Geschichte

Die Klassik Stiftung Weimar ist am 1. Januar 2003 aus dem Zusammenschluss der Stiftung Weimarer Klassik mit den Kunstsammlungen zu Weimar hervorgegangen. Durch diese Fusion kamen wesentliche Teile des Kunstbesitzes des ehemals Großherzoglichen Hauses Sachsen-Weimar und Eisenach in den Verantwortungsbereich der Klassik Stiftung. Seitdem ist der Weimarer Kulturbesitz, soweit er die Katastrophen des 20. Jahrhunderts überstand, weitgehend in der Klassik Stiftung vereint. Fünf Schlösser mit ihren historischen Parkanlagen, über 20 Museen, die Häuser zahlreicher Künstler und Intellektueller, die Herzogin Anna Amalia Bibliothek und das Goethe- und Schiller-Archiv repräsentieren eine für Deutschland einzigartige Verdichtung kultureller Überlieferung vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.

Die Anfänge der heutigen Stiftung reichen ins späte 19. Jahrhundert zurück. Goethes Enkel Wolfgang Walther von Goethe starb 1885. Durch sein Testament hatte er bestimmt, dass das Haus am Frauenplan mit Goethes umfangreichen Sammlungen in das Eigentum des Großherzogtums fallen solle. Goethes schriftlichen Nachlass erbte Großherzogin Sophie. Noch im gleichen Jahr gründete das Großherzogliche Paar das Goethe-Nationalmuseum und das Goethe-Archiv; letzteres wurde 1889 nach der Eingliederung des Schiller-Nachlasses in Goethe- und Schiller-Archiv umbenannt.

Nach der Abdankung des letzten Großherzogs Wilhelm Ernst im Jahre 1918 entstanden im Zuge der Auseinandersetzung zwischen dem ehemals Großherzoglichen Haus und dem Land Thüringen 1922 die Staatlichen Kunstsammlungen zu Weimar. Das Goethe- und Schiller-Archiv blieb selbständig und wurde gemeinsam vom ehemals Großherzoglichen Haus, dem Land Thüringen und der Goethe Gesellschaft verwaltet. Die Großherzogliche Bibliothek wurde Thüringische Landesbibliothek.

Nach dem Zweiten Weltkrieg befanden sich Weimar und seine Sammlungen in einem desolaten Zustand. Die DDR gründete 1953 die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur in Weimar (NFG), in denen nach und nach der ehemals Großherzogliche Kulturbesitz  erstmals in einer Institution zusammengeführt wurde, nicht aber die Kunstsammlungen zu Weimar. Schloss Kochberg, das Nietzsche-Archiv, Schloss Ettersburg, die Thüringische Landesbibliothek, der Park an der Ilm und die Schlösser und Parkanlagen von Tiefurt und Belvedere gelangten unter das Dach der NFG. Nach der Wiedervereinigung wurden diese Einrichtungen und ihre Sammlungen im Oktober 1991 in die neu gegründete, zunächst unselbständige, seit 1994 selbständige Stiftung Weimarer Klassik überführt.

Kunstsammlungen zu Weimar

Die Kunstsammlungen zu Weimar, in die nach der Abdankung des letzten Großherzogs im Wesentlichen der fürstliche Kunstbesitz eingegangen war, blieben auch nach 1945 institutionell von den Sammlungen Goethes und denen seiner Zeitgenossen getrennt. Erst in den Jahren nach 1990 konnten die Kunstsammlungen zu Weimar, darunter auch die Sammlungen zur Moderne und zum Bauhaus, neu strukturiert und schließlich 2003 mit der Klassik Stiftung Weimar fusioniert werden.

Gütliche Einigung

Im Rahmen einer Gütlichen Einigung des Freistaats Thüringen mit dem ehemals Großherzoglichen Haus Sachsen-Weimar und Eisenach konnten 2003 die Überlieferung des fürstlichen Kunstbesitzes sowie die Bestände des Goethe- und Schiller-Archivs dauerhaft für Weimar und sein kulturelles Erbe gesichert werden.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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