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Wissenschaftsrat veröffentlicht Stellungnahme. Klassik Stiftung Weimar ist für die Fortschreibung des Masterplans »Kosmos Weimar« gut gerüstet

Im Rahmen seiner Frühjahrssitzungen hat sich der Wissenschaftsrat ausführlich mit der Klassik Stiftung Weimar und ihrer weiteren Entwicklung beschäftigt. Zur Veröffentlichung seiner Stellungnahme zur Klassik Stiftung Weimar erklärte Stiftungspräsident Hellmut Seemann:

Die Klassik Stiftung Weimar ist dem Wissenschaftsrat zu großem Dank verpflichtet. 2004 hat der Wissenschaftsrat mit seiner ersten Stellungnahme die Entwicklung der Stiftung entscheidend befördert. Jetzt unterstreicht die Stellungnahme 2011, dass ›die Klassik Stiftung Weimar eine deutlich positive Entwicklung genommen‹ hat und gibt zugleich wesentliche Hinweise für die weitere Verbesserung unserer Leistungsfähigkeit. Der Wissenschaftsrat fordert von der Klassik Stiftung und ihren Zuwendungsgebern, den begonnenen Weg entschlossen fortzusetzen: Eine Herausforderung und zugleich eine großartige Ermutigung für die Klassik Stiftung Weimar.

Der Wissenschaftsrat würdigt die Klassik Stiftung Weimar als eine der »renommiertesten Kulturstiftungen Deutschlands« von zugleich »internationaler Bekanntheit« und Bedeutung, die ihrem »anspruchsvollen Auftrag«, das Erbe der Weimarer Klassik zu pflegen, »mit Engagement« nachkomme. Für die »Bewahrung, Pflege, Erschließung und Erforschung« dieses Erbes sei die Stiftung »von nicht zu überschätzender Bedeutung«. Die Anstrengungen der Stiftung in den letzten Jahren hätten »deutliche Verbesserungen auf struktureller Ebene« im Bereich der Forschungs- und Bildungsorganisation zur Folge gehabt. In den Direktionen Goethe- und Schiller-Archiv sowie Herzogin Anna Amalia Bibliothek würden »herausragende Leistungen« erbracht.

Gleichwohl sei die Stiftung bei ihrer Arbeit teilweise »belastenden Rahmenbedingungen« ausgesetzt; trotzdem habe sie insgesamt aber »ab dem Jahr 2005 eine positive Entwicklung genommen«. Die Klassik Stiftung begrüßt es, dass die infrage stehenden Rahmenbedingungen vom Wissenschaftsrat konkret benannt werden. In verschiedenen Bereichen gelte es, die Potentiale der Stiftung weiter zu entfalten: Die bisherigen Veränderungen »haben die Stiftung auf einen guten Weg gebracht, der fortgesetzt werden muss«, so dass die Empfehlungen des Wissenschaftsrats als Handreichungen zur »weiteren Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit« zu verstehen sind. Zu den Kernpunkten des Bewertungsberichts und den heute veröffentlichten Empfehlungen des Wissenschaftsrats nimmt die Klassik Stiftung Weimar im Folgenden Stellung.

Gesamtkonzept der Klassik Stiftung Weimar
Der Wissenschaftsrat empfiehlt der Klassik Stiftung, die Konzepte für die einzelnen Arbeitsbereiche in einem Gesamtkonzept zusammenzufassen. Ziel dieses Gesamtkonzeptes müsse es sein, allen Arbeitsbereichen einen gemeinsamen Rahmen zu geben und Kernaufgaben sowie Schwerpunktsetzungen der Gesamtinstitution zu formulieren.

In der Tat stellt ein in dieser Weise verstandenes Gesamtkonzept gegenwärtig noch ein Desiderat dar. Die Klassik Stiftung wird die Abfassung dieses Gesamtkonzeptes in ihre Arbeitsplanung aufnehmen. Dabei wird es sehr hilfreich sein, dass die gegenwärtig vorliegenden Teilkonzepte bereits eng aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt sind. Die Kernaufgaben der Stiftung sind durch das Stiftungsvermögen und den Stiftungszweck definiert, die ihrerseits durch das Stiftungsgesetz und die Satzung festgelegt werden. Arbeitsfelder, die die weitere Profilierung der Stiftung prägen, sind Forschung, Bildung, die Ergänzung der Sammlungen sowie ein zeitgemäßes Kultur- und Wissenschaftsmarketing.

Der richtige Ort für die Zusammenfassung der Konzepte, die die Stiftungsarbeit und damit die Stiftung selbst ausmachen, ist aus Sicht der Stiftungsleitung die Fortschreibung des Masterplans »Kosmos Weimar«, mit dem die Stiftung ein langfristiges programmatisches Umgestaltungskonzept vorgelegt hat. Die unabdingbare Rückbindung an die Realien, also die Bestände und Sammlungen der Stiftung, stellt sicher, dass die Arbeit der Klassik Stiftung konkret verortet ist. Diesen Aspekt rückt die Stiftung mit dem Begriff »Kosmos Weimar« in den Fokus der Aufmerksamkeit. Zugleich betont dieser Begriff die Notwendigkeit, die Bestände und Sammlungen ganzheitlich neu zu ordnen.

Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung dieser Planungen sind zentrale Baumaßnahmen. Im Sommer 2011 erfolgt die Auslobung eines internationalen Architektenwettbewerbs zur Errichtung des neuen Bauhaus-Museums, dessen Eröffnung für das Jahr 2015 vorgesehen ist. Im Spätsommer 2011 wird der Bau des Zentralen Museumsdepots beginnen. Die Fertigstellung des Museumsdepots im Winter 2012/13 ist die maßgebliche Voraussetzung für die Umgestaltung des Stadtschlosses Weimar zum Zentrum der Stiftung. Bereits Mitte 2012 wird das sanierte Goethe- und Schiller-Archiv wiedereröffnet werden. Bei all dem ist zu berücksichtigen, dass der Kosmos-Begriff über die Kernepoche der Weimarer Klassik weit hinausgreift. Deshalb wird auch die Epoche zwischen 1918 und 1989 als Thema der Bildung und Gegenstand der Forschung eine wichtige Rolle spielen.

Vernetzung und Internationalisierung der Forschung
Die zunehmende Vernetzung der Fachdirektionen in den letzten Jahren begrüßt der Wissenschaftsrat ausdrücklich und empfiehlt, diese Entwicklung mittels interdisziplinärer Forschungsprojekte fortzusetzen und auszuweiten. Die Klassik Stiftung greift diese Empfehlung auf und wird die direktionenübergreifende Forschungsarbeit weiterhin entschlossen ausbauen. In diesem Zusammenhang sollen auch die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel ausgeschöpft werden.

Gleiches gilt für die Internationalisierung der wissenschaftlichen Arbeit. Mit dem Zentrum für Klassikforschung wurde eine Einrichtung ins Leben gerufen, die eine nachhaltige Internationalisierung ermöglichen und befördern wird. Während des vergangenen Jahres wurden bereits weitere ausländische Wissenschaftler kooptiert und für eine Mitarbeit im Zentrum für Klassikforschung gewonnen. Zusätzlich wird die Klassik Stiftung ihre Bemühungen intensivieren, als ein Zentrum des wissenschaftlichen Austauschs noch präsenter zu sein. Dabei wird die Frage eine Rolle spielen, wie und in welchem Umfang die Klassik Stiftung die infrastrukturellen Arbeitsbedingungen für Wissenschaftler ausbauen und verbessern kann. Dies setzt voraus, dass die hierfür benötigten Mittel zur Verfügung stehen.

Personelle und finanzielle Ausstattung der Stiftung
Der Wissenschaftsrat stellt fest, dass »die Klassik Stiftung Weimar […] sowohl personell als auch finanziell für die Erfüllung ihrer Aufgaben unzureichend ausgestattet« ist. In einigen Organisationseinheiten, vor allem im Stabsreferat Forschung und Bildung, in der Verwaltung und in den Museen, werden deutliche Unterbesetzungen beklagt. Die Stiftung teilt die Einschätzung des Wissenschaftsrates und hält eine Erweiterung des Stellenplans für unverzichtbar – insbesondere vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die aus der Umsetzung des Masterplans »Kosmos Weimar« resultieren.

Bei Umsetzung seiner Empfehlungen geht der Wissenschaftsrat von einer vielversprechenden Entwicklung der Stiftung in ihrer momentanen institutionellen Verfasstheit aus. Die Klassik Stiftung begrüßt diese Einschätzung und sieht sich für die Herausforderungen der kommenden Jahre und die Fortschreibung des Masterplans »Kosmos Weimar« gut gerüstet, wenn die jetzt vom Wissenschaftsrat vorgeschlagenen konzeptionellen, strukturellen und materiellen Verbesserungen rasch verwirklicht werden.

Für weitere Informationen steht Ihnen Timm Schulze zur Verfügung (03643 | 545-113 und 0172 | 79 999 59).

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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