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»Quartier Weimarer Moderne« – Leipziger Architekten gewinnen Realisierungswettbewerb für den Kiosk am bauhaus museum weimar

Mo, 04. Juni 2018

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Bei der heutigen Preisverleihung für den Realisierungswettbewerb »Kiosk am bauhaus museum weimar« erhielten die Leipziger Architekten Romy Heiland und Christian Pfeifer für ihren Entwurf eines mobilen Kiosks mit Lamellenhaube den ersten Preis. Der Entwurf wird bis zum Bauhaus-Jubiläum 2019 auf dem Vorplatz des bauhaus museum weimar realisiert. Neben dem Gewinnerentwurf erhielten vier weitere der insgesamt 15 bewerteten Entwürfe Auszeichnungen. Von Dienstag, 5. Juni, bis Sonntag, 10. Juni, können alle Arbeiten im Foyer des Neuen Museums von 12 bis 18 Uhr eingesehen werden.

»Weimar bildet 2019 das Zentrum des Bauhaus-Jubiläums. Die Eröffnung des bauhaus museum weimar, das ›Quartier Weimarer Moderne‹ und viele andere Aktivitäten in der Stadt bieten nicht nur die Chance, Thüringen noch stärker auf der Bauhaus-Landkarte zu verankern, sondern sind ein entscheidender Impuls für den Thüringen Tourismus«, betonte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Der Informationskiosk und das Fußgängerleitsystem seien damit nicht nur ein Informationspunkt, sondern ein wichtiger Ankerpunkt für die touristische Infrastruktur zwischen Bahnhof und Congress Zentrum. Das Land fördert die Infrastruktur und den Kiosk mit über 124.000 Euro.

Der Kiosk auf dem Vorplatz des bauhaus museum weimar ist als touristischer Angelpunkt für das »Quartier Weimarer Moderne« geplant, das die Klassik Stiftung gemeinsam mit der Stadt Weimar, der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie weiteren Kulturträgern und Initiativen anlässlich des Bauhaus-Jubiläums 2019 entwickelt. Er wird vornehmlich der Ausgabe von Informationsmaterial und der Beratung zum Quartier dienen. Im Rahmen des Realisierungswettbewerbs suchten die beteiligten Institutionen nach einer experimentellen mobilen Architektur. Sie soll sich im städtebaulichen Kontext und insbesondere im Spannungsfeld von historischem Bestand und Museumsneubau einerseits einfügen, andererseits aber die notwendige Signalwirkung besitzen, um das Interesse der Besucher zu wecken.

Laut Jury unter Vorsitz von Antje Osterwold (Weimar) entspricht der Gewinnerentwurf von Romy Heiland und Christian Pfeifer diesen Anforderungen an die Mobilität und Funktion des Kiosks sowie an die stadträumliche Einordnung – auch an unterschiedlichen Standorten – in hervorragender Weise. Das Konzept ist mobil, der Kiosk nach zwei Seiten ausgerichtet. Die obere Lamellenhaube mit Schriftzug kann zu Transportzwecken mechanisch abgesenkt und bei Öffnung des Kiosks wieder angehoben werden. Dabei sendet sie zugleich als Laterne ein zurückhaltendes Lichtsignal. Insbesondere der Kontrast zwischen der robusten Schutzhülle und dem feinen Inneren überzeugte das Preisgericht.

»Der Entwurf von Romy Heiland und Christian Pfeifer verbindet Funktionalität für das neue Museum und das ganze Quartier mit einem gehörigen Schuss Ironie, durch die der Kiosk das disparate, von zeitlos-schön bis elend banal reichende Spektrum der architektonischen Ungetüme seiner Umgebung sichtbar macht«, so Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar.

Das »Quartier Weimarer Moderne« mit dem bauhaus museum weimar als Knotenpunkt wird historische Stätten und Erinnerungsorte der Moderne in ganz Weimar miteinander verbinden. Hier, am Standort des neuen Museums, treffen drei Zeitschichten auf historisch einmalige Weise und in einer Art Brennpunkt aufeinander: die Grün-, Kultur- und Sportachse westlich des Neubaus als »Kultur-Projekt« der Weimarer Republik, das ab 1937 gebaute nationalsozialistische »Gauforum«, das zugleich das logistische Zentrum der europäischen Zwangsarbeit war, und die unübersehbare Antwort aus der DDR-Zeit auf dieses Gebiet, der »Lange Jakob«. Gemeinsam mit der Stadt Weimar, der weimar GmbH, dem Stadtmuseum, der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, der Bauhaus-Universität Weimar und dem Haus der Weimarer Republik entwickelt die Klassik Stiftung daher ein lebendiges Museumsquartier, das den Bogen vom ausgehenden 19. Jahrhundert über die ambivalente Historie der Moderne bis zur Gegenwart spannt.

Preisträger
1. Preis:               Romy Heiland und Christian Pfeifer, Leipzig
2. Preis:               Marcel Ebert, ABE – Architekturbüro Eichhorn GmbH, Coburg
3. Preis (1):         LIMA Architekten, Lisa Bogner und Tobias Manzke, Stuttgart
3. Preis (2):         Robert Dix, Leipzig
Anerkennung:    Bernd Gildehaus, Weimar

Das Projekt wird gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Ausstellung
Wettbewerb »Kiosk am bauhaus museum weimar«
5. bis 10. Juni | 12 bis 18 Uhr
Neues Museum Weimar | Foyer
Jorge-Semprún-Platz 5 | 99423 Weimar