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Wieder Wielands Ort – 2003 ist Baubeginn in Oßmannstedt


Im Frühjahr 2003 beginnen die Bauarbeiten zur Sanierung des Wielandgutes in Oßmannstedt bei Weimar. Eine entsprechende Vereinbarung, die die Finanzierung des Projektes über Drittmittel absichert, unterzeichnen die Stiftung Weimarer Klassik, der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums und der Hamburger Wielandforscher und Mäzen Professor Jan Philipp Reemstma heute (Donnerstag) anläßlich der Feier von Wielands 269. Geburtstag in Oßmannstedt. Das Gut soll bis zum Frühsommer 2004 für rund
1,72 Millionen Euro instandgesetzt und zu einem zentralen »Wieland-Ort« der Stiftung Weimarer Klassik ausgebaut werden. Neben einem Wieland-Museum wird hier eine Tagungsstätte für akademische Veranstaltungen ebenso ihren Platz finden wie ein Zentrum für europäische Jugendbildungsarbeit. In einer neu eingerichteten Wieland-Forschungsstelle soll in den kommenden Jahren zudem eine historisch-kritische Ausgabe der Werke Christoph Martin Wielands entstehen. Für die Umsetzung dieser Pläne steuern Jan Philipp Reemtsma sowie der Bund über sein Förderprogramm »Kultur in den neuen Ländern« jeweils rund 665 000 Euro bei. Die Stiftung Weimarer Klassik und der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums bemühen sich um die Einwerbung der noch fehlenden 0,4 Millionen Euro.
Hellmut Seemann, der Präsident der Stiftung Weimarer Klassik, dankt Jan Philipp Reemtsma, dem Freundeskreis sowie dem Bund für ihre Unterstützung eines Projektes, für das der Stiftung derzeit keinerlei Haushaltsmittel zur Verfügung stehen. Mit der großzügigen Spende des Wielandfreundes Jan Philipp Reemtsma sei im Jahr 2000 ein Stein ins Wasser geworfen worden, der Kreise gezogen habe. Ohne dieses Engagement Dritter hätte die Stiftung einem Ort, den schon der Dichter Wieland nicht zuletzt wegen finanzieller Schwierigkeiten wieder verlassen mußte, keine Zukunft geben können. Das Gut in Oßmannstedt, auf dem Christoph Martin Wieland von 1797 bis 1803 als »poetischer Landjunker« lebte, gehört seit 1991 zu den Liegenschaften der Stiftung. Trotz verschiedener Instandhaltungsarbeiten für rund 0,4 Millionen Euro, die seither hier ausgeführt wurden, ist die historische Anlage sanierungsbedürftig. Ein derzeit nur auf zwei Räume beschränktes kleines Museum erinnert hier an den Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber Wieland sowie zahlreiche Gäste, die ihn an diesem Ort besuchten, darunter Goethe, Herder, Seume, Jean Paul und Heinrich von Kleist. Die Grabstätte am Ufer der Ilm im Oßmannstedter Park, in der Wieland seinem Wunsch entsprechend neben seiner Frau und Sophie Brentano beigesetzt wurde, bezeichnete Arno Schmidt als »eines unserer Nationalheiligtümer, nach dem jeder einmal im Leben wallfahrten sollte ...«. Sie konnte – vor allem dank der Reemtsma-Spende - bereits nach altem Vorbild restauriert werden.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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