjekte im 18. und 19. Jahrhundert ebenso wie von der jeweils individuellen Art und Weise des Schreibens. Goethe, so hat er es selbst in »Dichtung und Wahrheit« überliefert, bevorzugte den Bleistift, da das »Schnarren und Spritzen« der Feder seinen Gedankengang hemmen und »ein kleines Product in der Geburt ersticken« konnte. Schiller dagegen schrieb mit der Feder und nutzte verschiedene Stimulanzien, um den Schaffensprozeß zu befördern. Herder arbeitete gern am individuell gefertigten Stehpult und Wieland legte sich gewöhnlich weißes Papier und mehrere, schon zugeschnittene Gänsekiele zurecht, bevor er ans Werk ging. In der Zusammenschau der unterschiedlichen Schreibutensilien mit Abbildungen, Arbeitsproben und Interieur erzählt die Ausstellung so auch Geschichten vom Schreiben.
Die repräsentative Schau »Werkzeuge des Pegasus« versammelt Schreibobjekte und ganze Schreibzeugensembles unterschiedlichster Couleur und Herkunft: Schreibzeuge aus Keramik und Porzellan, Stein, Glas, Metall und Holz, Mappen und Necessaires, außerdem figürliche Tintenfässer und Streusanddosen aus russischen, französischen und böhmischen Manufakturen. Goethes Minenstift in silberner Halterung stammt aus London und Nietzsches Schreibkugel, die erste in Serie hergestellte Schreibmaschine,
aus Kopenhagen. Ca. 30 Bildnisse, die die berühmten Weimarer Zeitgenossen sowie Gelehrte mit ihren Schreibwerkzeugen zeigen, ergänzen die Ausstellung. Die Graphiken stammen, ebenso wie der überwiegende Teil der Exponate, aus den Beständen des Goethe-Nationalmuseums. Leihgaben kommen aus den Kunstsammlungen zu Weimar und dem Schiller-Nationalmuseum in Marbach.
Zur Ausstellung liegt ein reich illustrierter Katalog mit einem aus-führlichem Exkurs über das kreative Schreiben im 18. und 19. Jahrhundert
vor (»Werkzeuge des Pegasus«, Stiftung Weimarer Klassik, 17.90 Euro). Ein umfassendes Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen und einer Schreibwerkstatt für Kinder und Erwachsene bietet zusätzliche Informationen zum Thema.
Die Ausstellung in der Dienerwohnung von Goethes Haus am Frauenplan ist bis zum 5. Januar täglich außer montags von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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