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Wichtige Etappe im Masterplan »Kosmos Weimar«: Klassik Stiftung beginnt Bauarbeiten für das Zentrale Museumsdepot

Die Klassik Stiftung Weimar gab heute den Startschuss für die Bauarbeiten zum Zentralen Museumsdepot. Der Baubeginn markiert einen entscheidenden Schritt in der Umsetzung des Masterplans »Kosmos Weimar«. In Anwesenheit von Christoph Matschie, dem Vorsitzenden des Stiftungsrates der Klassik Stiftung und Thüringer Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, wurde der Neubau am Standort in der Ettersburger Straße in Weimar am Modell veranschaulicht und seine funktionale Gliederung erläutert.

Das Zentrale Museumsdepot der Klassik Stiftung wird ein energetisch effizienter und nachhaltiger Bau. Der Entwurf für das Depot zeichnet sich durch eine klare Gliederung der Funktionsbereiche aus, die auch von außen ablesbar sein wird. An eine zentrale Zone für die Anlieferung, Erschließung und technische Versorgung werden nach Norden der Werkstattbereich (ca. 500m²) sowie nach Süden der erweiterbare Depotbereich (insgesamt ca. 3.700 m² Lagerfläche mit unterschiedlichen Klimabereichen) angelagert. Fensterlos im Magazinbereich und mit starken Außenwänden und einer dicken Bodenplatte versehen wird das Zentrale Museumsdepot in idealer Weise Schwankungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit ausgleichen können. Diese Bauweise minimiert auch die perspektivisch steigenden Betriebskosten: »Das Zentrale Museumsdepot muss auch für die kommenden Generationen finanzierbar bleiben. Die Konstruktion des Gebäudes und seine Lage auf dem Grundstück erlauben eine Verdopplung der Nutzfläche, sollte dies nach Jahrzehnten notwendig werden«, erläutert Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung. Der finanzielle Gesamtumfang des Projektes ist inklusive Grundstückserwerb und Erstausstattung auf 15,5 Millionen € festgelegt. Das Projekt ist Bestandteil des Masterplans »Kosmos Weimar« und wird zu gleichen Teilen vom Bund und dem Freistaat Thüringen finanziert, nicht jedoch aus den Mitteln des Sonderinvestitionsprogramms.

Minister Christoph Matschie unterstreicht: »Die konzeptionellen Überlegungen des Masterplans zur Entwicklung insbesondere des Stadtschlosses und der weiteren großen Investitionsvorhaben der Stiftung für ihre einzelnen Häuser sind unabdingbar geknüpft an die Schaffung eines Zentralen Museumsdepots. Das Bauvorhaben ist damit eine wichtige Initialzündung für die Umsetzung des Masterplans der Klassik Stiftung Weimar und für alle weiteren großen Bauvorhaben der kommenden Jahre.«

Das Zentrale Museumsdepot ist für die Arbeit der Restauratoren, Kustoden und Kunsthistoriker der Klassik Stiftung Weimar von entscheidender Bedeutung. »Das neue Museumsdepot bedeutet für die Bestandserhaltung, eine unserer Kernaufgaben, einen Qualitätssprung. Es wird für die Arbeit der Restauratoren und Kuratoren eine optimale Infrastruktur bieten«, so Generaldirektor Wolfgang Holler. Bisher sind die musealen Bestände der Stiftung in 14 Depotbereichen untergebracht, die sich in verschiedenen Liegenschaften befinden. Dort herrschen oft schwierige, teilweise bestandsgefährdende konservatorische Bedingungen, die derzeit nur mit großem Aufwand reduziert werden können. Mit Ausnahme der Graphischen Sammlungen werden sämtliche Museumsdepots in den Depotneubau einziehen. Ideal ist die unmittelbare Verbindung mit den Restaurierungswerkstätten. Insgesamt sieben fest angestellte Mitarbeiter werden in den Depotwerkstätten mit der Restaurierung von Gemälden, Textilien und Kunsthandwerk sowie Möbeln befasst sein. Eine weitere Werkstatt wird den besonderen Herausforderungen bei der Restaurierung zeitgenössischer Kunst Rechnung tragen. Der Standort des Depots in unmittelbarer Nähe der musealen Einrichtungen ist dabei von großem Wert, da die dort zu bewahrenden Bestände aufgrund von Leihverkehr und der Vorbereitung von Ausstellungen in ständiger Benutzung und auch darüber hinaus in steter wissenschaftlicher und konservatorischer Bearbeitung begriffen sein werden. Kurze Wege machen die Arbeit effizient und garantieren größtmögliche Sicherheit.

Das neue Depot ist die Grundlage aller weiteren Maßnahmen im Masterplan. Die bauliche Fertigstellung im Winter 2012/13 stellt die maßgebliche Voraussetzung für die Umgestaltung des Stadtschlosses Weimar zum Zentrum der Stiftung dar, da die Bestände aus den sich im Schloss befindlichen Depots während der Vorbereitung und Durchführung der Sanierungsarbeiten ausgelagert werden können. Im Anschluss an die Übergabe des Gebäudes und nach einem Probebetrieb im Frühjahr 2013 wird der Umzug der Bestände beginnen. Bereits jetzt werden sie in den verschiedenen Depotbereichen gesichtet und auf den Umzug vorbereitet.

Nachdem eine erste Standortuntersuchung 2006 durchgeführt worden war, erwarb die Klassik Stiftung Ende 2008 nach umfangreichen Voruntersuchungen das Grundstück in der Ettersburger Straße. Im Sommer 2009 erfolgte die Auslobung eines europaweiten Verfahrens zur Gewinnung des Planungsteams. Hier setzte sich das Büro heneghan peng architects aus Dublin/Irland durch und begann gemeinsam mit weiteren Planern aus Thüringen und Sachsen ab September 2009 mit der Umsetzung des Entwurfs. Nach den notwendigen Planungs- und Verfahrensschritten konnte die Genehmigungsplanung im Frühjahr 2011 eingereicht werden.

Auf die Notwendigkeit eines zentralen, in Weimar gelegenen Depots zur Aufnahme der an verschiedenen Standorten gelagerten Kunstgüter der Klassik Stiftung Weimar wurde bereits im Bericht der Strukturkommission im Juni 2005 mit Nachdruck hingewiesen. Die konkreten Planungen zur Realisierung des Museumsdepots gehen auf das Jahr 2008 zurück, als die Klassik Stiftung mit dem Masterplan »Kosmos Weimar« ein langfristiges programmatisches Umgestaltungskonzept vorlegte.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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