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Vortragsreihe »Dialoge mit der Erde« in der Parkhöhle feiert fünfzehnjähriges Bestehen – Joachim Kümpel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover a. D., hält Jubiläumsvortrag

Seit fünfzehn Jahren bietet die Vortragsreihe »Dialoge mit der Erde« hochkarätige geo- und naturwissenschaftliche Vorträge in der Parkhöhle im Park an der Ilm, einem bedeutenden bergbaugeschichtlichen Denkmal der Goethe-Zeit, dem 2006 das Prädikat »Nationales Geotop« verliehen wurde.

Am Mittwoch, 5. Oktober, um 17 Uhr laden daher Klassik Stiftung Weimar und Geologischer Landesdienst Weimar der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie zum Jubiläumsvortrag ein. Hans-Joachim Kümpel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover a. D., spricht über die umstrittene Methode des Fracking zur Gewinnung von Erdgas oder Erdwärme. In seinem Vortrag stellt er den Vorurteilen geowissenschaftliche Fakten gegenüber und betont, dass die auch in Deutschland seit Jahrzehnten geübte Praxis des Fracking umweltgerecht durchführbar ist.

Hans-Joachim Kümpel studierte Mathematik und Geophysik an den Universitäten Freiburg und Kiel. Von 1991 bis 2001 arbeitete er als Universitätsprofessor für Angewandte Geophysik an der Universität Bonn, anschließend bis 2007 als Direktor des heutigen Leibniz-Instituts für Angewandte Geophysik in Hannover. Von 2007 bis März 2016 war er Präsident der in Hannover ansässigen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.

Die »Dialoge mit der Erde« gehen auf die Initiative des inzwischen verstorbenen Walter Steiner zurück, Geologe, Hochschullehrer und ehemaliger Direktor des Weimarer Stadtmuseums. Seit 2001 konnten in gemeinschaftlicher Trägerschaft der Klassik Stiftung Weimar und des Geologischen Landesdienstes Weimar der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie bisher 100 Vorträge stattfinden. Mit Klaus Duphorn (Kiel), Eugen Seibold (Freiburg i. B), Lothar Eißmann (Leipzig), Dietrich Mania (Jena), Friedhelm Thiedig (Norderstedt), Klaus Keil (Honolulu/Hawaii) oder Peter Suhr (Dresden) sind nur einige der zahlreichen renommierten Wissenschaftler genannt, die als Referenten gewonnen wurden. Getragen wird die Reihe vom außerordentlichen Engagement Karl-Heinz Schmidts, Mitarbeiter Baudenkmalpflege der Klassik Stiftung, der sich auch ehrenamtlich intensiv für die Zukunft der Parkhöhle einsetzt.

Die Parkhöhle befindet sich in zwölf Metern Tiefe zwischen dem Steilhang zur Ilm und der Belvederer Allee. Seine Entstehung verdankt das geologische Naturdenkmal dem Wunsch von Herzog Carl August nach einer eigenen Brauerei. Zwischen 1794 und 1796 wurde im Park an der Ilm ein circa 500 Meter langer Stollen angelegt, der das Brauchwasser der geplanten Brauerei ableiten sollte. Nachdem der Plan zum Bau einer Brauerei fallengelassen wurde, nutzte man den Stollen zwischen 1797 und 1815 zum Sand- und Kiesabbau. Es entstand ein weit verzweigtes System von Gängen und Tunneln.

Nach aufwendigen Sanierungsarbeiten konnte die Parkhöhle im Kulturstadtjahr 1999 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Seit ihrer Eröffnung als museale Einrichtung der Klassik Stiftung Weimar bietet sie den Besuchern einen unterirdischen Streifzug durch 200.000 Jahre Erd- und Menschheitsgeschichte. Die historische untertägige Anlage zählte 2015 mehr als 13.700 Besucher.

Veranstaltungsdaten

»Schiefergasgewinnung mittels Fracking? – Plädoyer für eine ehrliche Debatte«
Jubiläumsvortrag von Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe Hannover a. D., zum 15-jährigen Bestehen der Reihe »Dialoge mit der Erde«
Mittwoch, 5. Oktober 2016 | 17 Uhr
Parkhöhle | unterirdischer Vortragssaal
Im Park an der Ilm | 99423 Weimar
Eingang nahe Liszt-Haus und Mensa der Bauhaus-Universität

Eintritt: 4,50 Euro
Teilnehmerzahl begrenzt | Anmeldung erbeten

Besucherinformation

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Tel +49 (0) 3643 | 545-400
Fax +49 (0) 3643 | 41 98 16
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