Zurück zur Übersicht

Vortrag untersucht die Frage »Eine Lebendmaske von Goethe – oder zwei?«

Am morgigen Donnerstag, 16. April 2009, 17 Uhr, spricht der Mediziner Prof. Dr. Michael Hertl im Goethe- und Schiller-Archiv zum Thema »Eine Lebendmaske von Goethe – oder zwei?«.

Es gibt viele Bücher zu Goethes äußerer Gestalt. Dies beweist ein offenbar großes Interesse für ein anschauliches Bild von ihm. Auf die Lebendmaske als dem einzigen authentischen Porträt muss sich das Interesse besonders richten, weil künstlerische Produkte zwangsläufig die Handschrift des Künstlers tragen. Seit 200 Jahren wird die Frage höchst unterschiedlich beurteilt, ob von Goethe zu Lebzeiten eine oder zwei Masken abgenommen wurden und ob die heute einzig noch erhaltene Lebendmaske aus dem Jahr 1807 (von Karl Gottlob Weißer) oder aus dem Jahr 1816 (von Johann Gottfried Schadow) stammt.

Um diese Frage zu klären, wurden mehrere Lebendmasken aus verschiedenen Kopiereihen mit computertomographischer Technik auf ihre formale Identiät hin exakt vermessen. Für eine Zeitzuordnung wurden diese Ergebnisse dann mit der Goethe-Büste verglichen, die Weißer 1808 genau nach seiner Maskenvorgabe schuf. Das Ergebnis ist eindeutig: Es gibt nur eine Lebendmaske von Goethe, die von 1807. Für diese Zuordnung wurde zudem die Literatur der Zeit, Tagebücher, Selbstbiographisches, Zeitgenossenberichte und Archivablagen herangezogen. Im Vortrag wird auch der Frage einer vielfach angesprochenen Gesichtsasymmetrie bei Goethe mit vergleichenden Messungen und Photomontagen nachgegangen.

Zum Vortrag der Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs e.V. werden die Lebendmaske Goethes und das Thema betreffende Originalhandschriften zu sehen sein.

 
Veranstaltungsdaten
»Eine Lebendmaske von Goethe - oder zwei?«
Vortrag von Prof. Dr. Michael Hertl, Mönchengladbach
Donnerstag, 16. April 2009, 17 Uhr
Goethe- und Schiller-Archiv
Der Eintritt ist frei

Literaturhinweis
Michael Hertl: Goethe in seiner Lebendmaske. Königshausen & Neumann, Würzburg, 2008

<o:p> </o:p>

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

Der Internetauftritt der Klassik Stiftung Weimar verwendet Cookies, um Ihnen einen optimalen Service zu bieten. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden. Zur Datenschutzerklärung

Verstanden