Das barocke Stadtpalais im Zentrum Weimars war bis 1807 der langjährige Witwensitz von Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar und Eisenach. Hier fanden ihre berühmten Abendgesellschaften statt. Das ehemalige Wohnzimmer der Regentin gehört mit seiner Ausstattung zu den authentischsten Räumen, die die Wohnkultur um 1800 widerspiegeln.

Blick auf Haus und Garten
Blick auf Haus und Garten
Steinerne Putten balgen sich auf dem Dach des Wittumspalais
Putti auf dem Dach

Ausstellung

Im Rundgang sind die ehemaligen Wohn- und Repräsentationsräume der Herzogin zu sehen. Die Ausstattung der Zimmer ist beispielhaft für die Wohnkultur um 1800 und gibt einen Einblick in die vielseitigen Interessen Anna Amalias. Seit dem Ende ihrer Regentschaft 1775 widmete sie sich hier der Musik, dem Theater und der Zeichenkunst. An ihre Familie und die vielen Gäste des Hauses, die sie in geselligen Abendveranstaltungen um sich versammelte, erinnern zahlreiche Kunstwerke.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen die Einrichtung des Tafelrundenzimmers, das Deckengemälde im Festsaal sowie das nahezu authentisch ausgestattete Wohnzimmer Anna Amalias, der Grüne Salon.

Über die Geschichte des Wittumspalais informiert eine interaktive und multimediale Ausstellung im Erdgeschoss.

Geschichte

Georg Melchior Kraus, Abendgesellschaft bei Anna Amalia, 1795
Georg Melchior Kraus, Abendgesellschaft bei Anna Amalia, 1795
Deckengemälde im Festsaal
Deckengemälde im Festsaal
Eduard Lobe, Wittumspalais, kolorierte Radierung
Eduard Lobe, Wittumspalais, kolorierte Radierung

Nach dem verheerenden Schlossbrand 1774 erwarb Herzogin Anna Amalia das von 1767 bis 1769 errichtete Palais an der Esplanade von ihrem Minister Jakob Friedrich Freiherr von Fritsch als Witwensitz. Die Räume ließ sie nach ihren Vorstellungen von Adam Friedrich Oeser, Direktor der Leipziger Zeichenakademie, umgestalten und mit Deckenmalereien verzieren. Die von ihr konzipierten Gartenanlagen gingen durch die Bebauung des Theaterplatzes Anfang des 19. Jahrhunderts verloren.

Nach Anna Amalias Tod im Jahr 1807 erbte ihr Sohn Carl August die Kunst- und Einrichtungsgegenstände des Palais. Einige Stücke hatte die Herzogin Mitgliedern ihres Hofstaates vermacht. Das Anwesen gelangte dagegen in die Verwaltung des Hofmarschallamtes und wurde zeitweilig vermietet. Der Festsaal sowie die angrenzenden Räume wurden zum Beispiel der Freimaurerloge „Anna Amalia zu den drei Rosen“ zeitweise zur Verfügung gestellt. In den 1870er Jahren ließ Großherzog Carl Alexander das Palais sanieren und richtete eine museale Erinnerungsstätte für seine Urgroßmutter Anna Amalia ein.

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Schönfärbe und Kammerfrauenhaus

Zum Gebäudeensemble des Wittumspalais gehören die sogenannte „Schönfärbe“ und das Kammerfrauenhaus. Beide Häuser sind bereits vor dem Anbau des Palais von 1767 bis 1769 für Freiherrn von Fritsch vorhanden gewesen. Die Bezeichnung „Schönfärbe“ geht auf die Nutzung als Färberei ab 1711 zurück. Bei den Bauarbeiten in den 1760er Jahren wurden die bestehenden Gebäudeteile in die Planungen einbezogen, wodurch die heute erlebbare Hofanlage entstand.

Gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen erfolgte von 2016 bis 2018 eine denkmalgerechte Instandsetzung beider Häuser. In den Räumen hat heute das Stabsreferat Forschung und Bildung der Klassik Stiftung Weimar seinen Sitz. Auch finden hier künftig museumspädagogische Veranstaltungen, darunter  Bildungsprojekte mit Jugendlichen, Fortbildungen für Lehrkräfte sowie Begegnungsformate wie „Kunst und Kaffee“, statt.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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