Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.
Übersicht der diesjährigen Weimar-Fellows, Nietzsche-Fellows und Bauhaus-Fellows in chronologischer Reihenfolge
Florian Endres (Nietzsche-Fellow, Dezember 2025/ Januar 2026)
Florian Endres is a PhD candidate in Comparative Literature at Princeton University. His research explores how disruptions—“glitches”—reveal the hidden workings of abstraction in art, philosophy, and science. His dissertation traces breakdowns and dislocations in the work of Alfred Sohn-Rethel, Étienne-Jules Marey, and Sigmund Freud, from Dürer’s engravings to early media experiments in Naples. Drawing on critical theory, psychoanalysis, and media history, the project reconstructs a media history of abstraction rooted in failure and epistemic displacement. In Weimar, he will reflect on the relationship between place, memory, and abstraction, and explore how minor archives and peripheral geographies reshape the writing of intellectual history.


Dimitris Kastritis (Nietzsche-Fellow, Januar/Februar 2026)
Dimitris Kastritis is a PhD candidate at the Institute of Philosophy at Leiden University (NL). His dissertation, supervised by Associate Professor H.W. Siemens (Leiden) and Prof. T. Giοuras (Crete, GR), focuses on political realism in the works of Friedrich Nietzsche and Max Weber. He has been employed as a research assistant at the Historical Archive of the University of Athens (NKUA) and has taught in the BA International Studies programme at Leiden University. During his stay at the Nietzsche-Κolleg, he will be focusing on two key questions related to the topic of political realism in Nietzsche and Weber: first, the issue of value-emergence and the distinctive historical character of values in modernity; second, how the historical understanding of values paves the way for a version of political realism that offers critical and normative perspectives to theorise politics despite the rejection of universal moral norms.
Alexander Spirawski (Weimar-Fellow, Januar/Februar 2026)
Alexander Spirawski, Historiker mit den Forschungsschwerpunkten Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, deutscher Föderalismus in historischer Perspektive sowie klassisches und nachklassisches Weimar, erarbeitet gegenwärtig an der Friedrich-Schiller-Universität Jena seine Promotion zu dem Thema „Die innerdeutschen Gesandtschaften 1867 bis 1945. Das innerdeutsche Gesandtschaftswesen Preußens, Sachsens, Mecklenburg-Schwerins, Mecklenburg-Strelitzens, Oldenburgs sowie Braunschweigs“, wofür er in Weimar zu der preußischen und sächsischen Gesandtschaft, welche im Deutschen Reiche in der Residenzstadt des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach ihren Sitz hatten, sowie zu deren mannigfachen Beziehungen zu den Großherzögen sowie zu ihren Sammlungen forscht.


Kimberley Wegner (Weimar-Fellow, Januar/Februar 2026)
Kimberley Wegner ist Literaturwissenschaftlerin und forscht zu Goethe, zur historischen Bibliotheks- und Provenienzforschung, zur Genderforschung sowie zur Literatur vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. In der Vergangenheit war sie u. a. an den Projekten Autorenbibliotheken und Goethe digital beteiligt, als Forschungshospitantin im Forschungsverbund MWW tätig und stellte zuletzt auf dem internationalen Symposium junger Goetheforschung 2025 ihre Forschung vor. Ihre Abschlussarbeit erschien bei der Bamberg University Press; weitere Publikationen folgten wie im Handbuch Literaturvermittlung (Metzler 2025). Als Weimar-Fellow widmet sie sich der bislang kaum erforschten Privatbibliothek Großherzogin Sophies. Anhand der Transkription des handschriftlichen Bibliothekskatalogs und der Analyse weiterer Weimarer Bestände soll diese untersucht werden. Dabei werden Sammlungsschwerpunkte identifiziert und die kulturhistorische Einordnung Fürstinnenbibliotheken im 19. Jahrhundert herausgearbeitet, um so zur Sichtbarkeit weiblicher Wissens- und Sammlungskulturen beizutragen.
Nicola Groß (Nietzsche-Fellow, Februar/März 2026)
Nicola Groß studierte Kunstgeschichte sowie vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften in Bonn und Aarhus. Von 2022 bis 2025 war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Graduiertenkolleg »Identität und Erbe« der Bauhaus-Universität Weimar. Seit 2023 promoviert sie an der Professur Kulturgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo sie auch als Lehrbeauftragte tätig ist. Für ihre Dissertation unternahm sie 2023–2024 Forschungsreisen nach Sápmi. Am Fallbeispiel des Museums für Völkerkunde Hamburg (heute MARKK), mit der in Deutschland zweitgrößten Sámi-Sammlung, untersucht sie bislang unbeachtete inner-europäische koloniale Verflechtungen sowie Macht- und Wissenssysteme im Kontext der Aneignung, Archivierung und epistemischen Verarbeitung sámischen Kulturerbes über Landesgrenzen hinweg. Im Rahmen des Nietzsche-Fellowships wird sie das Dissertationsprojekt weiterentwickeln und verschriftlichen.


Olivia Garro (Weimar-Fellow, März/April 2026)
Olivia Garro is a PhD candidate at the Centre for Arts, Memory and Community at Coventry University. Her PhD dissertation focuses on the prints of F. M. Guazzo’s 1608 Compendium Maleficarum, the most illustrated early modern treatise on witchcraft. She holds a master’s degree in Art History, Curatorship and Renaissance Culture from the Warburg Institute, a master’s in Exhibition Design and Curation and a bachelor’s in Graphic Arts at the Accademia di Belle Arti (Firenze). She works at the British Museum, on the CAMC project “Preserving the Local Newspaper Archive” and serves as Deputy Chair of the DECR Committee of the Association for Art History. Her next research project, titled “Imagery to Imaginary: Representations of Witchcraft From Religious Persecution to Aesthetic Fascination” enquires into the relationship between art and belief as witchcraft became a topic of artistic exploration in the eighteenth century. During the Weimar Fellowship, Olivia will research works by Bonaventura Genelli and Heinrich Vogeler, and the unique text-image relationship in Johann Wolfgang Goethe’s drawings for his Faust.
Giulia Baldelli (Gastforscherin, April 2026)
Giulia Baldelli studierte Germanistik und Philosophie in Basel und an der FU Berlin. Nach einigen Jahren als Theaterdramaturgin promovierte sie 2025 am Stuttgart Research Center for Text Studies mit einer Arbeit zur Entstehungs- und Publikationsgeschichte der Werke des Görlitzer Mystikers Jacob Böhme. Seit 2018 co-ediert sie zudem Böhmes Schriften im Rahmen einer historisch-kritischen Ausgabe, die im frommann-holzboog Verlag erscheint. Derzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Stuttgart Research Center for Text Studies im Projekt „Goethes Venezianische Epigramme – Kritische digitale Edition“. Das Projekt umfasst die textkritische Aufbereitung sämtlicher Textträger, Varianten, Vorstufen und Entwürfe der Epigramme sowie ihre Präsentation in einer topographisch-diplomatischen Umschrift innerhalb einer digitalen Edition. Ziel ihres Weimar-Aufenthaltes ist die abschließende Entzifferung und Transkription aller im Goethe- und Schiller-Archiv überlieferten Textträger der Venezianischen Epigramme.

Axel Doßmann (Bauhaus-Fellow, April/Mai 2026)
Nach dem Studium der Geschichte und Kulturwissenschaften habe ich für Ausstellungen, Hörfunk und Film gearbeitet und promoviert. Bis 2025 lehrte ich an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena zur Kultur- und Mediengeschichte. Gegenwärtig stehen Forschungen zu jüdischer Zeugenschaft, fotografiertem Sozialismus, Rassismus und Fake News im Vordergrund. Für mein Projekt „Stimmen nach der Befreiung. Weimarer Klassik 1945-1949“ erkunde ich literarische Texte, Interviews, Briefe u.a. in den Archiven der Klassik Stiftung und der Gedenkstätte Buchenwald. Mit Montagen und Essays für Radio und Podcast soll zu Gehör gebracht werden, was nach 1945 über das Verhältnis von Weimar und Buchenwald artikuliert worden ist. Welche Worte und Tonlagen wählten Menschen mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen in Weimar und im „K.L. Ettersberg“, wenn sie über Bildung und Verbrechen, deutsche Kulturnation und Europa reflektierten? Welche Echos löst dieses historische Wissen heute aus?
Isabelle Riepe (Weimar-Fellow, April/Mai 2026)
Isabelle Riepe ist Historikerin und promovierte im Oktober 2025 mit einer Dissertation über die materielle Begriffsgeschichte der Weltliteratur am European University Institute in Florenz. Ihre Forschung in Weimar konzentriert sich auf die Stadt als Verlags- und Handelsknoten um 1800. Ziel ist es, ästhetisch-literarische Perspektiven über Weimar, die Weimarer Klassik und seine ‚Klassiker‘ materiell und kommerziell zu ergänzen. Dafür nutzt sie Werke und Objektsammlungen im GSA,
der HAAB und den Museen in Weimar, um die Begriffe Weltmarkt, Weltbürger und Weltliteratur materiell und intellektuell in Weimar zu verorten. Durch die Kombination von Begriffsgeschichte und materieller Kulturforschung argumentiert sie, dass Dichtung und historische Realität permeabel sind, wodurch, zum Beispiel, Parabeln und Metaphern als materielle Evidenzen für die Lebensumstände ihrer Autoren gelesen werden können.


Paul Schulmeister (Nietzsche-Fellow, April/Mai 2026)
Paul Schulmeister studierte Philosophie und Deutsche Literatur in Freiburg und Berlin und arbeitete in verschiedenen wissenschaftlichen Kontexten (Forschungsstelle Nietzsche-Kommentar, Freiburg; Exzellenzcluster Bild. Wissen. Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor, Berlin) zu Fragen der Technikphilosophie, Medien- und Wissensgeschichte. Im Rahmen des Nietzsche-Fellowships untersucht er Nietzsches Kommunikationspraktiken im „telegrafischen Zeitalter“. Sein Projekt analysiert Telegramme, Briefe und Postkarten als Bestandteile eines sich im späten 19. Jahrhundert ausbildenden Kommunikationssysteme und fragt nach ihrem Gebrauch und ihrer Bedeutung für Nietzsches Denken. Unter Einbezug aktueller Studien zur Geschichte und Historiografie der Technik/Telegrafie sollen Nietzsches Texte und Quellen medienhistorisch neu erschlossen werden, um die Auswirkungen technischer Vernetzung auf Stil, Wahrnehmung und Sprache bei Nietzsche und seinen Zeitgenossen sichtbar zu machen. Ziel ist eine präzisere Verortung von Nietzsches Werk innerhalb der materiellen Kultur moderner Kommunikation.
Melanie Hillerkus (Weimar-Fellow, Mai/Juni 2026)
Melanie Hillerkus ist momentan noch Doktorandin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und befindet sich in der finalen Schreibphase ihres interdisziplinären Dissertationsprojekts. Dieses untersucht Geschlechterinszenierungen und Spielräume sexueller Freiheit im Drama und Theater des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit hat sie sich bereits mit dem Weimarer Hoftheater unter der Direktion von Johann Wolfgang von Goethe beschäftigt und dabei festgestellt, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen des Schauspielensembles noch vielfach unbeleuchtet und zudem noch nicht geschlechterhistorisch erforscht sind. Sie möchte besonders der virulenten Frage nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf der verheirateten Schauspielerinnen, die den Spagat zwischen Familien- und Bühnenalltag zu meisten hatten, nachgehen. Als Weimar-Fellow möchte sie ihre Recherchen fortführen und vor allem die Archivbestände zum Weimarer Hoftheater sichten.


Marco Rognini (Weimar-Fellow, Mai/Juni 2026)
Marco Rognini ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur- und Ideengeschichte der Universität Würzburg. Als Weimar-Fellow widmet er sich der ideengeschichtlichen Genese des von Carl von Clausewitz verwendeten Begriffs der „Friktion im Kriege“, der zugleich den Titel seines Promotionsvorhabens bildet. Im Zentrum seines Projekts steht die Rekonstruktion der theoretischen und ästhetischen Konstellationen um 1800, in denen Vorstellungen von Natur, Kontingenz und Handlungskraft das Denken über den Krieg prägen, und somit auch seine Darstellung in Kriegsdramen. Während seines Aufenthalts in Weimar plant Marco die Analyse militärtheoretischer Schriften u. a. von Berenhorst, Scharnhorst und Rühle von Lilienstern, sowie deren Einbettung in die zeitgenössischen Diskurse der Naturphilosophie. Die reichen Weimarer Quellenbestände bieten hierfür ein ideales Umfeld, um das komplexe Wechselverhältnis von Krieg und Wissen zu untersuchen.
Javier Sánchez-Arjona Voser (Weimar-Fellow, Mai/Juni 2026)
Ich lehre und forsche am Institut für Germanistik und Slawistik der Universidad Complutense Madrid und leite das Projekt Goethe im Kontext der Generation von 1927. Meine Arbeit gilt vor allem Goethes Werk und seiner Rezeption im spanischen intellektuellen Kontext des frühen 20. Jahrhunderts, insbesondere bei Ortega y Gasset sowie den Dichtern der Generationen von 1914 und 1927. Ziel meines Forschungsaufenthalts in Weimar ist die Untersuchung der internationalen Netzwerke, die die Goethe-Rezeption in Spanien der 1920er Jahre ermöglichten. Dabei befasse ich mich mit der Korrespondenz zwischen dem Nietzsche-Archiv und dem Kreis um Ortega sowie mit Beständen des Insel-Verlags und der Goethe-Gesellschaft. Das Projekt analysiert zudem Ortegas Vermittlungsrolle, unveröffentlichte Quellen und die deutsch-spanischen Austauschprozesse, die bis zum Jubiläum 1932 führten.


Sourav Kargupta (Nietzsche-Fellow, Juli/August 2026)
Sourav Kargupta wrote his PhD dissertation (Jadavpur University, 2014) on the juxtaposition between Derridean deconstruction and the postcolonial argument, with special emphasis on the works of Gayatri Chakravorty Spivak. Kargupta has been an Erasmus Mundus Post-Doc Fellow (Aarhus University, Denmark), and has worked in the DFG funded project ‘SFB 1015: Muße’ at the University of Freiburg, Germany. His current research concerns postcolonial studies, literary theory, deconstruction and critical posthumanities, and further develops his notion of ‘nonhuman witnessing’ (Kargupta 2022). Kargupta has published on these topics in journals: Parallax and
Angelaki. As Nietzsche fellow, he will study Gayatri Spivak’s reception of Jacques Derrida’s reading of Friedrich Nietzsche. The project proposes that this extended and embattled encounter led to an important break in the thinking of Spivak, a major thinker of ‘difference’, eventually shaping a method that can be called a ‘(Nietzschean) postcolonial feminist ethicopolitics’.
Nino Popiashvili (Nietzsche-Fellow, Juli/August 2026)
Nino Popiashvili, Doktorin der Philologie und Dozentin an der Staatlichen Iwane-Dschawachischwili-Universität Tiflis. 1998 schloss sie ihr Studium an der Staatlichen Iwane-Dschawachischwili-Universität Tiflis ab. Ihre Dissertation im Fach Philologie verteidigte sie 2005, ihre Habilitation im Fach Erziehungswissenschaften erfolgte 2025. Verschiedene Lehr- und Forschungsaufenthalte führten sie an die Universität des Saarlandes, die Universität Leipzig und die Europa-Universität Viadrina (Frankfurt/Oder). Nino Popiashvili veröffentlichte zahlreiche Monographien, darunter: „Georgische postsowjetische Literatur im Diskurs kultureller Identität“ (2011); „Krieg im Gedächtnis der Frauen“ (2013); „Frauenliteratur: Literatur-, Kultur- und Genderstudien“ (2015); „Fragen der poetischen Sprache, des poetischen Vokabulars, der Trope“ (2018); “Die georgische Aufklärung, Sulchan-Saba Orbeliani” (2018); „Suliko in den Sprachen der Völker der Welt“ (2024). In der geplanten Projektarbeit soll die literarische Rezeption der Philosophie Friedrich Nietzsches in der georgischen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts untersucht werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie zentrale Ideen Nietzsches – insbesondere Konzepte von Freiheit und Individualismus – von georgischen Autorinnen und Autoren aufgenommen und literarisch verarbeitet wurden.


Mirjam Deckers (Weimar-Fellow, August/September 2026)
Dr. Mirjam Deckers ist Kunsthistorikerin aus den Niederlanden. Sie promovierte 2025 an der Universität Groningen über die Bauhaus-Weberin Gunta Stölzl. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf materiellen Praktiken und Werkstattkulturen der Moderne. In ihrem Projekt ‚The Kunstgewerbeschule & the Bauhaus Weaving Workshop: Textile Infrastructures, Intersections and Instruction in Weimar (1907-1925)‘ untersucht sie die institutionellen und materiellen Grundlagen der Bauhaus-Weberei. Im Mittelpunkt stehen die Kontinuitäten zwischen der von Henry van de Velde gegründeten Weimarer Kunstgewerbeschule und dem Bauhaus, insbesondere die Lehrtätigkeit von Helene Börner und ihrer Textilklasse als materielle Vorläuferin der Bauhaus-Werkstatt. Ziel ist es, Weimar als Zentrum der Textilausbildung im frühen 20. Jahrhundert neu zu verorten und die Entstehung der Bauhaus-Weberei in einen breiteren historischen Kontext einzubetten.
Giulia Ferrara (Nietzsche-Fellow, September/Oktober 2026)
Giulia Ferrara is completing her PhD at the University of Palermo, conducted in cotutelle with the Institut Catholique de Toulouse, with a thesis on the phenomenon of gift in Nietzsche, understood as the foundation for a positive and creative relational logic, and closely connected to the exposition of the eternal return. A key aspect of her research is the interpretation of the erotic relationship between Dionysus and Ariadne, seen as the culmination of Nietzsche’s reflection on the gift. During her stay in Weimar, she intends to develop a study on the meaning of the labyrinth in Nietzsche, conceived as a hermeneutic figure useful for outlining both a theory of knowledge and a theory of the relation to otherness, specifically through Nietzsche’s use of the labyrinth motif in his writings on Dionysus and Ariadne.


Dr. Martina Kastnerová (Weimar-Fellow, September/Oktober 2026)
My major research interests relate to the genesis of Philip Sidneyʼs (1554-1586) poetic project based on his continental intellectual contacts, emblems in the Sidney circle, and Sidney women. I published articles in the Sidney Journal, Reformation (Taylor & Francis), or ELOPE. My research was supported by several fellowships, such as the Land Niedersachsen Fellowship (Wolfenbüttel), Barker Fellowship (Durham), and last year, the Gotha-Halle-Wolfenbüttel Fellowship (Dorothee Wilms Foundation). Besides my research and teaching focus, my first poetry collection has just been published. My Weimar project is focused on emblematic text structure and continental inspiration in the Sidney circle. For this focus, Weimar holdings provide an excellent resource of 16th and 17th-century emblematics, crucial for considering the transmission of ideas between continental and British emblematic-literary culture.
Tilman Williams (Nietzsche-Fellow, September/Oktober 2026)
Tilman Williams studierte Philosophie, Latein und Sport in Köln, Rom und Buenos Aires. Derzeit ist er Doktorand an der Universität der Künste in Berlin – dort forscht er zu Nietzsches Infragestellung der Berechtigung von Moral und Schönbergs Schritt in die Welt der atonalen Musik. Für sein Lehramtsstudium und das musikwissenschaftliche Promotionsprojekt erhielt er ein Stipendium der Stiftung der Deutschen Wirtschaft. – Im Rahmen seines Aufenthaltes am Kolleg Friedrich Nietzsche wird er den Spuren der ‚Ewigen Wiederkunft des Gleichen‘ in der Musik nachgehen. Der Blick richtet sich dabei insbesondere auf Richard Strauss’ symphonische Dichtung ‚Also sprach Zarathustra‘ – erste Untersuchungen zur Faktur dieser Komposition mit ihren markanten Anfangstakten sind bereits erfolgt. Darüber hinaus werden mögliche Bezüge zur Entwicklung zwölftönigen Komponierens bei Arnold Schönberg in Betracht zu ziehen sein.


Beatriz Nunes (Nietzsche-Fellow, November/Dezember 2026)
Beatriz Nunes is a PhD student at the Institut für Romanistik at Humboldt-Universität zu Berlin, where she works on the Cahiers of Simone Weil through the concepts of metaxu and the soul. She completed her Master's in Philosophy at the University of Amsterdam and her Bachelor's in Philosophy at the University of Lisbon. Prior to this, she studied and worked with Fine Arts and Performative Arts. Her project as a Nietzsche-Fellow at the Klassik Stiftung Weimar proposes a philosophical dialogue between the writings of Friedrich Nietzsche and Simone Weil, grounded in their shared engagement with Greek tragedy and classical philology. While such an encounter may initially seem improbable due to their seemingly opposing philosophical orientations, the research seeks to examine the role that Ancient Greece plays for both thinkers—as a topography of refuge and a source of ethical and metaphysical insight, in contrast to the destructiveness they identify in modern Western civilization.
Michal Luft und Paul Müller (Bauhaus-Fellow, November/Dezember 2026)
Michal Luft (IL, 1989) und Paul Müller (DE, 1999) sind bildende Künstlerinnen und Künstler die sich während ihres Masterstudiums an der Königlichen Kunstakademie in Antwerpen kennengelernt haben und hauptsächlich in Belgien leben und arbeiten. Ihr gemeinsames Projekt erforscht die vergessene Geschichte des Kibbuz Buchenwald – eine Gemeinschaft junger Holocaust-Überlebender, die 1945 nach ihrer Befreiung in Buchenwald landwirtschaftliche Ausbildungshöfe gründeten, um sich nach utopischen Idealen auf ein neues Leben in Palästina vorzubereiten. Im Zentrum steht die persönliche Geschichte von Michals Großvater Hans Peter Gurau, der als einziges Mitglied seiner Familie Auschwitz überlebte und Gründungsmitglied des Kibbuz Buchenwald wurde. Durch eine dokumentierte Recherchereise zu den Orten dieser Geschichte reflektieren die Künstler, wie aus Trauma kollektives Handeln entstehen kann und was dies für den Aufbau von Resilienz in aktuellen Krisen bietet.
