Park an der Ilm. Ausschnitt aus dem »Grundriß von der Großherzogl.- Sächs. Residenzstadt Weimar, aufgenommen, berechnet und gezeichnet von J. V. Blaufuß«, 1818/22 © Klassik Stiftung Weimar

Klassik Stiftung Weimar stellt Pläne für das Stadtschloss bis 2023 vor

Di, 15. Mai 2018

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Im Sommer 2018 beginnt die Klassik Stiftung Weimar mit dem ersten Bauabschnitt der Gesamtinstandsetzung des Stadtschlosses. Bis 2023 entsteht in dem UNESCO-Welterbe das Portal der Stiftung, wo die Besucher willkommen geheißen werden. Im 1. Obergeschoss, der Beletage des Schlosses, präsentiert die Stiftung eine völlig neu konzipierte Ausstellung. Das Stadtschloss wird attraktive Angebote mit neuen Schwerpunkten der musealen Vermittlung verbinden. Große Bereiche werden kostenfrei zugänglich sein. Mit der jetzigen Umgestaltung wird das Schloss zur Klammer, die den einzigartigen Überlieferungszusammenhang Weimars erschließt und im Licht unserer Epoche lebendig werden lässt. Über Jahrhunderte war das Schloss Zentrum der Stadt Weimar und des Staates Sachsen-Weimar. Heute soll es dem Publikum aus aller Welt als kulturgeschichtlich herausragendes Denkmal lebendig vermittelt werden. Wegen der Baumaßnahmen wird das Schloss ab dem 2. Juli 2018 geschlossen sein.

Stiftungspräsident Hellmut Seemann betonte: »Wir entwickeln das Weimarer Stadtschloss in den kommenden Jahren zum Zentrum der Klassik Stiftung und wünschen uns, dass ein Besuch in Weimar künftig hier seinen Anfang nehmen wird. Diese großartige Perspektive für das Schloss und seine Besucher kann mit dem Beginn der Bauarbeiten nun endlich auch nach außen sichtbar werden. Dennoch muss gesagt sein, dass wir nur den ersten Schritt vollziehen. Wir werden ausräumen, schließen, bauen, wiedereröffnen – aber auch 2023 wird das Projekt nicht abgeschlossen sein. Die Entwicklung dieses einmaligen historischen Erbes, über einen Zeitraum von annähernd 1.000 Jahren entstanden, wird schwerlich im Zeitrahmen nur einer Generation vollständig erneuert werden. Es bedarf auch weiterhin großer Anstrengungen.«

Besucher erschließen das Schloss in Zukunft über eine ›Passage‹ im Ostflügel und erreichen die Beletage über den historischen Zugang, das Gentzsche Treppenhaus. Auf dem Weg vom ›Portal‹ im Nordflügel eröffnet die ›Passage‹ Besuchern die Möglichkeit, die frühe Baugeschichte kennenzulernen. ›Portal‹ und ›Passage‹ zählen zu den kostenfrei zugänglichen Museumsbereichen. Bereits im ›Portal‹ erwarten den Besucher thematische Präsentationen zur Weimarer Kulturgeschichte von der Reformationszeit bis zum 20. Jahrhundert.

Die Ausstellung der Beletage verfolgt einen kulturgeschichtlichen Ansatz. Parallel zur Erzählung von Ereignisgeschichte und Geschichte der Künste, von Dynastie und Politik gewährt die Präsentation Einblicke in die Welt der »Dienstbarkeit«, also in die verborgene Organisation des Schlosses als eines sozialen Organismus. Für die museale Vermittlung stehen vier Raumtypen zur Verfügung: Zwischen »Schauräumen« mit erhaltener Raumfassung und Ausstattung werden »Erzählräume« liegen, deren Raumausstattung nur teilweise oder gar nicht überliefert ist, und die so eine freiere Präsentation zulassen. Ergänzt werden sie durch »Dynamische Räume«, die eine Aktualisierung der Ausstellung im Sinne einer »Sammlung in Bewegung« erlauben. »Einführungsräume« schließlich werden jeweils in das Thema der folgenden Raumsequenz einführen.

Für die Graphischen Sammlungen entsteht ein Tiefdepot im Bereich des Burgplatzes mit direkter Anbindung an den Südflügel des Schlosses, wo im Erdgeschoss die Restaurierungswerkstätten und im Obergeschoss der Vorlegesaal und ein Seminarraum untergebracht sein werden. Als »kunsthistorisches Kraftzentrum« mit internationalen Spitzenwerken von Albrecht Dürer bis Andy Warhol werden die Graphischen Sammlungen künftig zum öffentlichen Bereich des Stadtschlosses gehören.

Rahmendaten

Stadtschloss Weimar

Burgplatz 4, 99423 Weimar

 

Architektur:

ARGE SCHLOSS WEIMAR (Brenne Architekten, Berlin, und Tectum Hille + Kobelt Architekten, Weimar)

Ausstellungsarchitektur:

Duncan McCauley, Berlin

Kosten Schloss:

40 Mio. Euro (finanziert durch die Bundesrepublik Deutschland und den Freistaat Thüringen)

Kosten Tiefdepot:

8,4 Mio. Euro (finanziert aus dem Hilfsprogramm »Hochwasser 2013« von Bund und Ländern)

Bauzeitraum:

Herbst 2018 bis Ende 2021 (Gesamtschließung ab 2. Juli 2018)

Wiedereröffnung:

2023

Für Rückfragen stehen Ihnen Timm Nikolaus Schulze (03643 545-700 | 0176 241 614 52) und Franz Löbling (03643 545-113 | 0172 79 99 959) gern zur Verfügung.