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Weimarer Tagung befragt Rudolf Borchardt nach seinem Verhältnis zur Antike

Vom 16. bis 18. Februar 2012 widmet sich eine Tagung im Stadtschloss Weimar dem Autor Rudolf Borchardt (1877–1945).

Der seit 1903 überwiegend in Italien lebende Rudolf Borchardt forderte in seinen Reden und Essays mit immer neuen Akzentuierungen eine umfassende Aneignung alteuropäischer Traditionsbestände. Angetrieben wurde er dabei von der Vorstellung, in einem von unwiederbringlichen Verlusten bestimmten Zeitalter zu leben. Am Beginn des mit Nachdruck betriebenen Aneignungsprojektes stand 1912 die Diagnose: »Verschwunden ist die Arena von Olympia«.

Der Rückgang auf die griechische und römische Antike bildete für Borchardt zeit seines Lebens das Fundament aller Bemühungen um eine Wiederbelebung des alteuropäischen Kulturerbes. Zugleich profilierte Borchardt jedoch auch verschiedene nachantike Epochen als klassische Perioden, wobei sich normative und stiltypologische Bestimmungen wechselseitig überlagerten. Für Borchardts Orientierung an klassischen Kulturepochen waren Johann Wolfgang Goethe und August Wilhelm Schlegel wichtige Gewährsleute. Eine vergleichbare Bedeutung attestierte er erst wieder seinen Zeitgenossen Stefan George und Hugo von Hofmannsthal.

Die Tagung ist der Frage gewidmet, wie sich Borchardts Werk im Licht einer methodisch und wissenschaftsgeschichtlich reflektierten Klassikforschung bestimmen lässt. Analysiert wird Borchardts Verhältnis zur Antike und zu deren Transformationen im Kontext neuzeitlicher Klassiken. Besondere Aufmerksamkeit gewinnt dabei nicht zuletzt Borchardts ›klassische‹, am Vorbild Goethes orientierte Selbstinszenierung, die mit analogen Tendenzen zeitgenössischer Autoren zu vergleichen ist.

Die Tagung findet in Kooperation mit der Rudolf-Borchardt-Gesellschaft statt.

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Veranstaltungsdaten
Rudolf Borchardt und die Klassik
Tagung | 16. bis 18. Februar 2012
Stadtschloss Weimar, Südflügel
Burgplatz 4 | 99423 Weimar

Tagungsleitung
Prof. Dr. Dieter Burdorf
Universität Leipzig

PD Dr. Thorsten Valk
Klassik Stiftung Weimar

Informationen und Programm
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Referat Forschung und Bildung
Burgplatz 4 | 99423 Weimar
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