Zurück zur Übersicht

»Weimar. Modellstadt der Moderne?« – Ausstellung im Bauhaus-Museum beleuchtet den ambivalenten Weimarer Städtebau im 20. Jahrhundert

Ab Freitag, 30. September, präsentieren die Klassik Stiftung und das Bauhaus-Institut für Geschichte und Theorie der Architektur und Planung an der Bauhaus-Universität Weimar die Ausstellung »Weimar. Modellstadt der Moderne?« im Seitenraum des Bauhaus-Museums. Die Schau zeigt bis zum 5. Dezember, auf wie vielfältige und ambivalente Weise Weimar im 20. Jahrhundert als städtebauliches Modell fungierte. Im Fokus steht dabei das Umfeld des künftigen Bauhaus-Museums, wo sich Weimarer und deutsche Moderne architekturgeschichtlich besonders konzentrieren. Der Eintritt ist frei.

Die späte Weimarer Republik sah das »Kulturprojekt« samt Weimarhalle als ein Modell für Deutschland an. Während der Zeit des Nationalsozialismus war das erste und einzige auch gebaute »Gauforum«, zusammen mit einem Zentrum der Zwangsarbeit und einem Konzentrationslager, ein mörderisches Herrschaftsmodell für Deutschland und Europa. In der DDR-Zeit wiederum galten der Weimarer »Lange Jakob« und die »Mehrzweckhalle« als Modell für den Umgang des sozialistischen Staates mit dem städtebaulichen Erbe der NS-Zeit. Jeder dieser drei Phasen widmet Kurator Harald Bodenschatz, Center for Metropolitan Studies am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der Technischen Universität Berlin, eine eigene Wand in der Ausstellung. Die vierte, den ›Bezugsraum‹ vollendende Wand thematisiert die gegenwärtige Entwicklung: den Neubau des Bauhaus-Museums. Wörtlich wie figurativ im Zentrum dieser historischen und städtebaulichen Bezüge steht das Modell der entstehenden Weimarer Innenstadt mit dem Museumsneubau: eine nur mit geschichtlichem Bewusstsein und in ständigem Diskurs zu verwirklichende »Topographie der Moderne«. Die Ausstellung und der dazu erscheinende Katalog von Harald Bodenschatz verstehen sich damit selbst als Modell und gleichzeitig Beitrag zu einer breiten gesellschaftlichen Diskussion über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Areals, die für das Gelingen eines derart großen Kulturprojekts unverzichtbar ist.

Die Eröffnung der Ausstellung »Weimar. Modellstadt der Moderne?« bildet zugleich den Auftakt zum Weimarer Wochenende der Triennale der Moderne 2016.

Zum Programm der Triennale der Moderne 2016 in Weimar

Mehr Informationen zur Triennale der Moderne

Ausstellungsdaten

»Weimar. Modellstadt der Moderne? – Ambivalenzen des Städtebaus im 20. Jahrhundert«
Vom 30. September bis 5. Dezember 2016
bis 29. Oktober 2016 Mi – Mo 10 – 18 Uhr
ab 30. Oktober 2016 Mi – Mo 10 – 16 Uhr
Bauhaus-Museum Weimar | Seitenraum
Theaterplatz 1 | 99423 Weimar
Der Eintritt ist frei.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

Der Internetauftritt der Klassik Stiftung Weimar verwendet Cookies, um Ihnen einen optimalen Service zu bieten. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden. Zur Datenschutzerklärung

Verstanden