Auf dem Landgut in Oßmannstedt etwa zehn Kilometer nordöstlich von Weimar verlebte Christoph Martin Wieland, einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung, von 1797 bis 1803 produktive Jahre. Das barocke Gutshaus, heute ein Museum mit zum Teil noch originalem Interieur, und der Park, in dem sich Wielands Grabstätte befindet, geben Einblicke in das Leben und Wirken des bedeutenden Dichters, Übersetzers und Herausgebers.

Das Wieland-Museum

Als einen „symbolischen Ort für die deutsche Spätaufklärung“ bezeichnete Jan Philipp Reemtsma das Anwesen mit dem 2005 neu eingerichteten Museum. Dem Germanisten und Wieland-Forscher ist die Restaurierung des Gebäudes maßgeblich zu verdanken.

Bibliotheks- und Arbeitszimmer
Bibliotheks- und Arbeitszimmer
Musikzimmer
Musikzimmer

In den historischen Räumen befinden sich Möbel und Interieur aus Wielands Besitz. Zudem können die Besucherinnen und Besucher eine virtuelle Reise durch Wielands Zeitalter unternehmen und erhalten Einblick in das Leben und Wirken des Dichters. Im „Digitalen Osmantinum“ sind weiterführende Texte und Bilder zur Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts sowie der aktuelle Forschungsstand abrufbar.

Grabstätte

Seinem Wunsch gemäß fand Wieland 1813 in einer abgelegenen Partie des Parks direkt an der Ilm seine letzte Ruhestätte an der Seite seiner Gemahlin Anna Dorothea und von Sophie Brentano, die 1800 erst 24-jährig nach schwerer Erkrankung in Oßmannstedt verstorben war. Das Grabmal, ein dreiseitiger Obelisk aus Sandstein, trägt neben den Lebensdaten der hier Beigesetzten die von Wieland verfasste Inschrift: „Liebe und Freundschaft umschlang die verwandten Seelen im Leben – Und ihr Sterbliches deckt dieser gemeinsame Stein.“

Grabmal von Wieland, seiner Frau Anna Dorothea und Sophie Brentano
Grabmal von Wieland, seiner Frau Anna Dorothea und Sophie Brentano
Detailaufnahme: Goldener Schmetterling auf dem Oßmannstedter Grabmal
Detailaufnahme: Goldener Schmetterling auf dem Oßmannstedter Grabmal

Bildungs- und Forschungsstätte

Im Wielandgut Oßmannstedt betreibt die Weimar-Jena-Akademie im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar eine Bildungsstätte, die neben kulturellen Seminaren auch Übernachtungsmöglichkeiten und Tagungsräume bietet. Zudem befindet sich dort die Arbeitsstelle Wieland-Edition, in der derzeit eine historisch-kritische Gesamtausgabe von Wielands Werken, die sogenannte Oßmannstedter Ausgabe, erarbeitet wird.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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