Park an der Ilm. Ausschnitt aus dem »Grundriß von der Großherzogl.- Sächs. Residenzstadt Weimar, aufgenommen, berechnet und gezeichnet von J. V. Blaufuß«, 1818/22 © Klassik Stiftung Weimar

Stadt Weimar übergibt das Haus Am Horn an die Klassik Stiftung | Haus Am Horn ab morgen parallel zum Berliner Eröffnungsfestival des Bauhaus-Jahres geöffnet

Mo, 14. Januar 2019

Am heutigen Montag, 14. Januar, übergab Dr. Claudia Kolb, Dezernentin für Bauen und Stadtentwicklung der Stadt Weimar, symbolisch den Schlüssel für das UNESCO-Welterbe Haus Am Horn an Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung. Die vertragliche Zustiftung in das Immobilienvermögen der Stiftung war bereits zum 1. Januar 2019 erfolgt, gemäß den Beschlüssen von Stiftungsrat und Stadtrat.

»Mit dem heutigen Tag übergibt die Stadt das grundhaft sanierte Haus Am Horn in die Obhut der Klassik Stiftung Weimar. Damit geht das berühmte Gebäude nun in die Hände des Hauptakteurs des Bauhaus-Jubiläums über«, sagte Dr. Claudia Kolb. »Ich bin überzeugt, dass die öffentliche Zugänglichkeit dieses einmaligen Hauses damit auch in der Zukunft sicher gestellt ist.«

»Das Haus Am Horn ist von unschätzbarer Bedeutung für die Vermittlung der Weimarer Bauhaus-Zeit«, betonte Hellmut Seemann. »Die Stadt macht uns damit gleich zu Beginn des Bauhaus-Jahres ein großes Geschenk, und dafür möchten wir uns sehr herzlich bedanken. Zusammen mit dem neuen Bauhaus-Museum und der Ausstellung im Neuen Museum Weimar können wir für unsere Besucher so das Staatliche Bauhaus Weimar zum 100-jährigen Gründungsjubiläum in seiner ganzen Bandbreite erlebbar machen.«

Ab Dienstag, 15. Januar, bis Sonntag, 20. Januar, ist das Haus Am Horn parallel zum Bauhaus-Eröffnungsfestival in Berlin jeweils von 10 bis 16 Uhr mit einer Tafelausstellung zur Hausgeschichte und den erfolgten Restaurierungsarbeiten für Besucher geöffnet. Am 18. Mai 2019, dem 136. Geburtstag von Walter Gropius, wird das Haus Am Horn allen Besuchern mit der neuen Ausstellung offen stehen.

Das vom Bauhaus-Meister Georg Muche entworfene Musterhaus entstand zur ersten großen Werkschau und Bauhaus-Ausstellung 1923 mit der Unterstützung des Architekturbüros von Walter Gropius. Hier wurden die revolutionären architektonischen Ideen des Bauhauses erstmals erkennbar. Das Mobiliar war von Marcel Breuer, Theodor Bogler, Alma Siedhoff-Buscher und anderen in den Bauhaus-Werkstätten realisiert worden. In seiner wechselvollen Nutzungsgeschichte fand das Haus Am Horn Verwendung als Mietwohnung sowie als Ausstellungsraum und Seminargebäude. Als einziges in Weimar realisiertes Bauhaus-Gebäude gehört es seit 1996 zum UNESCO-Welterbe »Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau«. Ende 1997 übernahm der Freundeskreis der Bauhaus-Universität Weimar als Erbbaupächter das im städtischen Besitz befindliche Haus Am Horn und ließ es mit finanzieller Unterstützung der Sparkasse Hessen-Thüringen bis 1999 rekonstruieren und im Hinblick auf geplante Wechselausstellungen und eine temporäre Büro- und Wohnnutzung umfassend sanieren. Mit dem Auslaufen des Erbbaupachtvertrags  am 25. August 2017 übernahm die Stadt Weimar wieder die Gesamtverantwortung und führte daraufhin Gespräche mit der Klassik Stiftung über einen Eigentümerwechsel.

Seit 2015 wird das Haus Am Horn für das Bauhausjahr vorbereitet. Ziel ist es, das von den Bauhäuslern ›Versuchshaus Am Horn‹  genannte Gebäude als das erste gestalterische und technologische Zeugnis einer Bauhaus-Architektur sichtbar zu machen. Das Haus am Horn soll künftig nicht nur eine Ausstellung zeigen, sondern selbst wieder präsent sein. Mit der Umsetzung dieser Aufgabenstellung hat die Stadt Weimar die Klassik Stiftung Weimar betraut. Es erfolgten Veränderungen in Materialitäten und Oberflächen, die gegenüber dem Sanierungsstand von 1999 ein verändertes äußeres und inneres Erscheinungsbild zur Folge haben und dem Zustand von 1923 möglichst nahe kommen. Für diese Sanierungsarbeiten von 2015 bis 2018 stellten der Bund und das Land Thüringen aus dem Bundesprogramm ›Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland (InvestOst)‹ und der Richtlinie zur Förderung von Kultur und Kunst Fördermittel in Höhe von 838.156 Euro zur Verfügung. Die darin enthaltene Sanierung der Freifläche wird die Klassik Stiftung bis Ende März 2019 fertigstellen.